Persönliche Daten im Internet schützen

Informationen, die einmal in das Netz gestellt werden, sind kaum mehr zu kontrollieren. Gerade Kindern ist oft nicht bewusst, dass sensible Daten wie Name, Telefonnummer und Adresse nicht an Fremde weitergegeben werden sollten und im Netz nichts zu suchen haben. Sie gehen oft leichtsinnig mit der Weitergabe persönlicher Daten um und brauchen deswegen von Beginn an die Unterstützung der Eltern bei der Nutzung digitaler Medien. 

 

Schon bei den ersten Online-Schritten ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder für das Thema Datenschutz im Internet sensibilisieren. Da die Informationen, die einmal in das Internet eingestellt wurden, nicht mehr zu kontrollieren sind, ist es wichtig, von Beginn an ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. SCHAU HIN! fasst dazu in diesem Extrathema wichtige Informationen zusammen und gibt Eltern Hinweise, wie man Daten besser schützen kann. Konkrete Anleitungen finden Interessierte unter den verlinkten Webseiten.

Spuren im Netz

Generell gilt: Weniger ist mehr! SCHAU HIN! empfiehlt, möglichst keine persönlichen Daten wie Name, Telefonnummer, Adresse oder Geburtsdatum anzugeben. Richten Eltern mit ihrem Kind eine E-Mail-Adresse ein, sollte sie nicht den vollständigen Namen, sondern z.B. einen Spitznamen oder allgemeine Begriffe enthalten, zum Beispiel hallo123@internet.de. Schon früh sollte der Umgang mit dem Internet gemeinsam geübt werden. Gerade kleine Kinder, die erste Schritte im Netz machen, können die Gefahren noch nicht einschätzen. Übrigens: Auch die Daten der Freunde des Kindes sind schutzbedürftig. Das Onlinestellen eines Fotos ohne Genehmigung der abgebildeten Person - bei Minderjährigen deren Eltern - ist eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes.

Cookies als Datensammler

Über jeden Aufruf einer Internetseite wird ein Zugriffsdatensatz beim Seitenanbieter gespeichert. Dieser "Cookie" enthält mindestens die IP-Adresse, Datum, Uhrzeit und welche Unterseiten Nutzer besuchen. Zudem wird erfasst, von welcher Internetseite Nutzer kommen. Viele weitere Informationen können über Seitenbesucher gespeichert werden, z.B. Infos über ihren Browser und ihr Betriebssystem. Darüber hinaus werden Cookies zur reibungslosen Navigation eingesetzt, die man aber selbst zulassen oder ablehnen kann, wenn man den Browser entsprechend einrichtet.

Clouddienste genau prüfen

Angebote wie "GDrive" oder "Dropbox" bieten Nutzern virtuellen Speicherplatz an, damit sie jederzeit online auf diese zugreifen können. Oft befinden sich diese Speicher auf mehreren Servern rund um die Welt verteilt. Dort können unterschiedliche Datenschutzgesetze gelten. Deshalb sollten Nutzer sich genau über die Geschäfts- und Datenschutzbedingungen einzelner Anbieter informieren und mögliche Risiken mit den Vorteilen genau abwägen.

Suchprofile auf Google & Co deaktivieren

Viele Nutzer suchen über Google oder haben dort auch ein Konto. Doch was weiß Google? Der Konzern bietet dazu das Dashboard an. Dort sind alle genutzten Dienste aufgelistet, außerdem führen Links zu den jeweiligen Einstellungen.

1. Was Google sieht

Hier kann man prüfen, welche persönlichen Daten und Interessen Google kennt, um etwa passende Werbung anzuzeigen. Diese interessenbezogenen Anzeigen kann man dort deaktivieren.

2. Wo Google uns sieht

Wer ein Google-Konto und ein Android-Telefon hat, kann hier nachschauen, ob der Konzern sich Ortsdaten gemerkt hat. Der sogenannte Standortverlauf lässt sich löschen.

3. Wonach man bei Google sucht

Google speichert Suchanfragen und erstellt daraus Suchprofile. Dies kann man hier einsehen, Einträge löschen und die Erfassung pausieren.

4. Worüber Google scannt

Hier kann man sehen, welche Computer und mobile Geräte das eigene Konto nutzen und diesen den Zugriff entziehen.

5. Welche Apps an Google-Daten dürfen

Erlaubt man Anwendungen den Zugriff auf das Google-Konto, wird das hier notiert. Dort kann man auch den Zugriff abschalten.

Außerdem lassen sich hier gespeicherte Lesezeichen, E-Mails, Kontakte, Hangout-Nachrichten und viele Daten mehr herunterladen. Die gesammelten Daten sollte man gut verwahren und nur verschlüsselt archivieren.

Spuren verwischen

Wer verhindern will, dass Mitbenutzer des PCs nachvollziehen, welche Seiten man selbst angesteuert hat, muss zudem die im Cache gespeicherten Seiten löschen, nachdem er seine Arbeit im Internet beendet hat. Die meisten Browser lassen sich auch so einstellen, dass abgerufene Seiten gar nicht erst im Cache auf der lokalen Festplatte gespeichert werden. Ebenso kann man bestimmen, ob der Verlauf oder die History-Liste gespeichert wird oder nach jedem abgeschlossenen Besuch verschwindet.

Sicheres Passwort wählen

Wichtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern über den Schutz persönlicher Daten sprechen und auf mögliche Risiken bei der Weitergabe hinweisen. Hierzu zählen Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, aber auch Bilder und Videos sowie Passwörter. Ein sicheres Passwort sollte keinerlei Bezug zu persönlichen Daten enthalten und am besten aus einem Mix aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen bestehen. Damit man sich das Passwort gut merken kann, ist es hilfreich, es aus einem Satz abzuleiten: Aus "99 Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont" wird so etwa "99LaiWzH". Mit dem Passwort-Schlüssel von Surfen ohne Risiko kann man sein Passwort leicht codieren.

Dabei ist es notwendig, Passwörter nirgends zu speichern oder in der Onlinekommunikation preiszugeben, nur für jeweils ein Benutzerkonto zu verwenden und häufig zu ändern. Zudem schützen der Einsatz von Antivirensoftware und die Aktivierung von Sicherheitseinstellungen vor Schadprogrammen. Weitere Informationen finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Datenschutz in sozialen Medien

Oft ist besonders jungen Nutzern nicht bewusst, dass kostenlose Dienste wie "Facebook", "Twitter" zahllose Daten wie Bilder und Kommentare der Nutzer sammeln und für Werbezwecke an Dritte weitergeben können. Wichtig ist, die Einstellungen bei den Einstellungen zur Privatsphäre genau zu prüfen und möglichst strikt zu halten. Dies gilt vor allem für Einstellungen wie die Auffindbarkeit des Profils, die Möglichkeit, von Fremden kontaktiert zu werden und das Ausmaß der Sichtbarkeit von Daten innerhalb der Community.

SCHAU HIN! rät dazu, dass Eltern zusammen mit ihren Kindern das Profil einrichten und nur die nötigsten Daten angeben. Eine private Wohnanschrift, Telefon- oder Handynummer gehören nicht in Profile sozialer Netzwerke. Eltern sollten vorher in den Datenschutzhinweisen oder den AGB nachsehen, was mit den Daten gemacht wird. Zu empfehlen sind kindgerechte soziale Netzwerke. Diese sind leicht zu bedienen und altersgerecht gestaltet. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet auf sensible Daten.

Wenn man ein Netzwerk nicht mehr nutzen möchte, sollte man seine Mitgliedschaft beenden und die Profildaten löschen. Bei einigen Netzwerken ist dies mit wenigen Mausklicks erledigt, bei anderen ist es aufwändiger. Bei Facebook etwa ist ein reguläres Löschen des Zugangs gar nicht erst vorgesehen, sondern nur ein Deaktivieren oder Entfernen der Daten. Der Aufwand lohnt sich. Man erschwert damit das Auffinden seiner Daten. Außerdem bekommt man so immerhin die Chance, dass sie irgendwann von allen Servern und aus allen Zwischenspeichern verschwinden.

Datenschutz beim Onlineeinkauf

Auch Spielerweiterungen bei Onlinespielen für Kinder lassen sich mit wenigen Klicks per Kreditkarte bezahlen. Eltern sollten ihre Kinder aber diese Käufe nicht alleine durchführen lassen. Geben Sie die Kreditkateninformationen nicht an Ihre Kinder weiter und hinterlegen Sie die Daten nicht bei Onlinespielen oder Online-Versandhändlern. Auch wenn es schneller geht, die Informationen nicht jedes Mal neu einzugeben, ist die Gefahr so größer, dass die Daten in falsche Hände gelangen.

Tutorialfilm "Mamas Passwort"

Was bei einem Online-einkauf so alles schiefen gehen kann und wie man ein sicheres Passwort bildet - das erzählt der SCHAU HIN!-Tutorialfilm „Mamas Passwort" mit der Familie Schaumann. Gesprochen von Gundula Gause.

Datenschutz bei Onlinegewinnspielen

SCHAU HIN! rät, bei Gewinnspielen im Internet generell vorsichtig zu sein und auch mit Kindern über den Umgang damit zu sprechen. Folgende drei Tipps unterstützen Eltern dabei, die Seriösität von Gewinnspielen besser beurteilen zu können. Für die Teilnahme an einem Gewinnspiel reicht die Angabe einer E-Mailadresse. Dafür ist es sinnvoll, gemeinsam mit dem Kind eine Mailadresse einzurichten, die nur einen Spitz- oder Fantasienamen des Kindes enthält. Ist es verpflichtend auch Anschrift, Geburtsdatum oder Telefonnummern anzugeben, sollten Eltern von einer Teilnahme absehen. Es ist wahrscheinlich, dass diese Daten für Werbezwecke genutzt werden.

Datenschutz bei Onlinespielen

Onlinespiele kann man per Funk- oder Internetverbindung gemeinsam spielen. Manche dieser Spiele verfügen über einen sogenannten Freundescode. In Multiplayer-Foren im Internet veröffentlichen diese Codes und darüber hinaus Alter, Wohnort, Handy- und ICQ-Nummern. So können Erwachsene mit unseriösen Absichten leicht Kinder kontaktieren.

Datenschutz bei mobiler Kommunikation

Es ist wichtig, dass Eltern prüfen, ob ihr Kind schon reif für ein Smartphone ist und welche Anwendungen es darauf nutzt. Hilfreich ist ein Gespräch, um zu erklären, wie sensibel persönliche Daten wie Name, Adresse, Telefonnummern, aber auch eigene Fotos und Videos sind. Kinder können noch nicht einschätzen, dass gerade bei der mobilen Kommunikation persönliche Daten, Fotos und andere vertrauliche Informationen wie der Standort nicht weitergegeben werden sollten, vor allem nicht an unbekannte Personen. Wichtig ist daher, die Sicherheitseinstellungen am Smartphone zu aktivieren.

Mobile Nachrichtendienste wie "WhatsApp" oder "Facebook Messenger" sind zwar praktisch und meist kostenlos, sind jedoch problematisch im Hinblick auf den Daten- und Jugenschutz und daher auch laut der AGBs für Kinder nicht geeignet. Bei der Installation solcher Apps muss der Nutzer eine Erlaubnis zur Adressbuchabfrage erteilen. Anschließend wird automatisch eine Liste mit Kontakten aus dem Adressbuch erstellt, die ebenfalls diese App verwenden. Zudem erfährt ein Nutzer, wann andere das letzte Mal online waren und ob sie gerade aktiv sind. Zudem ist oft unklar, was mit den Daten der Nutzer genau passiert: In vielen Fällen sammeln Anbieter diese und nutzen sie für zielgerichtete Werbung bzw. zur Weitergabe an Dritte. Hierzu sollten sich Nutzer vor der Anmeldung genau mit den Nutzungsbedingungen beschäftigen.

Fälle von Datenmissbrauch

Es gibt vielfältige Möglichkeiten beim Missbrauch von Daten im Netz: Dies umfasst persönliche Beleidigungen und Verleumdungen (Cyber-Mobbing), die unerlaubte Weitergabe und kommerzielle Nutzung von Daten über Spam-E-Mails und Kettenbriefe oder auch das gezielte Ausspionieren von Daten durch Phishing- und Pharming-Attacken von professionellen Hackern. Nutzer sollten sich in solchen Fällen an ihre Verbraucherzentrale wenden.

SCHAU HIN!-Tipps im Überblick

  • Weniger ist mehr: Eltern sollten sparsam mit ihren Daten und der ihrer Kinder sein und nur das angeben, was unbedingt nötig ist.
  • Auskunftsrecht nutzen: Eltern können von Anbietern Auskunft über die gespeicherten Daten verlangen sowie Daten, die nicht mehr verwendet werden sollen, sperren beziehungsweise löschen.
  • Geräte sichern: Sicherheitseinstellungen sowie Virenschutz ud Firewall sollten am Gerät immer aktiviert und die Ortungsdienste ausgeschaltet bleiben.
  • Sicher surfen: Nur auf geprüften Seiten surfen und eine verschlüsselte Online-Verbindung wählen - erkennbar durch "https://" oder das Schlosssymbol in der Adressleiste des Browsers.
  • Kein Onlineeinkauf alleine: Kreditkateninformationen gehören nicht in Kinderhände, auch sollten die Daten nicht bei Onlinespielen oder Online-Versandhändlern gespeichert werden.
  • Profil gemeinsam einrichten: Eltern sollten zusammen mit ihren Kindern das Profil in sozialen Netzwerken einrichten, nur die nötigsten Daten angeben und einen möglichst hohen Schutz einstellen.
  • Datenschutzhinweise/AGB genau prüfen: Privatsphäreeinstellungen genau prüfen und im Zweifel auf die Anmeldung verzichten.
  • Fotos: Dürfen Kinder mit Erlaubnis der Eltern Fotos ins Netz stellen, sollten sie darauf nicht eindeutig zu erkennen sein (zum Beispiel mit Sonnenbrille und Hut).
  • Technische Hilfsmittel: Sicherheits-Apps ("fragFINN", "Vodafone Child Protect App", "Meine-Startseite") und Jugendschutzeinstellungen des Gerätes helfen Eltern ihr Kind vor unerwünschten Anrufen, Nachrichten und Webinhalten zu schützen. Wichtig: Diese technischen Hilfsmittel ersetzen nicht eine aktive Medienerziehung durch die Eltern.
  • Sichere Passwörter wählen: Ein sicheres Passwort sollte nur einmal verwendet werden, möglichst lang sein sowie keine eigenen Daten und sowohl Ziffern als auch Zahlen beinhalten.
  • Auskunftsrecht nutzen: Eltern können von Anbietern Auskunft über die gespeicherten Daten verlangen sowie Daten, die nicht mehr verwendet werden sollen, sperren beziehungsweise löschen.
  • Verbraucherzentrale einschalten: Bei Datenmissbrauch können sich Nutzer an die Verbraucherzentrale wenden.