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Mobile Geräte

Abschalten per App

Mit der App "Offtime" des gleichnamigen Berliner Startups kann man sich bewusst für eine bestimmte Zeit der Flut von Anrufen und Nachrichten über WhatsApp, Facebook & Co. entziehen, um sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Wie eine begleitende Studie zeigt, soll sie auch zu einem reflektierteren Umgang mit dem Smartphone beitragen.

© Offtime

Die Offtime-App ermöglicht eine zeitliche Filterung der mobilen Kommunikation – seien es Emails, Anrufe, SMS, App Benachrichtigungen oder der Zugang zu Apps. Alle Einstellungen kann man individuell anpassen und in Profilen wie Zeit für den Partner, Konzentriertes Arbeiten oder störungsfreie Freizeit genau definieren, welche Funktionen deaktiviert sind. Dabei kann man auch Ausnahmen für bestimmte Kontakte hinzufügen oder etwa Mehrfachanrufe anzeigen lassen, die auf einen Notfall hinweisen könnten. So hilft Offtime dabei,  selbst definierte Kommunikationsregeln einzuhalten, der Versuchung ablenkender Apps zu widerstehen und sich auf das zu konzentrieren, was gerade am Wichtigsten ist.

Smartphone wird täglich 63 Mal entsperrt

Eine begleitende Studie des Instituts für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema Work-Life-Balance in Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnologien beleuchtet die Wirkung. Dafür wurde das Smartphone-Nutzungsverhalten von 49 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren über zwei Wochen analysiert. In der ersten Woche wurde die "normale" Smartphone-Nutzung erfasst: Im Durchschnitt wurde jedes Telefon 63 Mal täglich für je 2:49 Minuten aktiviert. Dabei wurden hauptsächlich kommunikative Funktionen wie Anrufe, SMS, Messenger Apps und soziale Netzwerke genutzt. In der zweiten Woche nutzten die Testpersonen Offtime mindestens zwei Stunden am Tag. Die Teilnehmer konnten sich so besser konzentrieren und produktiver arbeiten.

Von der Angst, etwas zu verpassen

Ein wichtiger Grund ist, dass der Druck abnimmt, ständig erreichbar zu sein. Dabei hilft auch das "Offtime-Protokoll". Dort kann auf einen Blick auf alles Geschehene während der Offtime reagiert werden. Außerdem ermöglichen individualisierbare Abwesenheitsbenachrichtigungen, dass man nichts unbeantwortet lässt. Damit unterstreichen die Autoren, dass es weniger auf eine eingeschränkte, als auf eine bewusstere Smartphone-Nutzung ankommt.

Auf der Website von Offtime finden Sie weitere Informationen und die App für Android zum kostenlosen Download. Wir haben für Sie zudem Tipps zum kindgerechten Umgang mit Smartphone und Tablet.

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