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JIM-Studie 2015: Jugendliche am liebsten auf YouTube

Fast alle Jugendliche haben ein Smartphone und sind im Schnitt über drei Stunden damit online, am liebsten nutzen sie YouTube. Das sind Ergebnisse der JIM-Studie 2015.

Screenshot YouTube LeFloid
Screenshot YouTube LeFloid

Medienausstattung

Jugendliche haben ein sehr großes Medienangebot zur Verfügung: Praktisch jeder der befragten Zwölf- bis 19-Jährigen besitzt ein Handy (98 %), 92 Prozent ein Smartphone und drei Viertel können mit einer Flatrate online. Gut drei Viertel der Zwölf- bis 19-Jährigen besitzen einen eigenen Computer oder Laptop, über die Hälft hat einen eigenen MP3-Player (59 %) und Fernseher (57 %), zudem besitzt die Hälfte der Jugendlichen eine Spielkonsole. 47 Prozent haben eine Digitalkamera und 29 Prozent ein eigenes Tablet.

Interessen

Internet, Musikhören sowie das Smartphone haben unter den Medien den größten Stellenwert für die Jugendlichen, neun von zehn halten dies für (sehr) wichtig. Radio und Bücher haben für die Hälfte der Jugendlichen einen hohen Stellenwert, ebenso Fernsehen und digitale Spiele. Bezogen auf 14 vorgegebene Kategorien sind Jugendliche besonders an der Lösung persönlicher Probleme sowie am aktuellen Zeitgeschehen interessiert, danach folgen Musik sowie Ausbildung und Beruf. Während das Internet zwar bei acht von 14 Themen die bevorzugte Informationsquelle ist, können bestimmte Informationsbedürfnisse besser durch „klassische“ Medien erfüllt werden: So ist das Fernsehen bei Bundespolitik, beim aktuellen Zeitgeschehen sowie Sport auf Bundesebene das Informationsmedium erster Wahl. Die Tageszeitung hat ihre Stärke in der lokalen Berichterstattung zu Sport und Politik.

Mediennutzung

Das Radio als klassisches Musikmedium ist von hoher Alltagsrelevanz für die Jugendlichen. Drei Viertel der Jugendlichen hören mindestens mehrmals pro Woche Radio, 56 Prozent täglich. Jeder Zweite findet das
Lesen von Büchern (sehr) wichtig. An einem durchschnittlichen Wochentag lesen die Zwölf- bis 19-Jährigen (in gedruckter oder elektronischer Form) nach eigener Schätzung 63 Minuten pro Tag in Büchern.

TV

Acht von zehn Jugendlichen sehen regelmäßig fern, jeder Zweite täglich, nach eigenen Angaben durchschnittlich 113 Minuten am Tag. Die Nutzung erfolgt hauptsächlich über ein Fernsehgerät, nur ein
Fünftel sieht via Internet fern, 15 Prozent auf ihrem Smartphone. 63 Prozent machen nach eigener Aussage regelmäßig beim Fernsehen noch andere Dinge nebenbei. Insbesondere das Smartphone (59 %) wird während des Fernsehens genutzt, aber auch die Beschäftigung mit Computer und/oder Internet oder das Einnehmen von Mahlzeiten erfolgt bei gut einem Viertel während des Fernsehens. Ebenfalls berichtet je knapp ein Fünftel, beim Fernsehen Hausaufgaben oder Hausarbeit zu erledigen.

Internet

Mit 97 Prozent nutzen praktisch alle Jugendlichen das Internet, dabei sind 80 Prozent täglich online, weitere zwölf Prozent mehrmals pro Woche. Hinsichtlich der Nutzungswege dominiert der mobile Zugang: Innerhalb von 14 Tagen sind 88 Prozent mit dem Handy oder Smartphone online gegangen, per Computer oder Laptop haben sich nur drei Viertel eingeloggt, ein Fünftel nutzte einen Tablet-PC. Nach eigener Einschätzung sind die Zwölf- bis 19-Jährigen an einem durchschnittlichen Wochentag 208 Minuten online (2014: 192 Min.), die Zwölf- bis 13-Jährigen im Schnitt 156 Minuten.

Die meiste Online-Zeit fällt auf Kommunikation (40 %), ein Viertel auf Unterhaltung, ein Fünftel auf Spiele aufgewendet und 14 Prozent der Suche nach Informationen. Der kommunikative Anteil besteht hauptsächlich aus der Nutzung von Communities und Messengern. Hier liegt WhatsApp in der täglichen Nutzung mit 85 Prozent uneinholbar vorne, auf Platz zwei folgt mit 38 Prozent Facebook. 57 Prozent nutzen aktuell regelmäßig eine Community. Unterhaltende Inhalte wie Musikvideos oder lustige Clips werden hauptsächlich über Videoportale wie YouTube genutzt. Für 61 Prozent ist YouTube das liebste Online-Angebot, mit weitem Abstand folgen Facebook (36 %) und WhatsApp (29 %). Insgesamt 94 Prozent nutzen YouTube zumindest selten, 81 Prozent schauen sich mindestens mehrmals pro Woche Clips an.

Games

Sieben von zehn Jugendlichen spielen täglich oder mehrmals pro Woche über PC, Konsole, Tablet, Smartphone oder online, nur neun Prozent nie. Jungen sind hier deutlich affiner, 85 Prozent spielen regelmäßig, während nur jedes zweite Mädchen mindestens mehrmals pro Woche digitale Games
spielt. Die durchschnittliche Spieldauer beträgt an Wochentagen 87 Minuten, wobei Jungen (122 Min.) mehr als doppelt so lange spielen wie Mädchen (50 Min.). Das beliebteste Spiel ist „Minecraft“.

Smartphone

Aktuell besitzen 98 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen ein Mobiltelefon, 92 Prozent haben ein Smartphone. Das eigene Handy wird am häufigsten zum Verschicken und Empfangen von Nachrichten, dem Abspielen von Musik und zum Surfen im Internet verwendet. Erst an vierter Stelle der Handytätigkeiten steht das Telefonieren. Im Schnitt haben Jugendliche 18 Apps auf ihrem Smartphone installiert. Die wichtigste App ist für 90 Prozent WhatsApp, danach kommt der Facebook-Messenger (33 %) und die Fotocommunity-App Instagram (30 %). 23 Prozent der Jugendlichen haben schon einmal im Freundeskreis mitbekommen, dass pornographische oder brutale Filme über das Handy zugestellt wurden, 13 Prozent haben selbst schon einmal solche Inhalte geschickt bekommen.

Konflikte

Die Mehrheit der Jugendlichen hat in der eigenen Wahrnehmung nie Stress oder Ärger wegen ihrer Mediennutzung. Wenn, dann bietet die Nutzungsdauer digitaler Spiele das größte Konfliktpotential: Hier hat ein Drittel der Jugendlichen (30 %) häufig oder gelegentlich Stress oder Ärger, weil zu lange an PC, Konsole oder Handy gespielt wird. Wegen der Handynutzung zuhause bekommt ein Viertel zumindest gelegentlich Stress, einem Zehntel der Jugendlichen bringt die Handynutzung in der Schule häufig oder gelegentlich Ärger ein. Während Jungen öfter Stress wegen der Nutzungsdauer und der Art der digitalen Spiele haben, sind die Handynutzung zu Hause sowie die Fernsehinhalte eher bei den Mädchen ein Konfliktthema.

Fazit

Die Ergebnisse der JIM-Studie 2015 belegen, dass Jugendliche sich in einem enorm vielfältigen
Informations- und Medienangebot bewegen und ein hohes Maß an Selbstkontrolle und Reflektion benötigen, um Inhalte, Maß und Risiken bei der Mediennutzung bewerten zu können. Heranwachsende auch in einer diesbezüglich kritischen und reflektierten Mediennutzung zu unterstützen und diese zu fördern, ist angesichts der rasanten Digitalisierung des Alltags eine große Herausforderung, auch für Eltern, um auf Augenhöhe und als Vorbild zu agieren.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölfund 19 Jahren im Frühsommer 2015 telefonisch befragt. Weitere Informationen und die Studie zum Download finden sich hier.

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