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Let's Play: Ich spiele, also bin ich

Spiele-Tutorials im Filmformat sind gerade bei Jugendlichen sehr beliebt. Die anschaulichen Erklärungen, der Seriencharakter, das Gemeinschaftsgefühl in der Community und nicht zuletzt die Gamer selbst machen den Erfolg aus. Eltern schauen am besten mit, sprechen dabei auch über die Spielvorlieben ihres Kindes und weisen auf das Urheberrecht hin.

Kind mit Headset vor Game
© Mikael Damkier / Fotolia

Online-Stars wie Gronkh, PewDiePie oder Sarazar verzeichnen mit ihren unter dem Namen "Let's Play" bekannten Spiele-Tutorials Millionen Klicks und eine immer größere Fan-Gemeinde. Ihre Videos zeigen wie sie ein Computer- oder Konsolenspiel testen und dabei erklären. Nutzer erhalten so einen direkten Eindruck vom Spiel, lernen bestimmte Kniffe kennen oder lassen sich einfach unterhalten. Sie können diese Kanäle abonnieren und die Clips bewerten oder kommentieren, etwa um eigene Erfahrungen zu teilen.

Für die Let's Play-Szene gibt es mit Twitch.tv gar eine eigene Plattform. Ein Video dauert meist 10 bis 15 Minuten, zu einigen Spielen gibt es oft 30 und mehr Clips. Let's Player erstellen diese als Hobby um ihre Expertise an die Community weiterzugeben, andere arbeiten auch direkt mit Spieleherstellern zusammen und verdienen damit Geld. Dies funktioniert ähnlich wie bei anderen Video-Bloggern ("Vloggern"), die auf einem eigenen YouTube-Kanal etwa Styling-Tipps geben oder News präsentieren.

Spiele-Experten unter sich

Die Filme unterstützen das Gemeinschaftsgefühl, das für Heranwachsende in Verbindung mit Games sehr wichtig ist. Zudem ist es für Jugendliche einfach interessant, wenn ihnen jemand das Spiel in eigenen Worten erklärt. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist unter Gamern besonders ausgeprägt: Sie fühlen sich oft je nach Lieblings-Spiel oder -Genre einer bestimmten Community zugehörig. "Manche Spieler möchten ihre Erlebnisse und Eindrücke mit anderen teilen, wie wenn man nach einem guten Film darüber spricht, nur dass man hier die Hauptrolle spielt" so Langer. Jeder kann so zum gefragten Experten werden und sich dabei eine eigene Fan-Community aufbauen.

Gamer als Show-Stars

Denn Let's Plays leben nicht vom Spiel allein, sondern vor allem von den Spielern. Als Moderator präsentieren diese ihre Beiträge meist interessant, lustig, sprachgewandt, schlagfertig und damit unterhaltsam. Damit erreichen sie immer mehr Fans und Abonnenten ihrer Kanäle, also Zuschauer ihrer eigenen Show. Entscheidend ist auch der serielle Charakter, also dass regelmäßig weitere Episoden folgen; denn wer nicht regelmäßig Videos hochlädt, gerät schnell in Vergessenheit. Um die Bekanntheit zu erhöhen, pflegen die Moderatoren den Kontakt zu ihren Fans und vermarkten ihre Videos etwa über soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Twitter.     

Altersfreigaben und Urheberrecht beachten

Ist Ihr Kind von Let's Plays fasziniert, zeigen sich die Eltern am besten interessiert und sehen sich mit ihrem Kind mal eine Folge an. Dabei können sie leicht ins Gespräch kommen, was es gern spielt oder ob es selbst auch solche Videos aufnimmt, und darauf achten, ob diese Spiele auch die passende Altersfreigabe haben.

Denn viele Videos können dazu verlocken, dass man Games spielen möchte, die nicht angemessen sind. Dabei kommt es auch darauf an, wie ein Let's Plays gestaltet ist: Manche zeigen etwa, wie man am grausamsten Gegner tötet, auch wenn dies für den Spielverlauf gar nicht notwendig ist. Generell ist zu beachten, dass YouTube für die selbstständige Nutzung ein Mindestalter von 13 Jahren erfordert.

Über versteckte Werbung aufklären

Zudem kann man mit dem Kind besprechen, dass viele Let's Plays auch eine Form von Online-Werbung sind. Denn viele Spielefirmen in Kooperation mit Gamern ihre Produkte vermarkten. Aufgrund des Werbeeffekts bieten manche "Duldungserklärungen" an, in denen sie das nicht-kommerzielle Anbieten von Videomaterial oder Screenshots auf YouTube oder anderen Plattformen erlauben. Wichtig ist auf jeden Fall, dass solch eine Zustimmung des Urhebers vorliegt, bevor man Let's plays online stellt.

Weitere Informationen und eigene Bewertung bieten auch die Portale spielbar.de und spieleratgeber-nrw.de.

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