1. Home
  2. News
  3. Medienkompetenz deutscher Achtklässler durchschnittlich
Vermischtes

Medienkompetenz deutscher Achtklässler durchschnittlich

Laut der internationalen ICILS-Studie liegen deutsche Schüler hinsichtlich ihres Umgang mit digitalen Medien im Mittelfeld. Schlecht abgeschnitten haben vor allem Jungen aus bildungsfernen Familien.

Junge in Computerraum beim Unterricht in der Schule
© Juice Images / Fotolia

Wie die Lesefähigkeit und mathematische sowie naturwissenschaftliche Kenntnisse gilt der kompetente Umgang mit neuen Technologien als Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert. Deutsche Schüler erreichen dabei mit 523 Punkten ein Leistungsniveau über dem internationalen Mittelwert von 500 Punkten. Das hat die Studie "International Computer and Information Literacy Study" (ICILS) ergeben. International führend sind die Tschechische Republik, Kanada und Australien. Dennoch ist die Medienkompetenz in den Teilgruppen sehr unterschiedlich und hängt dabei auch vom sozialen Umfeld ab.

Fast ein Drittel hat nur "rudimentäre Kenntnisse"

Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder und Jugendliche durch das Aufwachsen in einer von neuen Technologien geprägten Welt nicht automatisch auch damit kompetent umgehen können. So erreicht nur ein geringer Anteil der getesteten Achtklässler die höchste Kompetenzstufe. Und knapp ein Drittel erfüllte lediglich die Anforderungen für die beiden untersten Kompetenzstufen. Diese Jugendlichen verfügten nur über rudimentäre Fertigkeiten und Wissensstände hinsichtlich des Umgangs mit neuen Technologien. Als Risikogruppe haben die Bildungsforscher insbesondere Jungen aus Familien mit wenigen kulturellen und ökonomischen Ressourcen ausgemacht. Allgemein seien es Jugendliche aus unteren und mittleren sozialen Lagen sowie mit Migrationshintergrund, die vergleichsweise geringe IT-Kenntnisse haben.

Ausstattung der Schulen ausbaufähig

Die Forscher konstatierten ein Missverhältnis zwischen den Chancen, die das Lernen mit digitalen Medien bietet, und der Realität im Schulunterricht. Schulen müssten besser mit Kommunikationstechnik ausgestattet und Lehrkräfte fortgebildet werden. Deutschland gehöre zu den drei Ländern, bei denen die Computernutzung im Unterricht die digitalen Kompetenzen nicht fördert, sondern negativ beeinflusst. So würde das Sammeln, Auswerten und Präsentieren von Informationen im Netz in vielen Schulen nicht geübt.

Getestet wurden weltweit Achtklässler aus 21 Ländern. In Deutschland nahmen 2225 Schülerinnen und Schüler sowie 1386 Lehrkräfte teil, die aus 142 Schulen repräsentativ ausgewählt wurden. Zu den Aufgaben, die sie lösen mussten, gehörte es, zu Sachthemen im Internet zu recherchieren und ihre Erkenntnisse für eine Präsentation aufzubereiten. Verantwortlich für die Studie ist die Vereinigung International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IAE). Diese hatte zuvor auch weitere Schulleistungsvergleiche wie IGLU, die internationale Grundschul-Lese-Studie, und TIMS zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse von Grundschülern durchgeführt.

Weitere Veröffentlichungen zur Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen finden Sie unter Studien.

Veröffentlicht am