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Was ist eigentlich... Ello?

Derzeit noch im Beta-Modus, wächst die neue Alternative zu Facebook rasant um Zehntausende neue Mitglieder pro Stunde. Wir haben ein paar Fakten zum neuen sozialen Netzwerk zusammengestellt.

Was ist Ello?

Ello war eigentlich ein privates Netzwerk unter Freunden, dem nach und nach so viele Leute beitreten wollten, dass seit April 2014 eine öffentliche Version in der Beta-Version entstand. Das heißt, dass sich das Portal noch im Testmodus befindet und laufend neue Funktionen erhält. Um beizutreten benötigt man eine Einladung. Hinter Ello steckt Paul Budnitz aus Berkeley, Kalifornien. Er betreibt das Netzwerk zusammen mit mehreren Designern.

Die neue Plattform lockt mit einem sehr reduzierten, minimalisitischen Design, einem werbefreien Umfeld und dem Versprechen, Daten weder zu sammeln, noch zu verkaufen. So steht in ihrem "Manifesto":

"Dein soziales Netzwerk gehört den Werbetreibenden. Jeden Beitrag, den du teilst, jede Freundschaft, die du knüpfst, und jedem Link, dem du folgst, wird verfolgt, gespeichert und in Daten umgewandelt. Werbetreibende kaufen deine Daten, damit sie dir noch mehr Anzeigen einblenden können. Du bist das Produkt, das gekauft und verkauft wird. Wir glauben, es gibt einen besseren Weg. Wir glauben an Mut. Wir glauben an Anmut, Klarheit und Transparenz. Wir glauben daran, dass Leute die Dinge erstellen und solche die sie nutzen zusammenarbeiten sollten. Wir glauben, dass ein soziales Netzwerk andere befähigen kann. Statt sie zu betrügen, zu etwa zu zwingen oder zu manipulieren. einfach ein Ort, um sich zu verbinden, etwas zu erschaffen und das Leben zu feiern. Du bist kein Produkt."

Das Manifest wird als klarer Seitenhieb auf den Marktführer Facebook verstanden, der wegen seiner kruden Datenschutzpolitik, dem Zwang zu Klarnamen sowie der Nutzung des Messengers in der Kritik steht.

Wie funktioniert Ello?

Das Design ist minimalistisch. Ello verzichtet auf Bilder und Farben. Schwarzer Text auf weißem Grund, dazu ein bisschen Hellgrau - simpel, aber ästhetisch. Die kreisrunden Profilfotos der Nutzer stechen so noch mehr hervor. Die Nutzersprache ist komplett auf Englisch.

  • Das Menü ist auf wenige Punkte reduziert: "Discover", zum Entdecken weiterer Profile, "Invite", zum Einladen von Freunden und die "Settings", um das Profil und die Benachrichtgungen einzustellen.
  • Die Hilfe-Sektion heißt WTF, "What The Fuck". Kommende und bereits umgesetzte Funktionen werden transparent in einer "Feature List" aufgeführt.
  • Man folgt Profilen ähnlich wie auf Twitter oder Blogs wie Tumblr. Nutzer, denen man folgt, unterteilt man bei Ello in "Friends" und "Noise". Unter Letzteres fallen Nutzer, die man nicht als Freunde bezeichnet, aber von denen man sich berieseln lassen möchte.
  • Einträge lassen sich über die Profilseite veröffentlichen.
  • Textnachrichten und hochgeladene Fotos sind möglich.
  • Links, etwa auf YouTube, werden nicht automatisch in integrierte Player oder eine Vorschau umgewandelt.
  • Alle Profile sind innerhalb von Ello öffentlich. Über die Einstellungen kann man es lediglich vor Nutzern von außerhalb verbergen. Weitere Sicherheitseinstellungen sind erst in Planung.

Als weitere Funktionen sind geplant:

  • User blocking (Blockieren von Nutzern)
  • Inappropriate content flagging (Melden von unangemessenen Inhalten)
  • Audio integration (Integration von Audio-Streams)
  • Private Accounts (Private Profile)
  • Rich (multimedia) commenting (Integration von Clips und Audiodateien)
  • Mobile web refinements (Verbesserte mobile Nutzung)
  • Repost w/ author attribution (Weiterleiten fremder Beiträge)
  • Notification Center (Benachrichtigungscenter)
  • Online/offline user designation (Markierung als online/offline)
  • Love + Love bookmarking stream (Teilen von Interessen)
  • Emoji index (Teilen des Gemütszustandes)
  • Video integration (Youtube, Vimeo, Instagram & Vine)
  • @@ Private Messaging (Privatnachrichten)
  • Auto-push posts to other networks (Verbindung zu anderen Netzwerken)
  • iOS & Android mobile apps (App für iOS und Android)

Damit sich das Netzwerk finanzieren kann, werden manche Funktionen kostenpflichtig sein. Es bleibt bisher fraglich, ob der Hype anhält und sich Ello wirklich als Alternative zu Facebook und anderen sozialen Netzwerken etablieren kann. Dazu müsste Ello erst einmal eine kritische Masse an Mitgliedern erreichen, die von anderen Netzwerken umziehen. Auch sind die Funktionen noch nicht ausgereift und noch lange nicht so umfangreich wie bei Facebook & Co.

Für Kinder ist Ello ungeeignet. Zu lose sind Sicherheitseinstellungen und der Schutz vor unangemessenen Inhalten. Welche Netzwerke für Kinder besser geeignet sind, können Sie in unserem Netzwerk-Atlas nachlesen.

 Hier finden Sie Einschätzungen von anderen Medien zu Ello.

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