Altersfreigaben bei Games: Die Kennzeichnung der PEGI

Altersfreigaben geben BenutzerInnen und insbesondere Eltern die Möglichkeit abzuschätzen, inwiefern (Online)-Spiele für Kinder sorglos benutzbar sind. Dabei gibt es neben dem Kennzeichnungsverfahren nach dem Jugendschutzgesetz Alternativen, die eine Hilfeleistung beim Kauf von Spielen darstellen können. SCHAU HIN! stellt die Kennzeichnung PEGI vor.

Hände halten Konsole, im Hintergrund sieht man den Bildschirm
Glenn Carstens-Peters/Unsplash

Zwar sind die meisten Spiele für jede Altersstufe geeignet, dennoch enthält der Markt Spiele, die ausschließlich für Erwachsene vorbehalten sind. Durch die Kennzeichnung der Pan-European Game Information (PEGI) kann man leicht erkennen, welche Spiele sich für Altersgruppen eignen. PEGI ersetzt insgesamt Altersempfehlungssysteme von 30 europäischen Staaten und gibt Empfehlungen nach Alterseignung ab (Vorsicht: nicht nach deren Schwierigkeitsgrad). Außerdem erhält PEGI Unterstützung von den wichtigsten SpielkonsolenhändlerInnen wie etwa Sony, Microsoft und Nintendo ebenso wie von PublisherInnen und SpieleentwicklerInnen in ganz Europa.

Was ist PEGI?

Insgesamt unterscheidet PEGI zwischen fünf Kategorien: Pegi-3, Pegi-7, Pegi-12 Pegi-16 Pegi-18. Die Einschränkungen sollen allerdings als Empfehlung verstanden werden und sind demnach nicht im Gesetz verankert.

Die PEGI ist wiederum Teil der internationalen Kooperation International Age Rating Coalition (IARC) zur Herstellung eines einheitlichen Systems zur Altersbewertung von Spielen. Die Kooperation verbindet Institutionen aus Australien (Australian Classification Board), Brasilien (ClassInd), Nordamerika (ESRB), Südkorea (GRAC) und Deutschland (USK). So gibt die USK im Rahmen der IARC Alterskennzeichen bei "Google Play", "Firefox Marketplace", "Microsoft Windows Store" und der "Nintendo eShop" ab.

Kennzeichnung für Online-Games

Zurzeit herrscht seitens der USK keine Kennzeichnungspflicht für Games die nur online oder als App zur Verfügung stehen. Dies soll allerdings in Zukunft durch ein staatlich anerkanntes System geändert werden. Anbieter von Onlinespielen sollen eine Alterskennzeichnung initiieren, damit Kinder und Jugendliche effektiver von problematischen Inhalten beschützt werden können. Ein Betreiber erhält die Kennzeichnungen „PEGI OK“, wenn er bestätigt, dass seine Webseite nicht einer der folgenden Inhalte beinhaltet: Gewalt, sexuelle Handlungen / Anspielungen, Nacktheit, Vulgärsprache, Glücksspiel, Verherrlichung oder Konsum von Drogen, Alkohol oder Tabak sowie angsteinflößende Szenenenthalten, darf er die Kennzeichnung "PEGI OK" verwenden.

Außerdem können folgende Begriffe zu verstehen geben, ob ein Spiel oder eine App jugendschutzrelevanten Inhalt beinhaltet:

  • Gewalt & Krieg
    Das Spiel/ die App enthält gewalthaltige Darstellungen. Diese können je nach Altersfreigabe in verschiedenen Grafikstilen umgesetzt sein, die von comichaft abstrakt bis zu realitätsnah reichen. Die Art der Gewaltdarstellung kann abhängig von der Intensität, inhaltlichen Konfliktsituation oder der betreffenden Produktkategorie in ihrer Alterszuordnung variieren.
    Deskriptoren: Abstrakte Gewalt, Gewalt, Explizite Gewalt, Kriegsthematik
  • Ängstigende Inhalte
    Das Spiel/ die App schafft eine düstere, beklemmende Atmosphäre oder Spannung, die gerade bei jüngeren Kindern Angst auslösen könnte.
    Deskriptoren: Seltene Schreckmomente, Ängstigende Inhalte, Grusel/ Horror
  • Erotik/ Sexuelle Inhalte
    Das Spiel/ die App thematisiert oder visualisiert erotische oder sexuelle Inhalte. Die sexuell geprägten Darstellungen oder sexuellen Referenzen müssen sich dabei stets unterhalb der Grenze zur Pornografie bewegen.
    Deskriptoren: Nacktheit/ Erotik, Sexuelle Andeutungen, Sex/ Erotik, Andeutungen sexueller Gewalt, Sexuelle Gewalt
  • Explizite Sprache
    Das Spiel/ die App enthält anstößige, vulgäre oder allgemein derbe Sprache und Schimpfworte.
    Deskriptoren: Gelegentliches Fluchen, Explizite Sprache
  • Kontrollierte Substanzen
    Das Spiel/ die App enthält die Thematisierung oder die Darstellung des Gebrauchs von kontrollierten Substanzen. Dies umfasst legale, medizinische und illegale Drogen gleichermaßen.
    Deskriptoren: Tabakkonsum, Alkoholkonsum, Drogenkonsum
  • Diskriminierung
    Das Spiel/ die App enthält bildlich, textlich oder im Kontext zu findende Hinweise auf Diskriminierung sozialer, geschlechtlicher, religiöser oder ethnischer Gruppen.
    Deskriptoren: Diskriminierung
  • Glücksspiel
    Das Spiel/ die App ermöglicht den Einsatz und den Gewinn/ Verlust von realer Währung.
    Deskriptoren: Glücksspiel mit Geldeinsatz

Zur Information über interaktive Elemente können zusätzliche Deskriptoren angegeben sein:

  • NutzerInneninteraktion
    Das Spiel/ die App ermöglicht Kommunikation, Datenaustausch oder generelle Interaktion zwischen NutzerInnen.
  • Standortweitergabe
    Das Spiel/ die App gibt den Standort des Nutzers oder der Nutzerin an Dritte weiter.
  • Onlinekäufe
    Das Spiel/ die App bietet zusätzliche Inhalte oder Items zum Kauf an.
  • Uneingeschränkter Internetzugriff
    Das Spiel/ die App ermöglicht uneingeschränkten Zugriff auf das Internet.
  • Inhalte für verschiedene Altersgruppen
    Das Spiel/ die App ist ein Streamingdienst oder Shop mit variablen Inhalten.

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