Cybermobbing: Ist mein Kind betroffen?

Kinder, die betroffen von Cybermobbing sind, können ganz unterschiedlich reagieren: Einige sind eingeschüchtert und ziehen sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Sie nutzen Computer und Internet weniger oder machen das Gerät sofort aus, wenn Eltern und Freunde in die Nähe kommen. Andere reagieren aggressiv oder werden krank.

Eine Mutter sitzt am Strand und beobachtet ihre Sohn beim Spielen am Wasser
Xavier Mouton Photograohy/Unsplash

Viele Betroffene von Cybermobbing ziehen sich von den Menschen in ihrer Umgebung zurück und verschließen sich. Sie erzählen weniger von der Schule, ihre Fröhlichkeit verschwindet. Sie leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit oder zeigen andere körperliche Beschwerden. Niedergeschlagenheit, fehlendes Selbstvertrauen, schwindende Lebensfreude, Misstrauen, Minderwertigkeitsgefühle – die Liste der psychischen Beeinträchtigungen ist lang.

Viele gehen plötzlich nur noch extrem ungern in die Schule und klagen über Bauchschmerzen. Ihre schulischen Leistungen fallen ab, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach oder ihre Interessen verändern sich. Viele Kinder sind auch nicht mehr gerne im Internet unterwegs und schließen Anwendungen wie Soziale Netzwerke, wenn jemand hinzu kommt. Sie wirken verstört, nachdem sie aufs Smartphone geschaut haben. Kommt es gleichzeitig zu Mobbing im realen Leben, können leichte Blessuren, beschädigte Gegenstände und Kleidungsstücke Eltern und Lehrern einen Hinweis auf das geben, was da passiert. Manchmal nehmen TäterInnen dem Opfer auch Gegenstände oder Geld ab, das sogenannte Abziehen.

Nicht selten blocken Kinder, die zum Opfer von Mobbing geworden sind, Fragen und Gespräche über Verhaltensänderungen oder andere Auffälligkeiten ab. Sie spielen sie herunter, reagieren mit Scham oder weichen Fragen aus.

Das können Eltern tun

Wenn das eigene Kind von Cybermobbing betroffen ist, können Eltern ihre Unterstützung anbieten – wenn das Kind gemobbt wird oder es selbst andere mobbt. In beiden Fällen ist es sinnvoll, in einem Gespräch nach möglichen Lösungen zu suchen. Wichtig ist dabei, die Maßnahmen immer vorab mit dem Kind zu besprechen. Fühlt es sich bei den Lösungsversuchen der Eltern übergangen, kann das Vertrauen zwischen Eltern und Kind beschädigt werden.

Mein Kind als Opfer

  • Belege über Screenshots (Bildschirmaufnahme) sammeln sowie alle verfügbaren personenbezogenen Informationen und solche, die den Vorfall beschreiben, also etwa Namen oder Nicknames (Spitznamen) der verantwortlichen Nutzer notieren. Außerdem Links zu dem Täter-Profil und den Fundstellen speichern, sofern der jeweilige Dienst das ermöglicht.
  • Sind die Beteiligten bekannt, sollten Eltern sie auffordern, die Inhalte zu entfernen. Manchmal ist den Beteiligten nicht klar, dass und wie sehr sie andere verletzen. Manchmal geben sie aber auch nur vor nicht gewusst zu haben, dass sie andere verletzen.
  • Löschen die Täter die Inhalte nicht freiwillig, können Eltern dies vom Betreiber fordern, dessen Kontaktdaten sie über den Hilfebereich oder das Impressum bzw. die Nutzungsbedingungen finden. Bei Plattformen können Nutzer häufig auch Inhalte über einen Button melden.
  • Bei schweren Verstößen können Eltern rechtliche Schritte einleiten, ggf. anwaltliche Beratung einholen und die verantwortlichen Nutzer bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Mein Kind als Täter

  • Eltern sollten mit ihrem Kind reden und versuchen die Gründe zu ermitteln, warum es andere bloßstellt, ausgrenzt oder beschimpft. Jeder Fall von Mobbing hat bei Opfern wie Tätern eine Vorgeschichte, die man herausfinden sollte. Ursachen können Unzufriedenheit oder die Suche nach Anerkennung sein.
  • Eltern können die Empfindungen des Opfers verdeutlichen und aufzeigen, wie unangenehm diese Lage ist, um sein Mitgefühl zu wecken. Gut, wenn sie Alternativen beschreiben können, wie man in Streitsituationen den Respekt wahrt.
  • In vielen Fällen ist es ratsam, Kontakt zu Eltern der anderen Täter aus der Gruppe aufzunehmen und zu besprechen, wie das Mobbing beendet werden kann.
  • Stellt das Kind auch nach Aufforderung der Eltern das Mobbing nicht ein, können Eltern Sanktionen aussprechen, wie etwa eine Surf- oder Chatpause. 

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