Daten schützen und sicher surfen: Tipps für Eltern

Eltern können ihre Kinder schon bei den ersten Klicks im Internet für den Datenschutz sensibilisieren, ein sicheres Surfumfeld schaffen, auf Vertrauenswürdigkeit von Angebote achten, Anmeldungen und App-Downloads zusammen vornehmen und ihnen mögliche schädliche Folgen aufzeigen.

Tobias Schult / SCHAU HIN!

Begleiten Eltern ihr Kind beim Surfen von Anfang an, können sie es altersgerecht für einen sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten sensibilisieren. So verstehen Kinder auch, warum Datenschutz wichtig ist – für ihre eigenen Daten und die der anderen, die genauso schützenswert sind. Hilfreich sind anschauliche Vergleiche: Kinder möchten nicht, dass private Informationen in der Klasse herumerzählt oder persönliche Bilder am Marktplatz ausgestellt werden. Angebote wie der Surfschein des Internet ABC helfen dabei.

Die Folgen von Datendiebstahl

  • Phishing
    Datendiebstahl kann verschiedene Folgen haben: Ungewollte Kontaktaufnahme, persönliche Beleidigungen und Verleumdungen (Cybermobbing) sowie die unerlaubte Weitergabe der Daten und deren weitergehende kommerzielle Nutzung (Spam-E-Mails, Kettenbriefe etc.) oder auch das gezielte Ausspionieren von weiteren Daten durch Phishing- und Pharming-E-Mails. Nutzer sollten sich in solchen Fällen an die zuständige Verbraucherzentrale wenden.
  • Pharming
    Generell gilt: Weniger ist mehr! Eltern sollten ihrem Kind empfehlen, möglichst keine persönlichen Daten wie den vollständigen Namen, die Telefonnummer, Adresse oder das Geburtsdatum, aber auch Bilder, Videos, Messenger-IDs, standortbezogene Daten oder Passwörter zu veröffentlichen oder an andere weiterzugeben. Dies gilt auch für die Daten anderer, die genauso zu schützen sind. Vor einer Veröffentlichung braucht man immer das Einverständnis aller beteiligten Personen. Ansonsten drohen rechtliche Konsequenzen. Im Zweifelsfall sollte man auf das Laden einer App, die bei der Anmeldung zu viele Berechtigungen am Smartphone einfordert und viele persönliche Daten abfragt, verzichten.

Tipps für mehr Datenschutz im Internet

Unpersönliche E-Mail-Adresse nutzen

Richten Eltern mit ihrem Kind eine E-Mail-Adresse ein, sollte diese nicht den vollständigen Namen, sondern z.B. einen Spitznamen oder allgemeine Begriffe enthalten, zum Beispiel hallo123@internet.de. Es ist auch ratsam, mehrere solcher E-Mail-Adressen einzurichten. So kann für den Kontakt mit Familie und Freunden eine andere E-Mail-Adresse verwendet werden, als für die Anmeldung im Internet.

Kein Onlineeinkauf alleine

Kreditkateninformationen gehören nicht in Kinderhände. Am besten auch nicht online hinterlegen. Ansonsten können für Eltern hohe Kosten entstehen.

Suchprofile deaktivieren

Oft speichern Suchmaschinen die Suchanfragen und erstellen daraus ein Suchprofil. Eltern sollten dieses „Tracking“ deaktivieren oder Suchmaschinen verwenden, die generell keine persönlichen Informationen sammeln. Für Kinder empfehlen sich ohnehin nur altersgerechte und werbefreie Kindersuchmaschinen.

Sicheres Passwort wählen

Eltern können ihrem Kind auch dabei helfen, ein sicheres Passwort zu erstellen. Das sollte möglichst lang sein, keinerlei Bezug zu persönlichen Daten enthalten und am besten aus einem Mix aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen bestehen. Damit man sich das Passwort gut merken kann, ist es hilfreich, es aus einem Satz abzuleiten: Aus "99 Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont!" wird so etwa "99LaiWzH!". Dabei ist es wichtig, Passwörter nirgends zu speichern und nie in der Online-Kommunikation preiszugeben, sondern nur für jeweils ein Benutzerkonto zu verwenden und häufig zu ändern.

Cookies

„Cookies“ lesen Daten beim Surfen aus. Darunter die IP-Adresse, Datum, Uhrzeit, woher Nutzer geografisch kommen, welche Seiten sie besucht haben und besuchen.

Cookies sollte man nur temporär erlauben, von Zeit zu Zeit löschen oder im Browser Option „Cookies nach Beenden der Sitzung löschen“ wählen. Wer verhindern will, dass andere nachvollziehen, welche Seiten man besucht hat, muss zudem die im Cache gespeicherten Seiten löschen. Die meisten Browser lassen sich auch so voreinstellen, dass sie abgerufene Seiten gar nicht erst im Cache auf der lokalen Festplatte speichern. Ebenso kann man bestimmen, ob der Verlauf gespeichert wird oder nach jedem abgeschlossenen Besuch verschwindet.

 

Sicher surfen

Nur auf geprüften Seiten surfen und eine verschlüsselte Online-Verbindung wählen — erkennbar durch "https://" oder das Schlosssymbol in der Adressleiste des Browsers.

Clouddienste genau prüfen

Angebote wie "GDrive" oder "Dropbox" bieten Nutzern virtuellen Speicherplatz an, damit sie jederzeit online auf ihre Daten zugreifen können. Oft befinden sich diese Speicher auf mehreren Servern auch außerhalb der EU rund um die Welt verteilt. Dort können unterschiedliche Datenschutzgesetze gelten und das europäische Datenschutzniveau, welches spätestens seit dem 25. Mai 2018 vollharmonisierten europäischen Datenschutz verlangt, kann nicht garantiert werden. Deshalb sollten Eltern sich genau über die Geschäfts- und Datenschutzbedingungen einzelner Anbieter informieren und mögliche Risiken mit den Vorteilen genau abwägen.

Auskunftsrecht nutzen

Eltern können von Anbietern Auskunft über die gespeicherten Daten verlangen sowie Daten, die nicht mehr verwendet werden sollen, sperren bzw. löschen lassen (§34 BDSG).

Synchronisierung deaktivieren

Automatische Synchronisierung der mobilen Geräte ausschalten, so dass Daten wie Bilder und Nachrichten nicht automatisch auf der Festplatte oder in der Cloud gespeichert werden.

Datenschutz bei Onlinegewinnspielen

Bei Gewinnspielen im Internet ist Vorsicht geboten. Sie dienen nur dem Zweck, Daten zu sammeln. Eltern sollten mit ihrem Kind vereinbaren, dass es die Formulare nicht allein ausfüllt, auch wenn der Gewinn noch so verlockend ist, dann können Eltern das Angebot selbst prüfen. Für die Teilnahme sollte eine E-Mail-Adresse reichen. Dafür eignet sich eine Zweitadresse, die nur für solche Zwecke genutzt wird und keine persönlichen Daten enthält.

Datenschutz bei Onlinespielen

Auch hier ist die Anmeldung bei Kindern Elternsache. Viele Onlinespiele bieten begleitende Chats an. Dort sollten Spieler wie sonst in der Online-Kommunikation auf persönliche Daten wie Links zu Profilen in anderen Diensten verzichten.

Datenschutz bei mobiler Kommunikation

Es ist wichtig, dass Eltern prüfen, ob ihr Kind schon reif für ein Smartphone ist und welche Anwendungen es darauf nutzt. Mit dem Kind im Gespräch können sie erklären, wie sensibel persönliche Daten gerade auch in der mobilen Kommunikation sind und außerdem die Sicherheitseinstellungen aktivieren sowie eine Jugendschutz-App installieren.

Auch Apps lesen persönliche Daten aus und geben diese weiter. Die Installation ist daher Elternsache. Eltern prüfen am besten vorher, auf welche Daten die App zugreift und welche Berechtigungen sich die App einholt. Nutzen Sie zudem die Einstellungen in der App. Gerade mobile Messenger wie WhatsApp oder Facebook Messenger sind zwar praktisch und meist kostenlos, jedoch problematisch im Hinblick auf den Daten- und Jugendschutz und auch laut der AGB für Kinder nicht geeignet.

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