Faszination YouTube: Das schauen junge NutzerInnen

YouTube ist bei Jugendlichen überaus beliebt. Man kann Videos schauen und kommentieren, Stars anhimmeln, sich selbst darstellen, doch gibt es auch Probleme mit Jugendschutz und unreflektierter Selbstinszenierung, Cybermobbing und Kommerzialisierung.

John Schnobrich / unsplash

Das erste Video "Me at the Zoo" ist wenig spektakulär: Es zeigt den Co-Gründer von YouTube vor zwei Elefanten, der erklärt, dass das Besondere an diesen Tieren die langen Rüssel sind. Nach 18 Sekunden ist der Clip vorbei. Und doch wurde er bereits über 21 Millionen Mal angeklickt. Das ist der Beginn der medialen Erfolgsgeschichte von YouTube, des größten Videoportals der Welt. Heute kommt in jeder Minute Videomaterial von 300 Stunden Länge dazu, der Videodienst hat weltweit über eine Milliarde NutzerInnen. Täglich werden auf YouTube Videos mit einer Gesamtdauer von mehreren hundert Millionen Stunden wiedergegeben und Milliarden Aufrufe generiert.

Zu den beliebtesten YouTube-Kanälen in Deutschland zählen Julien Bam und BibisBeautyPalace mit jeweils über fünf Millionen Abonnenten. Beide sind für ihr junges Publikum längst zu Stars geworden. Auch die Comedyvideos von Simon Desue (vier Millionen AbonnentInnen) sprechen besonders junge ZuschauerInnen an. Zu den beliebtesten in Deutschland zählt auch der Gamer Gronkh (4,8 Millionen AbonnentInnen). YouTuberInnen sind oft Vorbilder, bester Kumpel, große Schwester und Ersatzelternteil in einem. Jugendliche fühlen sich YouTuberInnen näher als Popstars oder Fernsehschönheiten, da sie direkt zu ihren Fans sprechen und mit ihnen auf YouTube und anderen Sozialen Netzwerken kommunizieren. Sie sind die neuen Stars, wie astronomische Klickzahlen, hohe Profite durch Beteiligung an Werbeeinnahmen und das große Fanpublikum bei den Videodays zeigen.

Ihre Meinung beeinflusst die ihrer ZuschauerInnen – sie sind zu InfluencerInnen geworden, die auch im Auftrag von Firmen Produkte, Dienstleistungen und andere Angebote testen, bewerten und empfehlen. Nicht nur das kann für junge YouTube-NutzerInnen ein Risiko darstellen: Unmoderierte Kommentare, ungeeignete Videoinhalte und der Vergleich mit unrealistischen Idealen machen die Videoplattform unsicher besonders für junge AbonnentInnen.

Was Heranwachsende auf YouTube schauen

YouTube ist fester Bestandteil des Alltags der meisten Jugendlichen. Die JIM-Studie 2016 belegt, dass die Plattform für zwei Drittel der deutschen Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren das beliebteste Online-Angebot überhaupt ist. 86 Prozent aller Jugendlichen schauen mehrmals pro Woche bei YouTube rein, 56 Prozent sogar täglich. Die Liste bedeutsamer YouTube-Genres führen Musikvideos an, die von 55 Prozent der YouTube-NutzerInnen mehrmals pro Woche angesehen werden. Kurze lustige Clips schauen 40 Prozent regelmäßig. Es folgen Let’s Play-Videos, in denen man anderen beim Gaming zusehen kann (33 %), und Comedy-Formate (32 %), aber auch Videos mit ernsthaften Inhalten: YouTuberInnen, die Nachrichten und das aktuelle Geschehen präsentieren und kommentieren (22 %), Lernvideos bzw. Tutorials (21 %) und Videos, bei denen es um Sport geht (21 %). 16 Prozent der befragten Jugendlichen finden Mode- oder Beauty-Videos wichtig, ähnlich groß ist der Anteil derer, die sich regelmäßig Fernsehsendungen oder Ausschnitte davon ansehen.

Jedem/r zehnten YouTube-NutzerIn dient die Plattform als digitale Nachhilfe, auf der er Erklärvideos zu Themen für die Schule anschaut. Ebenso beliebt sind Videos, die sich als Kaufhilfe oder Anleitung für Produkte verstehen. Eigene Videos stellen nur zwei Prozent der jugendlichen YouTube-NutzerInnen regelmäßig ein – gerade zehn Prozent sind überhaupt als „ProduzentIn“ tätig.

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