InfluencerInnen – Das verbirgt sich hinter den Idolen aus dem Internet

Kinder und Jugendliche folgen InfluencerInnen in Sozialen Netzwerken, also auf YouTube, Instagram und Snapchat. Sie schauen sich deren Fotos und Videos an und eifern dem Lifestyle ihrer Idole nach. Die wiederum halten Produkte in die Kamera und werden dafür bezahlt. Ihre Follower- und Klickzahlen sind die Basis ihres Einkommens durch Werbung.

Joshua Rawson / unsplash

Soziale Medien erfüllen Bedürfnisse, die Heranwachsende schon immer hatten. Sie helfen, Beziehungen zu pflegen, sich zu informieren und herauszufinden, wer man ist. So gesehen funktionieren YouTube, Instagram und Facebook wie ein Spiegel. Man kann sich darin betrachten, sich mit anderen vergleichen und man kann Influencer bewundern und ihnen nacheifern – so wie Heranwachsende schon immer Stars genutzt haben, um herauszufinden, wer sie selbst sind. Doch während die Stars von früher auf einem Poster im Kinderzimmer hingen, ihre Fans sie anhimmelten und dabei wussten, dass ihr Star ihnen immer fern bleiben würde, treten Follower heute mit ihrem Star in Verbindung und umgekehrt. Idole im Internet sprechen die Sprache ihrer jungen Fans und haben dieselben Themen. Sie drehen ihre Clips aus Kinderzimmern und sind vermeintlich ganz nah. Wer auf Instagram, YouTube oder Snapchat seinem Idol folgen will und deshalb auf das kleine Herz unter seinem Portrait klickt und ihn liked, tritt mit seinem Star in Beziehung. Und wer selbst ein Bild von sich postet, hat die Chance, dass viele andere ihn anklicken und wird vielleicht selbst zum Influencer.

Die beliebtesten YouTuberinnen und YouTuber

Die digitale Prominenz in Deutschland ist 20 bis 30 Jahre alt. Auf YouTube ist Bianca Claßen, genannt Bibi, Spitzenreiterin. Ihrem Kanal „BibisBeautyPalace“ folgen 5,5 Millionen Fans. Julien Bam folgt mit fünf Millionen Abonnenten. Auch die Comedyvideos von Simon Desue (vier Millionen Abonnenten) sprechen besonders junge Zuschauer an. Zu den beliebtesten in Deutschland zählt auch der Gamer Gronkh (4,8 Millionen Abonnenten). Die zweite Frau an der Spitze ist Dagi Bee mit 3,9 Millionen Abos auf ihrem Kanal. Die Reichweite der YouTuber ist enorm und deshalb haben viele Firmen das Influencer-Marketing für sich entdeckt.

Die größten Instagram-Kanäle

Auf Instagram sind vor allem Fußballer an der Spitze: Toni Kroos mit über 19 Millionen Followern und Mesut Özil mit knapp 18 Millionen. Den Sportlern folgen weltweit nicht nur junge NutzerInnen. Doch auch bei Heranwachsenden beliebte Kanäle sind ganz weit oben: Die Zwillinge Lisa und Lena, die durch die App Musical.ly (jetzt TikTok) bekannt wurden und Bianca von „BibisBeautyPalace“ unter den Top Ten der größten Instagram-Kanäle Deutschlands.

Influencer: Die neuen Idole

Dabei sind Influencer im Internet oft Vorbilder, beste Kumpel, großer Bruder, große Schwester und Ersatzelternteil in einem. Jugendliche fühlen sich ihnen näher als Popstars oder Fernsehschönheiten, weil sie direkt zu ihren Fans sprechen, mit ihnen in Sozialen Netzwerken kommunizieren und manchmal auch bei Kummer beraten. YouTube-Stars nutzen auch andere Plattformen wie Snapchat und Instagram, um ihr Leben online zu teilen und die Community mit einzubeziehen. Das kann gerade junge NutzerInnen dazu animieren, selbst Bilder und Clips von sich online zu veröffentlichen und dabei tiefe Einblicke in ihre Privatsphäre zu geben. Das birgt Risiken für Datenschutz, Mobbing oder Belästigung.

Versteckte Werbung

Einige Mode- und Lifestyle-YouTuber betreiben gezieltes Product Placement, indem sie ihre Einkäufe in die Kamera halten. Diese Videos werden „haul“ genannt, deutsch „Ausbeute“. Sie können Jugendliche beeinflussen, zumal sie selten als Werbung oder „Sponsored Post“ gekennzeichnet sind. Das Instagram-Tool „Bezahlte Partnerschaft mit“ reicht jedenfalls nicht aus, bemängeln Kritiker. Was ist Werbung? Was ist keine? Und wenn es Werbung ist, wie muss sie dann gekennzeichnet werden? Für den Betrachter ist häufig nicht klar, welche Posts bezahlt sind und welche nicht. Werbung ist in Sozialen Netzwerken weniger transparent als in den klassischen Medien.

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