Gewalt in Film und TV: So schützen Sie Kinder

Blutrünstige Actionfilme oder Kriegsbilder in TV-Nachrichten: Kinder und Jugendliche können in Film und Fernsehen mit gewalthaltigen Inhalten konfrontiert werden. Um sie davor zu schützen, begleiten Eltern am besten gerade jüngere Kinder bei der Mediennutzung, achten auf altersgemäße Inhalte, nutzen die Möglichkeiten des technischen Jugendschutzes und setzen sich mit älteren Kindern mit Gewaltinszenierungen kritisch auseinander. SCHAU HIN! erklärt das Vorgehen.

Ein Mädchen sitzt im Dunklen allein auf der Couch und guckt TV
Inti St. Clair/Fotolia

Begleiten Eltern ihre Kinder von Anfang an durch die Medienwelt, können sie eher darauf achten, dass sie nicht mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden. Hilfreich ist dabei auch, gewaltfreie alters- und kindgerechte Inhalte anzubieten. Bei jüngeren Kindern ist es besonders wichtig sie vor Gewalt zu schützen, während Eltern bei älteren Kindern und Jugendlichen das Gespräch suchen können, um sie zu einem kritischen Umgang mit Gewaltinszenierungen in Medien zu animieren. Dabei können sie auch deutlich ihren Standpunkt dazu vermitteln.

Die Tipps zum Schutz der Kinder

  • Alter beachten
    Was zumutbar ist, hängt vom Alter ab. Vorschulkinder überfordern vor allem Gewalthandlungen, die Urängste berühren (Trennung, Tod usw.). GrundschülerInnen verkraften das schon bester – sie treffen drastische Darstellungen von Leichen und Verletzungen, Schockmomente und bedrohliches Geschehen stärker. Ältere Kinder verunsichern besonders realistische Gewaltdarstellungen, die sich in Kontexten abspielen, die sie aus ihrem eigenen Umfeld kennen.
  • Sendung einordnen
    Kinderfreundliche Programme und Filme sind nachvollziehbar und verständlich, haben eine positive Grundstimmung. Spannende Phasen wechseln sich mit entspannenden ab. Ein Happy End löst die Geschichte auf. Wird Gewalt ausgeübt, darf diese nicht drastisch inszeniert sein, die Rollen (TäterIn/Opfer) sind eindeutig und werden entsprechend im Kontext der Geschichte eingeordnet. Wird Gewalt als probate Konfliktlösungsstrategie dargestellt oder anders legitimiert, ist das Programm für Kinder nicht geeignet.
  • Altersfreigaben beachten
    Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK und FSF) erteilen Altersfreigaben für Medieninhalte, die als Orientierung für Eltern dienen sollen, auch wenn sie keine pädagogischen Empfehlungen aussprechen.
  • Pädagogische Empfehlungen nutzen
    Aktuelle TV-Tipps finden Eltern in den Programmtipps und auf den Kinderseiten geeigneter Programmzeitschriften. Der Ratgeber FLIMMO hilft bei der pädagogischen Einschätzung von TV-Sendungen. Eine Übersicht geeigneter Kinder-Filme finden Eltern z.B. bei kinderfilmwelt.de, kinofenster.de, visionkino.de und top-videonews.de. Zudem finden Eltern über andere Eltern, Bibliotheken oder die Schule Empfehlungen für gewaltfreie Inhalte, die sie ihrem Kind anbieten und gemeinsam mit ihm erkunden können. Technischen Schutz verwenden und anpassen
  • Kind beobachten
    Schauen Sie mit jüngeren Kindern gemeinsam und bleiben Sie bei älteren in Reichweite. Zeigt ihr Kind beim Zuschauen Anzeichen von Angst oder Anspannung (Augen zuhalten, verstecken, zappeln), fragen Sie es, ob es die Sendung wirklich weitersehen möchte. Möchte das Kind weiterschauen, z.B. um den guten Ausgang der Geschichte zu erleben, so geben Sie ihrem Kind Sicherheit, z.B. indem sie es in den Arm oder auf den Schoß nehmen.
  • Verarbeiten lassen
    Geben Sie ihrem Kind Gelegenheit, das Gesehene zu verarbeiten. Herumtoben, das Gesehene nachzuspielen oder zu malen, hilft, die Eindrücke zu verarbeiten. Sprechen sie mit ihrem Kind über das Gesehene und beantworten Sie Fragen. Dies ist besonders wichtig, wenn es sich um reale Ereignisse handelt oder um fiktive Geschichten, die nah an der Lebenswelt von Kindern sind.
  • Gewaltinhalte hinterfragen
    Eltern können die Gewaltdarstellungen auch mit älteren Kindern und Jugendlichen anhand der vorgestellten Leitfragen hinterfragen, um sie dafür zu sensibilisieren und zu einer kritischen Haltung gegenüber der Inszenierung von Gewalt in Medien animieren. Insbesondere kann dabei der Frage nach alternativen gewaltfreien Lösungsmöglichkeiten nachgegangen werden.
  • Standpunkt gegenüber Jugendlichen vertreten
    Jugendliche konsumieren Gewalt in Medien oft um die eigenen Grenzen zu testen, als Mutprobe oder einfach um mitreden zu können. In einem Gespräch können Eltern ihr Kind fragen, ob und warum es gewalthaltige Inhalte nutzt. Dabei können sie selbst das Selbstbewusstsein ihres Kindes stärken, um z.B. dem Gruppendruck zu wiederstehen, und einen klaren Standpunkt einnehmen.

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