Körperkult in Sozialen Netzwerken – Tipps für Eltern

Der überhöhte Körperkult, vor allem in Sozialen Netzwerken wie Instagram, YouTube oder Facebook, kann Jugendliche verunsichern und Komplexe verstärken.

Maedchen am Strand mit dem Smartphone in der Hand.
Gianandrea Villa / Unsplash

Stereotype Beispiele in sozialen Medien dienen vielen Heranwachsenden als Kompass für ihr Körperbild: Mädchen streben dünne Körperideale an, während Jungen sich in dominanten Posen und Muskelspielen üben. Medienbilder von Stars und AltersgenossInnen wirken für Kinder und Jugendliche als Norm dessen, was sozial akzeptiert und nachahmenswert erscheint. Die ständige Anwesenheit scheinbar perfekter Vorbilder führt zu sozialem Druck und einer nicht immer gesunden Überidentifikation. Dass diese Ideale inszeniert sind und keinen „Normalfall“ darstellen, lässt sich für viele Heranwachsende nur schwer durchschauen. Einer Studie zufolge hält ein Drittel der deutschen Internet-NutzerInnen über 14 Jahre Influencer für besonders glaubwürdig, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es 41 Prozent. Eltern sollten solche Schönheits- und Körperideale sowie die Inszenierung in Sozialen Netzwerken gemeinsam mit dem Kind kritisch hinterfragen.

Orientieren sich Jugendliche an besonders attraktiven und stereotypen Personen, die sich auffällig inszenieren, kann sie das unter Druck setzen. Wichtig ist daher, solche Stereotype zu thematisieren und Kinder und Jugendliche darin zu bestärken sich kritisch mit Körperkult und medialem Schönheitswahn auseinander zu setzen. Wichtig ist, dass Eltern das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen stärken und ihre Fähigkeiten und Neigungen anerkennen. Dadurch fühlen sich die Kinder ernstgenommen, wertgeschätzt und sind besser geschützt davor, Unsicherheiten zu kompensieren, indem sie manchmal fragwürdige Idole nachahmen.

Tipps für AlltagsheldInnen

  • Auf altersgerechte MedienheldInnen achten
    Empfehlenswert sind MedienheldInnen, die zum Alter, den Vorlieben und den gerade aktuellen Themen der Kinder passen.
  • Kind mit Schwärmereien respektieren
    Auch wenn man die sehr inszenierte Welt der Influencer insgeheim für kommerziellen Quatsch hält, sollte man den Zugang zu seinen Kindern erhalten.
  • Interesse zeigen
    Ungeachtet des Alters ist es wichtig, dass Eltern sich für die aktuellen Vorbilder aus der Medienwelt interessieren und Kinder nach ihren Beweggründen für ihre Begeisterung fragen.
  • Über Hintergründe aufklären
    Sowie ältere Kinder und Jugendliche über Marketing und Inszenierungen informieren und ihnen vermitteln, dass diese auch kritisch zu reflektieren sind. Kinder haben feine Antennen und wenden sich ab, wenn sie manipuliert werden – oder jemand den Bogen in Sachen Kommerzialisierung überspannt.
  • Im Gespräch bleiben
    Eltern können Kindern helfen, zwischen fremder Marke und eigener Meinung, zwischen Autorität der „Beeinflusser“ und Entscheidungen, die man selbst trifft, zu unterscheiden.
  • Selbstbewusstsein stärken
    Das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen durch Anerkennungen ihrer Fähigkeiten und Neigungen stärken.

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