Let’s Play: Gaming-Filme auf YouTube

Die Let's Play-Szene hat Millionen Fans, Gamer spielen die Hauptrolle, die meisten Videos gibt es auf YouTube und Twitch. Der Spieler wird vom Konsument zum Produzent: Er filmt sich beim Zocken und lässt so ein breites Publikum daran teilhaben. Teil der Handlung sind auch Kommentare des Let’s Players, die teils provokant, zynisch und sexistisch sein können. Gut, wenn sich Eltern mal mit ins Publikum setzen und mit ihrem Kind Filmkritiker spielen.

Ein Mikrophon steht auf einem Laptop
samer daboul/Pexels

YouTube-Kanäle wie Gronkh, Paluten, Ungespielt oder PietSmiet erreichen Millionen mit Let’s Plays, in denen sie in mehreren gestreamten Episoden Games spielen und kommentieren. NutzerInnen erhalten so einen direkten Eindruck von dem Spiel, lernen bestimmte Tricks oder lassen sich einfach unterhalten. Die anschaulichen Erklärungen, der Seriencharakter, das Gemeinschaftsgefühl und die GamerInnen selbst machen den Erfolg aus. Ein wichtiger Aspekt ist die Zugehörigkeit zur Community rund um die Games- und Let’s Play-Szene sowie zu den Fans bestimmter Spiele oder Genres.

Faszination verstehen

SpielerInnen teilen in Let’s Plays ihre Erlebnisse unmittelbar mit anderen. Das ist wie über einen guten Film zu sprechen, nur dass man nun selbst die Hauptrolle spielt. Diese kreative Art, sich mit Medien zu beschäftigen, macht Jugendliche von KonsumentInnen zu ProduzentInnen. Auch für ZuschauerInnen sind Let’s Plays ein Erlebnis, sie nehmen sich als Teil der Community wahr und erfahren Eindrücke aus erster Hand. Doch auch Altersfreigaben, Starkult, versteckte Werbung und Urheberrechte spielen da eine wichtige Rolle. Am besten schauen Eltern mit ihrem Kind Let’s Plays an und besprechen, was zu beachten ist.

Altersfreigaben beachten

Dies ist ein guter Anlass, um über beliebte Spiele und Spielgewohnheiten ihres Kindes zu sprechen und darauf zu achten, ob diese Spiele für das Alter ihres Kindes freigegeben sind. Denn Let’s Plays können auch Spiele zeigen, die ab 16 oder 18 Jahren freigegeben sind, und Kinder dazu verlocken, auch solche Games zu spielen. Kritisch ist zudem wenn Let's PlayerInnen vor allem auf Gewalt abzielen und etwa besonders grausame Wege zeigen, Gegner zu töten, oder Spielszenen zynisch oder sexistische kommentieren. auch wenn dies für das Spiel nicht notwendig ist.

Generell ist zu beachten, dass YouTube für die selbstständige Nutzung ein Mindestalter von 16 Jahren erfordert. Besonders für jüngere Kinder ist zu empfehlen, dass sie nur in Begleitung oder Reichweite der Eltern Videos schauen. Dabei sollte auch der eingeschränkte Modus aktiviert sein. Für den Einstieg eignen sich vor allem redaktionell betreute Videoplattform wie juki.de oder das Kinderangebot YouTube Kids.

Generell ist zu beachten, dass YouTube für die selbstständige Nutzung ein Mindestalter von 16 Jahren erfordert.

Starkult thematisieren

Let’s Plays leben nicht vom Spiel allein, sondern vor allem von den SpielerInnen. Als Moderator präsentieren diese ihre Beiträge interessant, sprachgewandt und unterhaltsam. Damit erreichen sie immer mehr Fans und AbonnentInnen ihrer Kanäle, also ZuschauerInnen ihrer eigenen Show. Jeder kann so zum gefragten Experten oder zur Expertin werden und sich eine eigene Fan-Community aufbauen. Um die Bekanntheit zu erhöhen, pflegen die YouTuberInnen den Kontakt zu ihren Fans und vermarkten ihre Videos über Soziale Netzwerke oder Veranstaltungen wie die VideoDays.

Eltern können fragen, welche Let’s PlayerInnen ihr Kind mag und wieso. Dabei können sie über Starkult und Selbstvermarktung sprechen sowie darauf hinweisen, dass viele „Stars“ ihren Kanal als Erwerbszweck betreiben. Auch Let’s Player sind zu Influencern geworden. Für Kinder muss klar sein, dass sie nicht ebenso viel Zeit investieren können wie professionelle Let’s PlayerInnen – und dass die Chance, genauso erfolgreich zu werden, sehr gering ist.

Über versteckte Werbung aufklären

Die KanalbetreiberInnen arbeiten meist direkt mit Spiele- und Zubehörherstellern zusammen und verdienen Geld, indem sie über gezieltes „Product Placement“ bestimmte Spiele bewerben, oft auch ohne Clips als „Sponsored Post“ zu kennzeichnen. Dies funktioniert ähnlich wie bei anderen YouTuberInnen, die Styling-Tipps geben oder ihre Einkäufe präsentieren („Unboxing“ bei technischen Produkten bzw. „Hauls“ bei Kosmetik und Kleidung). Eltern können mit ihrem Kind über diese Form der Werbung sprechen und ihrem Kind raten, skeptisch zu sein, wenn jemand allzu euphorisch ein Spiel anpreist. Objektive Informationen zu Spielen bieten spieleratgeber-nrw.de oder spielbar.de.

Urheberrechte berücksichtigen

Wer Let’s Plays veröffentlicht, nutzt meist urheberrechtlich geschützte Inhalte. Dafür braucht man in der Regel die Zustimmung des Rechtinhabers, also des Spielherstellers. Wichtig ist, dass solch eine Zustimmung vorliegt, bevor man Let’s Plays online stellt. Aufgrund des Werbeeffekts bieten manche „Duldungserklärungen“ an, in denen sie das nicht-kommerzielle Anbieten von Videomaterial oder Screenshots auf YouTube oder anderen Plattformen erlauben. Das Portal wholetsplay.com listet auf, wie Hersteller zu Let’s Plays stehen. Weitere Informationen zum Stichwort Urheberrecht finden Eltern bei irights.info und Jugendliche bei checked4you.de oder netzdurchblick.de.

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