Lootboxen: Kinder dürfen nicht ausgenutzt werden

Lootboxen sind für Eltern ein Thema: In einigen Konsolen-Spielen und Spiele-Apps lassen sich Überraschungskisten gegen echtes Geld erstehen – der Inhalt ist dabei ungewiss. Die Angebote wirken oft verlockend, für Kinder ist dieses Gewinnspielprinzip schwer zu durchschauen. Die Boxen können wichtige Ausrüstungsgegenstände enthalten, allerdings gibt es auch viele Nieten mit weitestgehend nutzlosen Extras. Die Praxis soll den Herstellern mehr Geld einbringen.

Eine Schatzkiste, aus der es golden strahlt
David Bartus/Pexels

Lootboxen sind Überraschungskisten, deren Inhalt durch Zufall bestimmt wird. Der Spieler investiert virtuelle Währung oder echtes Geld in ihren Kauf, ohne vorher zu wissen, ob er aus dem Inhalt der Box einen Nutzen ziehen kann. Besonders kritisch ist das Prinzip, wenn ohne diese Investitionen der Spielverlauf behindert wird – so wird der Anreiz, Lootboxen zu kaufen, noch gesteigert.

Sind Lootboxen Glücksspiel?

Anfang 2018 wurde öffentlich über ein Verbot von Lootboxen diskutiert. Kritiker sehen in ihnen eine Form des Glückspiels, das laut Glücksspielgesetz für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht zugänglich sein darf.

Ich halte es für denkbar, dass Lootboxen gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche verstoßen könnten.

Vorsitzender der Jugendschutz-Kommission, Dr. Wolfgang Kreißig

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), verantwortlich für die Einhaltung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags in TV und Internet, bewertet Lootboxen kritisch. Sie sieht die jugendschutzrechtliche Relevanz besonders unter dem Aspekt der unzulässigen Werbung.

Spiele vorher prüfen

Das Prinzip der Lootboxen zeigt: Es ist wichtig, dass Eltern im Blick haben, was ihr Kind spielt. Denn ob in einem Spiel – kostenlos oder nicht – Lootboxen zum Einsatz kommen, ist oft nicht so schnell ersichtlich. Im App Store von Apple muss vor dem Download angegeben werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeiten sind, bestimmte Gegenstände zu erhalten.

Lange Zeit waren Lootboxen besonders in kostenlosen Spiele-Apps verbreitet. Inzwischen versuchen auch Spielehersteller von Konsolenspielen, nach diesem Prinzip zusätzlich zum Kaufpreis Geld einzunehmen.

Gemeinsamer Einstieg

Damit Kinder nicht in die Kostenfalle tappen und das Prinzip der Lootboxen durchschauen, klären Eltern sie am besten vorab darüber auf. Am besten funktioniert es, wenn ein neues Spiel zu Beginn gemeinsam in der Familie gespielt wird, damit Eltern sich selbst ein Bild davon machen und die versteckten Risiken und Kostenfallen entdecken können. So können sie ihr Kind bei den ersten Spielrunden auf Fallstricke wie Lootboxen aufmerksam machen, die Mechanismen erläutern und sie für Folgekosten sensibilisieren.

Altersgerechte Alternativen

Besonders für jüngere Kinder sind Konsolenspiele und Apps mit Features wie Lootboxen nicht geeignet. SCHAU HIN! empfiehlt, für den Einstieg in die Spielewelt altersgerechte Spiele zu wählen.

Pädagogische Einschätzungen von Spielen finden Eltern auch bei Spieleratgeber NRW, app-geprüft.net und klick-tipps.net.

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