MedienheldInnen – die Vorbilder unserer Kinder

Eltern sind die ersten, an denen Kinder sich orientieren. Doch bald schon treten Medienheldinnen und -helden als Vorbilder an ihre Seite, die Kinder stark beeindrucken. Sie bieten Orientierung in Alltagssituationen, sind ein Spiegel für eigene Gefühle und prägen die Kindheit mit. Wenn Eltern Interesse für die MedienheldInnen ihrer Kinder zeigen, erfahren sie, was ihr Kind im Moment bewegt.

Ein Teenagermädchen guckt in die Kamera und steht vor einem Gitter
Max Felner/Unsplash

Barbie, Batman, Bibi Blocksberg, Lillifee oder Spongebob – verschiedene Charaktere bieten Kindern eine Fülle von Identifizierungsmöglichkeiten. Eine Figur kommt für Kinder als Idol in Frage, wenn sie auch bei FreundInnen beliebt ist, man selbst gern mit ihr befreundet wäre und sich in ihrem Erleben wiederfindet. Es gibt Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Im Vor- und Grundschulalter bevorzugen Jungen mutige (Anti-) Helden wie Spiderman oder Bart Simpson. Mädchen tendieren eher zu weiblichen Figuren wie Prinzessin Lillifee und Bibi Blocksberg oder zu kindlichen Tierfiguren, die spannende Abenteuer erleben und mit Grips und Geschick ans Ziel kommen, wie der Hase Felix, Tabaluga oder Pu der Bär. Später kommen Idole hinzu, in denen mitunter Geschlechterrollen stark überzeichnet werden. Hier können Eltern Kinder ermuntern, dies zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Besonders kleine Kinder identifizieren sich stark mit ihren Idolen und schlüpfen geradezu in deren Haut – sie vermengen dabei Erlebtes und Gesehenes, werden zu ihren eigenen Helden. Wenn sie mit Spielfiguren die Erlebnisse ihrer MedienheldInnen nachspielen, erleben sie auch deren Abenteuer noch einmal. Deshalb brauchen sie Vorbilder, die sich weiterentwickeln.

Kinder grundsätzlich von der Wahl eines Medienvorbildes abhalten zu wollen, wird heute kaum mehr möglich sein. Doch Eltern können darauf achten, wem ihr Kind nacheifert und so einen Eindruck gewinnen, in welcher Entwicklungsphase sich ihr Kind befindet und welche Themen es gerade beschäftigen. Sie sollten sich darüber klar werden, welche Figuren dem Alter des Kindes entsprechen und darauf achten, dass MedienheldInnen nicht die einzigen Figuren sind, die Kindern Orientierung geben.

So will ich auch sein!

Welche Figur ein Kind zum Vorbild wählt, hängt von seinem Alter, seinen Interessen, seinem Umfeld und auch vom Zeitgeist ab. Aus welchen Bereichen die Medienhelden stammen, erkundet die KIM-Studie 2016.

So schwärmen zwei Drittel der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren für eine bestimmte Person oder Gruppe. Mit 39 Prozent kommt diese am häufigsten aus dem Bereich Film und Fernsehen. Jedes vierte Kind nennt eine Person aus dem Bereich Sport, jede/r Fünfte bewundert eine Person oder Gruppe aus der Musikbranche. Für jedes zehnte Kind kommt die besonders verehrte Person aus dem privaten persönlichen Umfeld und fünf Prozent favorisieren Figuren aus Büchern oder Comics. Mädchen und Jungen suchen sich ihre Vorbilder in verschiedenen Bereichen: Während Sportidole für Jungen eine sehr große Projektionsfläche bieten, schwärmen Mädchen für Personen aus der TV-, Kino- oder Musikbranche. Mit steigendem Alter der Kinder werden Vorbilder aus dem privaten Umfeld sowie aus Büchern oder Comics seltener genannt, während die Nennung von Idolen aus den Bereichen Musik und Sport zunimmt.

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