Medien ohne Ende - wann ist viel zu viel?

Medien können Kinder und Jugendliche fesseln. Chatten in Sozialen Netzwerken, Surfen und Spielen im Internet – die Faszination lässt Kinder gar nicht mehr los. Sie vergessen die Zeit, stehen unter sozialem Druck. Hier sind Eltern gefragt, damit sich eine exzessive Mediennutzung erst gar nicht entwickelt.

Ein Jugendlicher arbeitet im Dunkeln an einem Computer
Mark Cruz/Fotolia

Games, Chats und Videos können für Kinder und Jugendliche so reizvoll und spannend sein, dass sie damit gar nicht mehr aufhören wollen. Durch Smartphones stehen digitale Angebote auch unterwegs zur Verfügung. Viel Streit in Familien entsteht, weil die Meinungen darüber, wieviel Mediennutzung normal und angemessen ist, bei Eltern und Kindern oft weit auseinander gehen. Eltern fühlen sich mitunter hilflos und wissen nicht genau, wie sie dem Einhalt gebieten können.

Öffentlich ist oft von „Mediensucht“ die Rede – das beunruhigt Eltern zusätzlich. Es müssen jedoch mehrere Faktoren zusammen kommen, bis sich aus einer intensiven Mediennutzung eine krankhafte Sucht entwickelt. Entgegen des weit verbreiteten Alarmismus ist der Anteil Jugendlicher mit exzessiver Mediennutzung relativ klein und zeitlich begrenzt. Von Mediensucht zu sprechen, ist grundsätzlich schwierig, denn die Sucht nach Medien ist noch nicht offiziell als Krankheit anerkannt. Exzessive Mediennutzung lässt sich nicht allein an der verbrachten Zeit messen. Ausschlaggebend ist vor allem, inwieweit es durch die Nutzung zu gesundheitlichen, leistungsbezogenen, sozialen oder emotionalen Problemen kommt, wie etwa eine extreme gedankliche Fixierung oder depressive Reaktionen bei längerer Abstinenz. 2018 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Kriterien für eine Computerspielsucht offiziell festgeschrieben. Damit wird jedoch nur ein Teilbereich des breiten Medienspektrums abgedeckt.

Das Phänomen ist dennoch ernst zu nehmen, denn Smartphones und das Internet bergen durchaus Suchpotential. So sind gesundheitliche Schäden möglich. Außerdem kann eine exzessive Mediennutzung Entwicklungschancen beeinträchtigen oder auf persönliche Probleme des Kindes hinweisen.

Wissen, was das Kind im Netz treibt

Das Interesse der Eltern, was genau ihre Kinder im Netz machen, welche Seiten sie mögen oder welche Spiele sie spielen, ist wichtig für Heranwachsende. Dafür sollten Eltern ihre Kinder von Anfang an begleiten und frühzeitig über die Risiken, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten der Mediennutzung sprechen. Es ist ja nicht falsch, dass Kinder schon früh den Umgang mit Medien lernen und mit Unterstützung der Eltern immer besser einschätzen können, wie Chancen und Risiken verteilt sind. Ob Kinder wissen, was eine gute Website von einer schlechten unterscheidet, dass man mit privaten Daten vorsichtig umgehen muss, was beim Chatten geht und was nicht – diese Kenntnisse erwachsen im Gespräch. Auf dieser Grundlage können Eltern gemeinsam mit ihrem Kind die Mediennutzungszeiten festlegen. Die Vorgaben müssen nicht in Stein gemeißelt sein, im Gegenteil: Die besten Regeln wachsen mit.

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