Papa, leg das Handy weg! Eltern als Vorbild

Eltern sind auch beim Gebrauch von Medien die wichtigsten Vorbilder in der Familie. Kinder lernen durch das Nachahmen und übernehmen bestimmte Verhaltensmuster und Nutzungsweisen von ihren Eltern. Indem sie mit gutem Beispiel voran gehen, haben Eltern eine gute Chance, ihrem Nachwuchs den verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu vermitteln.

Eine Mutter und ihr Kind lesen gemeinsam in einem Buch
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Die eigene Mediennutzung reflektieren

Ihre ersten Erfahrungen mit Medien machen Kinder in der Familie. Je jünger sie sind, desto mehr hängt ihr Medienkonsum von dem der Eltern ab – davon, was die Eltern an Begrenzungen vorgeben und was sie selbst vorleben.

Medienkompetenz von Kindern wird nicht nur durch Worte und Regeln, sondern durch das eigene Verhalten und die Haltungen der Eltern beeinflusst. Es ist wichtig, dass Eltern sich ihrer Vorbildrolle bewusst sind und ermessen, wie groß ihr Einfluss auch in der Medienerziehung auf die Kinder ist. Deshalb besteht ein erster Schritt darin, die eigene Mediennutzung zu reflektieren und mit gutem Beispiel voranzugehen. Um das Kind kompetent begleiten zu können, ist es wichtig, den eigenen Informationsstand über digitale Medien, Trends und Neuigkeiten auf aktuellem Stand zu halten. Gemeinsame Regeln helfen dabei, wenn sie nicht nur gut begründet, sondern (bestenfalls) auch gemeinsam gelebt werden, damit Kinder diese nachvollziehen und sich auch daran halten können.

Immer auf Empfang oder auch mal offline?

Den eigenen Umgang mit Medien zu reflektieren, fällt mitunter gar nicht so leicht. Wie oft nutzen sie welche Medien wozu und wie lange? Gehen sie beim Essen oder bei Gesprächen ans Handy? Läuft der Fernseher im Hintergrund, wenn in der Familie geredet, gespielt, geputzt, gekocht, gestritten oder gegessen wird? Das gemeinsame Medienfasten in der Familie ist eine gute Möglichkeit, sich selbst auf die Schliche zu kommen und auch Kindern eine neue Erfahrung zu bescheren: eine Woche ohne Handy, zwei Wochen ohne Facebook oder wenigstens ein Wochenende im Monat ohne Tablet – die Möglichkeiten, gemeinsam mit den Kindern mediale Gewohnheiten zu überprüfen, sind groß.

Punkte, auf die Eltern achten sollten

Datenschutz

Wenn Eltern ihren Kindern eine stabile Zurückhaltung bei der Preisgabe persönlicher Daten vorleben, lernen Kinder ganz nebenbei, wo und warum Vorsicht geboten ist. Haben Eltern selbst ein Profil in Sozialen Netzwerken, ist es hilfreich, die Einstellungen zu überprüfen und genau darauf zu achten, welche Inhalte mit wem geteilt werden und auch mit den Kindern darüber zu sprechen. Überhaupt keine Bilder von Kindern in Sozialen Netzwerken zu teilen, zumindest keine, auf denen sie erkennbar sind, ist eine gute Entscheidung.

Umfeld

Auch das Medienverhalten von Geschwistern oder anderen Verwandten, Bekannten und Freunden wirkt auf Kinder ein. Eltern sollten das zum Thema machen und mit dem Kind ins Gespräch kommen – und bleiben. Medienthemen und Medienerlebnisse sind Bausteine einer Medienerziehung, die auf Kompetenz zielt.

Erfahrungsaustausch

Kinder berichten im Gespräch über Medien von ihrem Alltag, ihren Kontakten und Themen. Eltern können in diesen Gesprächen erkennen, wie sich ihr Kind entwickelt. Sie vollziehen die Perspektive der Kinder nach und können im Gegenzug auch über ihre Sichtweise und eigenen Erfahrungen sprechen und ihren Standpunkt vertreten.

Damit geben sie Kindern eine wertvolle Orientierung für die Gesprächsthemen, aber auch für die Nutzung von Medien. Solche Gespräche stärken das gegenseitige Vertrauen, so dass sich Kinder auch eher an ihre Eltern wenden, wenn Schwierigkeiten auftauchen.

Regeln vereinbaren

Im regelmäßigen Austausch können Eltern auf Augenhöhe mit ihrem Kind Regeln zur Mediennutzung vereinbaren und diese auf ihre Alltagstauglichkeit überprüfen.

Regelmäßig informieren

Medien entwickeln sich rasant. Hier gilt es, sich häufig darüber zu informieren, um auf dem Laufenden zu bleiben. Hierzu empfehlen sich folgende Anlaufstellen und Angebote:

  • Ratgeber zur Medienkompetenz von Kindern wie SCHAU HIN! oder Klicksafe und weitere medienpädagogische Initiativen
  • Allgemeine Beratungsstellen zur Erziehung
  • Kurse zur Medienkompetenz von Eltern etwa Elternmedientrainings von Landesmedienanstalten, Volkshochschulen, Kommunen oder anderen Trägern der Elternarbeit

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