Persönliche Daten im Netz schützen - das Internet vergisst nichts

Informationen, die einmal in das Netz gestellt worden sind, können danach kaum mehr kontrolliert werden. Kindern ist oft nicht bewusst, dass sie sensible Daten wie Name, Telefonnummer und Adresse Fremden nicht preisgeben sollen. Oft geben sie leichtsinnig und arglos persönliche Daten weiter. Deshalb brauchen sie von Anfang an die Unterstützung der Eltern, wenn sie digitale Medien nutzen.

Annie Spratt / unsplash

Surfen hinterlässt Spuren

Das Internet vergisst nichts: Alles, was den Weg ins Netz gefunden hat, bleibt auch dort – besonders wenn Daten von Dritten kopiert, gespeichert und weiterverbreitet werden. Dienste fordern persönliche Daten bei der Anmeldung und Installationen von Apps verlangen weitreichende Zugriffsberechtigungen, damit sie überhaupt genutzt werden können. Bereits beim täglichen Surfen, bei der mobilen Kommunikation mit dem Smartphone, beim Einkauf im Internet oder bei der Anmeldung für Online-Spiele, hinterlassen NutzerInnen Informationen und Daten, die durch den Internet-Provider oder Anzeigedienste weiter kommerziell genutzt werden können. In sozialen Netzwerken ist oft unklar, welche Angaben andere NutzerInnen einsehen können. Genauso undurchsichtig ist die Frage, welche Informationen und Daten zwischen verschiedenen Diensten ausgetauscht werden, vor allem dann, wenn Verknüpfungen oder Single-Sign-On (mitunter als „Einmalanmeldung“ übersetzt) verwendet werden.

Immer wieder geschieht dies alles ohne Wissen des/r NutzerIn — die Anbieter verweisen dann auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder Datenschutzerklärungen. Die aber haben die wenigsten gelesen, die AGB sind unverständlich, nicht auf Deutsch formuliert oder gar nicht auffindbar.

Generell ist zu unterscheiden zwischen der missbräuchlichen Verwendung persönlicher Daten durch Anbieter und durch andere NutzerInnen. Dies birgt auch verschiedene Risiken nämlich

  • die weitergehende kommerzielle Nutzung der Daten, z.B. das Auslesen eigener Daten durch Anbieter für Werbezwecke,
  • das Abgreifen sensibler Daten durch andere NutzerInnen für kriminelle Zwecke,
  • das Risiko durch den Missbrauch persönlicher Informationen von anderen NutzerInnen belästigt oder beleidigt zu werden.

Oft ist besonders jungen NutzerInnen nicht bewusst, dass kostenlose Dienste wie Facebook und mobile Messenger wie WhatsApp zahllose Daten sammeln und für Werbezwecke an Dritte weitergeben können.

Jüngeren Kindern sind die Konsequenzen möglichen Missbrauchs der Daten nicht klar. Ältere Kinder und Jugendlichen wissen zwar oft, dass der Schutz persönlicher Daten wichtig ist, aber es fehlt ihnen an Kenntnissen, worauf sie achten sollen. Deshalb brauchen Kinder die Unterstützung ihrer Eltern, um sie für einen sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten zu sensibilisieren und so ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu wahren. Dazu gehört auch, dass niemand persönliche Daten ohne Einwilligung speichern, weitergeben und veröffentlichen darf.

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