Chatten – Das sind die Risiken

Chatten ist für viele Kinder und Jugendliche eine spannende und unkomplizierte Möglichkeit, um bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Doch gerade durch die Anonymität des Internets ist chatten auch risikobehaftet. Wenn Eltern ihre Kinder gerade anfangs begleiten und mit ihnen Regeln vereinbaren, minimieren sie mögliche Risiken.

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Warum kann chatten gefährlich werden?

Viele Online-Kommunikationsdienste wie Mobile Messenger fürs Smartphone oder Messenger-Funktionen in Spiele-Apps sind nicht kindgerecht, da sie kaum auf den Schutz persönlicher Daten achten, zu wenig oder nicht vorkonfigurierten Sicherheitseinstellungen bieten und nicht ausreichend moderiert sind. So kann es zur Konfrontation mit gefährdenden Inhalten wie Pornografie, Extremismus, Selbstgefährdung und Gewaltdarstellungen kommen. Im Kontakt mit anderen UserInnen kann es zu Beleidigungen und Belästigungen kommen, in schlimmen Fällen auch zum Versuch der Anbahnung eines realen sexuellen Missbrauchs (Cybergrooming). Hinzu kommt außerdem das Risiko von Cybermobbing in der Kommunikation oder über den Missbrauch von hochgeladenen Daten.

Wie häufig treten Risiken auf?

Laut KIM-Studie 2016 haben fünf Prozent der InternetnutzerInnen zwischen sechs und 13 Jahren online schon einmal jemanden „getroffen“, der ihnen unangenehm war oder sie belästigt hat. Bei der Altersgruppe der Zwölf- bis 13-Jährigen sind es sieben Prozent.

Welche Gefahren gibt es?

Bei allen faszinierenden Möglichkeiten der Online-Kommunikation, gibt es auch einige Risiken für Kinder und Jugendliche, die es zu beachten gilt:

  • Beleidigungen
    Cybermobbing mit verletzenden Inhalten sind in Chats und Messengern leider weit verbreitet. Dabei kann auch aus anfänglichem Spaß schnell Hass werden.

  • Problematische Inhalte
    Die Möglichkeiten, beim chatten mit problematischen Inhalten konfrontiert zu werden, sind vielfältig. Vom Nickname über Einträge im Benutzerprofil bis hin zu Links zu externen Websites mit problematischen oder jugendgefährdenden Inhalten. Diese Inhalte können etwa gewalthaltig, sexistisch, pornografisch oder rechtsextrem sein.

  • Belästigungen
    Problematische, bisweilen sogar gefährliche Kontakte zu Menschen oder Inhalten kommen immer wieder vor. Da die TeilnehmerInnen in den Chats anonym sind, kann sich ein/e Erwachsene/r mit pädokriminellen Neigungen als Gleichaltrige/r ausgeben und so versuchen, das Vertrauen zu erschleichen. Von sexueller Belästigung sind in den meisten Fällen junge Mädchen betroffen – aber auch Jungen sind nicht vor solchen Übergriffen gefeit.Sexuelle Belästigungen umfassen indiskrete Anfragen an Kinder und Jugendliche nach bisherigen sexuellen Erfahrungen, die Konfrontation mit Beschreibungen sexueller Vorlieben oder Fantasien, die Bitte um Zusendung von (Nackt-)Bildern sowie Aufforderungen zu sexuellen Handlungen.

    In öffentlichen Chaträumen werden Kinder und Jugendliche häufig gefragt, ob sie einen Instant-Messenger auf ihrem Computer installiert haben, in private Chats wechseln oder zu Webcam-Chats sowie zu persönlichen Treffen bereit wären. BenutzerInnen versuchen so, ihre Opfer in eine private Unterhaltung zu drängen, die nicht der Kontrolle von ModeratorInnen unterliegen.

Was können Eltern tun?

Online-Kommunikation fasziniert Kinder und Jugendlichen und bietet viele Chancen, birgt aber auch Risiken. Daher ist es wichtig, dass sich Eltern über Angebote informieren und prüfen, welche dem Alter und der Reife ihres Kindes entsprechen. Für Kinder sind Kindercommunitys geeignet. Diese erkennen Eltern daran, dass keine persönlichen Daten abgefragt werden und die Chats moderiert sind.

Kinder und Jugendliche interessieren sich oft für Angebote, die sich auch an Erwachsene richten, wie Facebook oder WhatsApp. Diese sind aufgrund des ungenügenden Jugend- und Datenschutzes für Kinder nicht geeignet und laut Anbieterangaben erst ab 13 Jahren zugelassen. Accounts von Jüngeren  können gelöscht werden. Erlauben Eltern ihrem Kind ab 13 die Nutzung, sollten sie mit ihrem Kind den Account einrichten, auf Risiken hinweisen, Sicherheitsregeln vereinbaren und mit ihrem Kind dazu im Gespräch bleiben. Denn so, wie sie in der realen Welt die Interessen, Erlebnisse, FreundInnen und Treffpunkte ihres Kindes kennen, sollte das auch für jene im Netz gelten.

Ratgeber & Hilfe

Das Angebot von jugendschutz.net klärt über Chatten auf, bietet Beratung und die Möglichkeit Inhalte oder Vorfälle zu melden. Hier geht’s zur Website.

Gutes Aufwachsen mit Medien – Das ist das Ziel des Angebots vom BMFSFJ. Hier finden Eltern Übersicht, über sichere Angebote für Kinder. Hier geht’s zur Website.

Die allgemeinen Tipps des „Social Media Guides“ bieten Orientierung für einen sicheren Umgang im Netz. Hier geht’s zur Website.

Antworten auf Fragen rund um’s Chatten finden Eltern bei Internet ABC. Hier geht’s zur Website.

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