USK – Die Altersfreigaben für Computerspiele

Die Alterseinstufung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) befindet sich auf jeder Spielverpackung und in der Regel auf Datenträgern. Dabei wird zwischen fünf verschiedenen Kategorien unterschieden. SCHAU HIN! erklärt die Bedeutung der einzelnen Altersangaben.

Ein Kind sitzt auf dem Bett mit einem Controller in der Hand
Samantha Sophia/Unsplash

Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Bei Spielen und Apps ab null Jahren handelt es sich generell um Inhalte die aus Sicht des Jugendschutzes keinerlei Beeinträchtigungspotential für Kinder, Jugendliche aber auch für Erwachsene NutzerInnen darstellen. Spiele mit dieser Kennzeichnung grenzen Gewaltdarstellungen und nachhaltig ängstigende Situationen gänzlich aus. Stattdessen sind diese durch ruhige Spielaufbauten und freundlichen / farbenfrohen Grafiken geprägt. Klassische Beispiele solcher Spiele sind etwa Geschicklichkeits- und Gesellschaftsspiele, Sportspiele, Jump ’n Runs oder Simulationen. Des Weiteren kann die Freigabe der Altersbeschränkungen auch für Dienstprogramme, Kataloge, Tools oder Soziale Netzwerke vergeben werden.

Freigegeben ab 6 Jahren

Spiele dieser Alterskategorie sind durchaus als familienfreundlich zu bezeichnen, fallen aber bereits spannender und wettkampfbetonter aus. Da der Aufbau hier temporeicher ausfällt, bedarf es ein Mindestmaß an Hand-Auge Koordination. Meist ist das Umfeld dieser Spiele eine Fantasiewelt und Hauptcharaktere sind Comic- oder TrickfilmheldInnen. Somit wird sichergestellt, dass Kampfdarstellungen oder andere Spielszenen die für UserInnen eine überfordernde Wirkung haben können, nicht im Alltag wiedererkannt werden. Spiele, die Sechsjährige in unzumutbaren Stress versetzen können, werden kategorisch ausgeschlossen.

Freigegeben ab 12 Jahren

Auch hier werden die Spielszenarien in surrealen Welten (historischem, futuristischem oder märchenhaft-mystischem Kontext) ausgetragen. Spielszenen beinhalten Kampf- und Gewaltszenen, wenn auch nur als Randerscheinung und mit klarer Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Spielwelt und realer Welt. Den UnserInnen werden komplexere Situationen wie etwa Spannung, Handlungsdruck, spielerische Herausforderungen und logisches Denken bis zu einem gewissen Maß zugetraut. Klassische Spiele dieser Altersfreigabe sind beispielsweise Arcade-, Strategie und Rollenspiele sowie bereits einige militärische Simulationen.

Freigegeben ab 16 Jahren

Spiele dieser Altersklasse enthalten häufig Gewalthandlungen, militärische Missionen sowie bewaffnete Kämpferfiguren. Um das Spielziel zu erreichen, wird ein strategisches und taktisches Denken vorausgesetzt sowie die Fähigkeit im Team zu spielen. Da 16- bis 17-Jährige bereits über hohe Medienerfahrung verfügen, wird ihnen eine andauernde Anspannung und einen Aufgabendruck bei der Erreichung von Spielmissionen zugetraut. Alle Gewaltszenen sind klar als Spielsituationen erkennbar und somit nicht mit der Realität vergleichbar. Somit werden keine sozial-schädigende Botschaften an SpielerInnen vermittelt.

Keine Jugendfreigabe

Spiele mit keiner Jugendfreigabe sind für Minderjährige als schädigend zu bewerten. Aufgrund der Bilderwucht, des gewalthaltigen Konzepts und der Identifikation mit den Spielfiguren, wird eine Distanz zum Spielaufbau nur sehr schwer zugelassen. Meist handelt es sich um Spielgenres wie etwa Ego-Shooter, Action-Adventures und Open-World-Games. Trotz der oft kriegerischen oder brutalen Spiel-storys, wird hier eine Grenze vom Obersten Landesjugendbehörde gezogen, die bestimmt, welche Inhalte nicht freigegeben werden dürfen. Dazu gehören etwa Szenen in denen (1) Selbstjustiz als bewährtes Mittel aufgezeigt wird, (2) Gewalttaten im Alltag legitimiert werden oder (3) wenn gewaltbeherrschte Spielaufgaben alle anderen Spielelemente dominieren.

Mittlerweile hat der USK rund 45.000 Verfahren zur Prüfung der Altersfreigaben durchgeführt. Trotz der hohen Expertise, verstehen sich die Empfehlungen allerdings nicht als pädagogischer oder ästhetischer Vorschlag. Eher ist es für Eltern wichtig, Spiele selbst auszuprobieren und auf deren Inhalt zu prüfen. Außerdem sollte auf die Reaktion des Kindes geachtet und Empfehlungsportale benutzt werden.

Der SCHAU HIN!-
Adventskalender

Jeden Tag eine spannende Frage
und viele tolle Gewinne!

Mitmachen