Welche App in welchem Alter? So finden Eltern altersgerechte Anwendungen

Eltern müssen zuverlässig entscheiden können, ob eine App für ihr Kind geeignet ist. Dafür brauchen sie zuverlässige Angaben zu Inhalten, Kommunikation, Kosten und Datenströmen. Doch wie erkennt man kindgerechte Inhalte? Und wann ist der Nachwuchs überhaupt reif dafür?

Zwei Mädchen stehen mit dem Rücken zur Kamera auf einer Wiese im hohen Gras
Michal Parzuchowski/Unsplash

Kinder unter drei Jahren können von schnellen und lauten Anwendungen leicht überfordert werden. In diesem Alter ist es wichtiger, erst einmal die reale Welt zu erkunden. Die Zeit vor dem Bildschirm sollte deshalb so kurz wie möglich sein. Nach dem dritten Geburtstag spricht erst einmal nichts gegen ein paar virtuelle Abenteuer – allerdings nur zusammen mit Mama oder Papa und nicht länger als eine halbe Stunde am Tag. Mehr als das "wann" zählt das "wie": Gerade anfangs brauchen Kinder die Begleitung der Eltern, enge Zeitfenster und gut ausgewählte Apps.

Erste Orientierung bieten die Alterseinstufungen in den App-Stores, auch wenn sie nichts über die inhaltliche Qualität aussagen und keine pädagogische Empfehlung darstellen. Im Google Play Store basieren diese Alterseinstufungen auf den Kriterien der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Allerdings werden die Angaben, die zu der Einstufung führen, vom Entwickler selbst gemacht. Die Gremien der USK überprüfen sie nur dann, wenn Beschwerden vorliegen.

Empfehlungen für gute Kinder-Apps

Gute Apps für Kinder sind einfach bedienbar und überfordern nicht mit schnellen oder blinkenden Animationen. Gerade in Anwendungen für Kleinere lassen sich Spiele kaum von Lern-Apps oder virtuellen Bilderbüchern trennen. Für Kinder geeignete Apps enthalten keine Gewalt oder andere verstörenden Inhalte und sind frei von Werbung, In-App-Käufen oder Verlinkungen zu Sozialen Netzwerken.

Gute Kinderbuch-Apps vertiefen mit spielerischen Elementen den Inhalt. Aber sie führen nicht ständig aus der Geschichte heraus, indem sie zu jeder Tages- und Nachtzeit klingeln und die Kinder beim Spielen, Lesen, Hausaufgabenmachen, Abendessen oder Schlafen unterbrechen und sie ins Spielgeschehen zurückzuholen.

Nicht alle Apps, die kindgerecht aussehen, sind auch für Kinder geeignet. Hier ist es besser, auf Einschätzungen von klick-tipps.net, der Kinder-App-Datenbank des Deutschen Jugendinstituts sowie bei der Stiftung Lesen oder handysektor.de (für Jugendliche) zu vertrauen. Auch Computerspielepreise oder Auszeichnungen, wie beispielsweise der Tommi Kindersoftwarepreis oder der Pädagogischer Medienpreis, können Anlaufstellen auf der Suche nach empfehlenswerten Apps sein.

Apps vorab prüfen

Abseits fachlicher Empfehlungen – was denken Sie über die Kinder-App? Schauen Sie sich die Applikation eingangs an und prüfen Sie, welche Rollenbilder und Werte möglicherweise vermittelt werden. Bei Gelegenheit tauschen Eltern sich hin und wieder darüber aus, was das Kind so liest. Welche App es spielt, ist selten Thema. Warum eigentlich nicht? Ein Blick in die App-Bewertungen kann vor dem Download sinnvoll sein. Hier teilen andere Eltern ihre eigenen Erfahrungen mit der Anwendung.

Je älter Kinder werden, desto selbstständiger können sie die App-Auswahl übernehmen. Trotzdem ist es sinnvoll, als Elternteil im Blick zu behalten, was gespielt wird. Am besten bleibt der Download vorerst Elternsache – auch, wenn die Apps auf dem Smartphone oder Tablet der Erwachsenen gespielt werden.

Kostenlose Apps werden oft teuer

Free-to-play

Bei solchen Angeboten sind die grundlegenden Spielfunktionen kostenlos nutzbar. Es werden jedoch immer wieder Anreize geschaffen, kostenpflichtige und meist teure Zusatzinhalte zu kaufen. Daran verdienen die Spielehersteller.

So genannte "Free-to-play"-Angebote bieten gewisse Zusatzfunktionen, die wiederum In-App-Käufe erfordern. Das grüne Mützchen für den Avatar oder das Spezialhämmerchen bescheren App-Anbietern riesige Umsätze. Das funktioniert, weil die Bereitschaft im Spiel Geld auszugeben wesentlich größer ist als die, ein kostenpflichtiges Spiel zu kaufen. Noch dazu sind kostenlose Apps häufig voll mit Werbung und Abofallen, sie verleiten zum Endlosspiel und fordern schon nach wenigen Minuten zum Kauf auf, um den Spielverlauf zu beschleunigen.

 

Besonders für jüngere Kinder sind solche Apps deshalb nicht geeignet, weil sie ihren Spieltrieb manipulieren und die jungen NutzerInnen Werbung nicht von dem normalen Spielinhalt trennen können. Die meisten empfehlenswerten Apps sind nicht kostenlos erhältlich. Wenn Jugendliche und ältere Kinder solche Apps spielen, sollten sie kostenpflichtige Angebote beim gemeinsamen Spielen bereits zuverlässig erkennen. Trotzdem ist es ratsam, In-App-Käufe zu deaktivieren, um sich vor teuren Überraschungen zu schützen.

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