Medien und Migration

Mit geeigneten Medien können sich Kinder gut über Migration und Flucht informieren. Wichtig ist, dass Eltern diese Angebote gut begleiten, mit ihrem Kind über das Thema und die aktuelle Debatte sowie das Bild von Migranten in den Medien sprechen, über Vorurteile und Hetze aufklären und altersgerechte, seriöse Informationen anbieten. 

logo.de
logo.de

Medien eröffnen spannende Einblicke in neue Kulturen und Lebenswelten, können aber auch falsche Nachrichten und Hetze verbreiten und Kinder ängstigen. Wichtig ist daher, dass Eltern für ihr Kind seriöse und altersgerechte Angebote auswählen, es bei seinem Medienkonsum begleiten und mit dem Kind über die Themen sprechen. So können Kinder leichter eigene Standpunkte zu Migration und Integration entwickeln.

Klicktipps für Kinder zum Thema Flüchtlinge

zur Bildstrecke


Perspektive Interessierte

Gute Angebote wählen

Kinder brauchen verständliche Angebote, die Geschichten um Flucht aus der Perspektive von Gleichaltrigen erzählen. Wir empfehlen folgende Angebote:

Webseiten für Kinder

Spezial bei klick-tipps.net (aktuelle Zusammenstellung empfehlenswerter Links zum Thema)

Spezial bei tivi.de

Spezial bei frieden-fragen.de

Spezial bei hanisauland.de

www.unicef.de/kids

Filme & Clips für Kinder

97 Filme zum Thema präsentiert das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum auf migration-im-film.de

Spezial bei neuneinhalb.wdr.de

Clips bei tivi.de

Clips der Reihe "Stark"

Sendung von "Motzgurke TV"

Spezial bei kika.de

Informationen für Jugendliche

Spezial bei fluter.de

Spezial II bei fluter.de 

Medien kritisch reflektieren

Gerade bei den Themen Flucht und Migration ist die Berichterstattung nicht immer seriös, die Debatten in sozialen Medien und in Kommentaren auf Nachrichtenseiten oft grob unsachlich. Umso wichtiger, dass Eltern ihr Kind darauf aufmerksam machen, dass nicht alles stimmen muss, was sie im Internet lesen und  am besten gemeinsam die Quellen genau prüfen und Eltern Störer mit hetzenden Beiträgen melden.

Besonderes Augenmerk gilt Bilddarstellungen. Junge Menschen unterstellen Bildern häufig unreflektiert eine hohe Glaubwürdigkeit und sind zu wenig über die manipulative Wirkung von Bildern durch selektive Ausschnitte oder digitale Nachbearbeitung informiert.

Sensibilisieren und schützen

Verdeutlichen Sie Ihrem Kind durch einen Perspektivwechsel, welches menschenfeindliche Weltbild hinter rechten Allgemeinplätzen steht: „Was wäre, wenn Du flüchten müsstest und Dich niemand willkommen heißt?“ Stärken Sie das das Selbstvertrauen des Kindes, damit es sich leichter von gefährdenden Inhalten und Personen distanzieren kann.

Kreativ werden

Mit kreativer Mediennutzung können sich Kinder und Jugendliche besonders gut mit dem Thema beschäftigen, ob über eigene kleine Clips, Songs oder Blogs, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Dieter Baacke-Preis widmet dem Thema Integration sogar eine eigene Kategorie.

Hier die prämierten Projekte 2015, übernommen von der Website des Dieter Baacke-Preises:

Europa und Du?! – Jugendfilmprojekt

Video ansehen

Institution: "vomhörensehen | Medienpädagogik und Produktion" in Kooperation mit dem Bremer Jugendring und dem ServiceBureau Jugendinformation Bremen

Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 27 Jahren

Projektbeschreibung: Das Projekt setzt sich künstlerisch mit den Themen Flucht, Ausgrenzung und Globalisierung auseinander. Dazu haben die Teilnehmer/-innen insgesamt fünf Filme zu europarelevanten Aspekten produziert. Sie erhielten somit einen Einblick in den Schaffensprozess und die Arbeitsweisen der Filmentwicklung sowie die Möglichkeit zur politischen Partizipation. Im Rahmen des Projekts wurden sowohl Film- und Radiopräsentationen als auch Diskurse der Teilnehmer/-innen mit Politikern ermöglicht.

Homepage: vomhoerensehen.de/europa-und-du

Video ansehen

EinBlick – Der interkulturelle Filmaustausch

Institution: Glocal Films in Zusammenarbeit mit den Goethe- Instituten im Ausland im Rahmen der PASCH Initiative

Zielgruppe: Deutschlerner im Alter von 13 bis 18 Jahren und deren Lehrer

Projektbeschreibung: „EinBlick“ ist ein trilaterales, interkontinentales Videoaustauschprojekt, an dem mehr als 300 Schüler/-innen und ihre Lehrer/-innen teilnahmen. Basierend auf der Methode der partizipativen Videoarbeit produzierten die Teilnehmer/-innen-Gruppen in jedem Land zwei Filme, in denen sie sich gegenseitig von ihren Lebensweisen und Kulturen erzählen. Im direkten Austausch eröffneten die Filme weiterführende Diskussionen über Themen wie Sexualität, HIV, Demokratie und Gleichberechtigung.

Homepage: blog.pasch-net.de/einblick

Video ansehen

Aktiv werden

Projekte vor Ort finden sich im Atlas des Bundesprogramms "Demokratie leben", das das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen hat.

Informieren und thematisieren

Nutzen Sie Infomaterial und stärken Sie so Ihr Kind auch argumentativ. Wenden Sie sich an die Schule oder an Beratungsstellen, wenn Ihr Kind vermehrt mit rechten Parolen konfrontiert wird. Beratung bieten Portale wie online-beratung-gegen-rechtsextremismus.de, hass-im-netz.info oder netz-gegen-nazis.de. Diese sind kostenlos, anonym und vertraulich. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet eine Themenseite zu Flucht, ein Dossier Migration, Flyer zu Rassismus, Homophobie und Antisemitismus und einen Erklärfilm zu Rassismus.

Hassparolen melden

Rechtsextreme Inhalte können gegen deutsches Recht oder die Geschäftsbedingungen der Dienste verstoßen und sollten gemeldet werden. Ansprechpartner sind Seiten wie jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de oder i-kiz.de. In Netzwerken können Sie Inhalte bei den Betreibern melden. Als Beweise dienen Screenshots und Notizen zu Datum, Uhrzeit, Nickname etc.

Perspektive Migranten

Potenziale nutzen

In einer Studie zur Nutzung digitaler Medien durch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des Deutschen Kinderhilfswerks zeigt sich, dass der Zugang zu den digitalen Medien in vielerlei Hinsicht integrierende Potenziale eröffnet – beispielsweise über die Verbindung mit Peers aber auch mit Fachkräften, für das Erlernen der Sprache, die Orientierung in der Aufnahmekultur und an den neuen Orten. Dabei wird deutlich, dass die digitalen Medien sowohl eine verbindende Funktion (im Kontakthalten mit der Herkunftsfamilie, Verwandten an anderen Orten und Peers) als auch eine Brückenfunktion in die Aufnahmegesellschaft haben. Die Brückenfunktion, die erweiterte soziale Beziehungen eröffnet und neue Kenntnisse, Unterstützungsoptionen und Fähigkeiten zugänglich macht, wird bislang erst teilweise durch die jungen Flüchtlinge aber auch seitens der für sie Verantwortlichen durch eine gezielte Gestaltung von entsprechenden Angeboten wahrgenommen.

Gute Gesprächssituationen schaffen

Kinder lernen von Personen, sie brauchen die Beziehung zu vertrauten Menschen. Am besten vermitteln Menschen mündliche Sprache und Sprechstile. Gerade bei jüngeren Kindern sind vertraute Erwachsene die idealen Gesprächspartner. Suchen Sie sich gemütliche und ruhige Orte, um miteinander zu erzählen, setzen sie sich gegenüber zu Ihrem Kind und halten Sie Blickkontakt.

Wichtig ist, dass man deutlich und in ganzen Sätzen spricht gegenseitig aufmerksam zuhört, auf den Gesprächspartner eingeht und den anderen zu Wort kommen lässt. Zeigen Sie Zustimmung mit kleinen Lautäußerungen und kurzen Rückfragen. Wenn Sie die Aussagen in der richtigen Form wiederholen, nehmen die Kinder diese Korrekturen positiv wahr.

Angebote für Kinder

Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Medieninhalte aus, die zum Mitmachen einladen und gezielt die Sprache fördern.

  • TV & Film: Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Fernsehsendung an und unterhalten Sie sich währenddessen mit Ihrem Kind über das Programm. Sie regen dadurch eine sprachliche Auseinandersetzung über die Inhalte der Sendung an. Nutzen Sie den Einsatz von DVDs. Damit können Sie eine Sendung sehr gezielt einsetzen. Sie haben somit auch die Möglichkeit, eine Sendung in Ihrer Familiensprache anzubieten. Ebenso können Sie die Fernsehzeit individuell auf Ihr Kind anpassen und sind in Zeitpunkt und Uhrzeit flexibel.

    Seit 2015 gibt es die tägliche Kindernachrichtensendung "logo!" mit arabischen und englischen Untertiteln. Abrufbereit sind die einzelnen Ausgaben jeweils am folgenden Morgen im Internet.

    Cinemanya – Filmkoffer für geflüchtete Kinder und Jugendliche: bjf.info/projekte/cinemanya

  • Hörspiele & Musik: Bieten Sie Hörspiele (auf CD, Kassette oder als MP3) oder Musik an. Hören Sie die Geschichten oder Lieder mit Ihrem Kind, sprechen Sie über die Inhalte oder singen Sie mit.

  • Internet & Software: Bieten Sie Ihrem Kind Lernsoftware an, die Sprachkompetenz (in Wort und Schrift) fördert (z. B. schlaumaeuse.de). Tauschen Sie sich mit anderen aus, welche Software geeignet ist. Orientierung bieten auch Softwarepreise wie „digita“, „TOMMI“, „Giga-Maus“.

    wdrmaus.de/sachgeschichten/maus-international

    amira-pisakids.de/#page=home


    kinder.niedersachsen.de/index.php?id=147


    klick-tipps.net/surfanfaenger

  • Apps & Bücher: Lesen Sie Ihrem Kind aus Büchern vor oder betrachten Sie gemeinsam ein Bilderbuch oder eine Bilderbuch-App. Viele Bilderbuch-Apps bieten interaktive Funktionen an, etwa das Ein- und Ausschalten der Vorlesestimme, Spielelemente, Töne und Geräusche oder die Möglichkeit, die eigene Stimme aufzunehmen – so können Sie mit Ihrem Kind etwa die Geschichten in unterschiedlichen Sprachen neu vertonen. Allerdings handelt es sich bei diesen Apps eben nicht um Bilderbücher, sondern um ein digitales Medium. Darum ist bei der Auswahl darauf zu achten, dass Ihr Kind diese Effekte auch verstehen und verarbeiten kann.

    Linksammlung zu Medien für Kinder bzw. solche für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache: ekz.de/medien-services/willkommen-bei-uns/informationen-und-downloads

Angebote für Eltern

schau-hin.info/tr

ifp.bayern.de/veroeffentlichungen/elternbriefe

lakossachsen.de/elterninfobriefe-mehrsprachigkeit

a4k.de/downloads/sprachentwicklung-downloads

arabic.zdf.de/ar

english.zdf.de/en


Mehrsprachige Angebote für Kinder

zur Bildstrecke