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Kinder haben Rechte - auch bei der Mediennutzung!

Die UN-Kinderrechtskonvention wurde 1989 festgehalten. Mit einer kompetenten Mediennutzung können Kinder ihre Rechte etwa auf Bildung oder Freizeit, Spiel und Erholung leichter ausüben und Rechte etwa auf den Schutz der Privatsphäre wahren.

© Stephen Simpson / Getty Images
© Stephen Simpson / Getty Images

Kinder haben Rechte. Das Grundgesetz der Bundesrepublik (BRD) bestimmt die Rechte von Kindern und berücksichtigt auch das Recht und die Pflicht der Eltern, ihre Kinder zu pflegen und zu erziehen. Auch die Grundrechtscharta der Europäischen Union (EU) enthält weitgehende Rechte von Kindern und Jugendlichen. Das größte und international bedeutendste Sammlung von Kinderrechten ist die UN-Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen: „Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ ist in insgesamt 54 Artikeln festgeschrieben. Auch die Medien werden in einigen Artikeln angesprochen und generell spielt die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen für die Umsetzung von Kinderrechten heute eine wichtige Rolle. Sie kann dazu beitragen, dass Kinder ihre Rechte etwa auf Bildung oder Freizeit, Spiel und Erholung, aber auch auf Privatsphäre und Schutz vor Grausamkeit, Ausnutzung und Verfolgung erkennen und einfordern.

Kinderrechte im Überblick

Kinder werden bei der Achtung ihrer Rechte von den Vereinten Nationen (UNO) unterstützt, deren Mitglieder am 20. November 1989 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben. Die Bundesrepublik hat die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, d.h. dass alle aufgeführten Rechte für alle in Deutschland lebenden Kinder gelten. Die UNICEF fasst die Konvention in zehn Grundrechte zusammen. Wir weisen im Folgenden darauf hin, bei welchen Grundrechten die Medien eine besondere Rolle spielen:

  1. Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht;

    Diskriminierung, Mobbing und Belästigung findet auch im Internet statt. Kinder sollten dabei unterstützt werden, in solchen Situationen richtig zu reagieren und sich im Zweifelsfall Hilfe zu holen. Außerdem müssen Kinder lernen, auch selbst fair mit Anderen umzugehen.

  2. Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit;

  3. Recht auf Gesundheit;

  4. Recht auf Bildung und Ausbildung;

    Zur Bildung gehört immer auch die Medienerziehung und die Förderung von Medienkompetenz – in der Familie, in der Schule und in allen anderen Bildungskontexten.

  5. Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung;

    Die sichere Mediennutzung von Kindern betrifft dabei das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung, indem Kinder passende Unterhaltungsangebote nutzen. Wir bieten hierzu einige Tipps für geeignete Webseiten, Apps, Games sowie Sendungen und Filme.

  6. Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln;

    Kinder können kindgerechte Angebote, etwa Kinderseiten und -suchmaschinen oder moderierte Kinderchats nutzen.

  7. Recht auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens;

    Zum Recht der Privatsphäre gehört auch, den Datenschutz im Internet zu gewährleisten und Kindern verständlich zu machen, welche ihrer persönlichen Daten öffentlich zugänglich sind. Zur gewaltfreien Erziehung ist auch wichtig, vor der Konfrontation mit Gewalt in Medien zu schützen.

  8. Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung;

  9. Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause;

    Eine Rolle spielt auch, dass Eltern ihre Kinder aktiv durch die Medienwelt begleiten und vor ungeeigneten Inhalten oder Kontakten schützen. Hierbei sind auch die Aktivierung von Sicherheitseinstellungen zu empfehlen.

  10. Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Gutes Aufwachsen mit Medien ist Kinderrecht

Gutes und sicheres Aufwachsen mit Medien ist wichtig, damit Kinder ihre Rechte wahrnehmen und frei entfalten können. Dabei braucht es jedoch kindgerechter Angebote, einen umfassenden Jugendmedien- und Datenschutz und vor allem die Unterstützung von Eltern, Erziehenden und Medientreibenden. Medienratgeber wie die Initiative „SCHAU HIN!“ unterstützen Familien in der Medienerziehung und stärken die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Damit leistet „SCHAU HIN!“ einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland.

Spielerischer Umgang mit dem Thema Kinderrechte

Viele Organisationen bieten eigene Seiten für Kinder an, damit sie sich spielerisch über Kinderrechte informieren können. Gestaltete Geschichten, Spiele, Clips und interaktive Elemente bringen Abwechslung und bringen dieses wichtige Thema näher.

Kindergerechte Webseiten über Kinderrechte

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Kinderbücher zum Thema Kinderrechte

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Tipps für Eltern

Kinder über ihre Rechte aufklären

Eltern können mit ihrem Kind über seine Rechte sprechen, ihm diese erklären und dafür auch geeignete Informationsquellen im Internet, im Fernsehen oder in (Hör-)Büchern nutzen. Zudem können sie auch darauf hinweisen, welche Rechte auch bei der Mediennutzung eine Rolle spielen.

Kinder in der Ausübung ihrer Rechte unterstützen

Eltern können ihr Kind bei der sicheren Mediennutzung unterstützen und begleiten, indem sie

  • sich über kindgerechte Kinderseiten und –suchmaschinen, Kindersendungen und weitere Unterhaltungsangebote informieren und diese für ihr Kind auswählen,
  • sich für die bevorzugten Medieninhalte ihres Kindes interessieren und diese gemeinsam nutzen,

  • ihr Kind für den Umgang mit privaten Daten auch im Internet und in sozialen Netzwerken sensibilisieren,

  • ihr Kind vor jugendgefährdenden und entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten wie Gewalt und Pornografie, Belästigungen im Chat oder Formen von Cybermobbing schützen, indem sie Sicherheitsstellungen aktivieren, einen sicheren Surfraum schaffen oder Jugendschutzprogramme installieren und Sicherheitsregeln bei der Online-Kommunikation vereinbaren,

  • die Inhalte und Dauer der Mediennutzung altersgerecht einschränken und Kindern verständlich machen, wie sie sinnvoll und selbstverantwortlich mit Medien umgehen können. .

Kinder ermutigen, Rechtsverletzungen anzuzeigen und Rechte einzufordern

Es ist wichtig, dass Eltern ihr Kind dazu anregen, dass es sich ihnen oder Vertrauenspersonen wie Verwandten, Lehrer/innen oder Erzieher/innen mitteilt, wenn es sich in seinen Rechten verletzt fühlt. Dies gilt auch für Rechtsverletzungen im Rahmen der Mediennutzung. Eltern können etwa unpassende Inhalte in Medien melden oder ältere Kinder dazu animieren, dies zu tun.

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