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Chatten über Instant Messenger

Gerade Kinder und Jugendliche nutzen gern sogenannte Instant Messenger wie ICQ, um sich mit Freunden auszutauschen. SCHAU HIN! erklärt Ihnen in Kooperation mit der Initiative "klicksafe" die gängigen Formate und gibt Tipps für einen kindgerechten Umgang.

Chat und Instant Messenger

Instant Messaging (englisch: "sofortige Nachrichtenübermittlung") ermöglicht es nahezu in Echtzeit Nachrichten zwischen den Teilnehmern auszutauschen. Neben reinen Text-Mitteilungen können auch Dateien aller Art wie Fotos, Video- u. Audiofiles, Word-Dokumente etc. versendet werden. Zudem bieten viele Messenger weitere Funktionen wie Voice- und Videochats, Grußkarten, SMS-Versand oder kleine Online-Spiele, die mit anderen Nutzern gespielt werden können.

Die besondere Eigenschaft des Instant Messaging besteht darin, dass dem Nutzer über eine individuelle Kontaktliste des Programms bekannt gegeben wird, welche anderen Nutzer gerade ebenfalls "online" und somit erreichbar sind. Im Vergleich zur E-Mail müssen Nachrichten nicht erst abgerufen werden, sondern erscheinen sofort auf dem Bildschirm des anderen und können auch umgehend beantwortet werden. Auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Mailprogramme wie Gmail bieten eigene Instant-Messager. Im Gegensatz zu herkömmlichen Web-Chats findet die Unterhaltung nicht über eine öffentliche Plattform eines Chat-Betreibers statt. Wie bei einem E-Mail-Programm wird eine Software benötigt, die heruntergeladen und auf dem eigenen Gerät installiert werden muss. Über dieses Programm können Nutzer Nachrichten direkt an andere senden, die ebenfalls mit diesem Messenger online sind.

7 Chat-Fakten, die Sie kennen sollten

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Anmeldung/Registrierung

Die Instant Messenger Programme werden auf der Internetseite des jeweiligen Anbieters oder den verschiedenen App-Stores zum Download angeboten. Nach dem Herunterladen des Programms auf den Rechner kann der Nutzer einen Account anlegen. Aus den Informationen, die er hier eingibt, wird später das eigene Messenger-Profil erstellt. Mit Abschluss der Anmeldung erhält man ein Passwort und eine eindeutige Benutzer-Kennung, die entweder die E-Mail Adresse, ein Benutzername oder eine Nummer sein kann. Logt sich der Nutzer mit seiner Kennung und dem Passwort ein, wird den Freunden in der Kontaktliste angezeigt, dass er "online" ist.

Kontaktliste

Zu Anfang ist diese Kontaktliste leer und die gewünschten Gesprächspartner müssen hinzugefügt werden. Je nachdem welches Netzwerk benutzt wird, kann man dazu entweder die Suchfunktion benutzen oder die Personen selbst nach ihrer Benutzer-Kennung fragen. Haben sich zwei Nutzer gegenseitig die Erlaubnis erteilt, in die Kontaktliste des anderen aufgenommen zu werden, erscheint der Name der Person in der Liste. Ob die Freunde on- oder offline sind, erkennt der Nutzer z.B. bei ICQ an der roten, bzw. grünen Blume vor dem Namen.

Statusanzeige

Abgesehen von dem On- und Offline-Status halten die meisten Messenger weitere Abstufungen bezüglich der Anwesenheit im Netzwerk bereit. So kann z.B. eine kurze oder lange Abwesenheit vom Computer ("Abwesend", "Nicht verfügbar") oder die aktuelle Chatbereitschaft ("beschäftigt", "bitte nicht stören", "chatbereit") signalisiert werden. Weiterhin kann man sich auf "unsichtbar" stellen; dies bedeutet, dass man zwar online ist, die Freunde einen aber trotzdem als offline angezeigt bekommen.

Nachrichten

Um mit einem der Freunde zu chatten, muss bei allen Messengern nur der Name in der Kontaktliste angeklickt werden. In das sich öffnende Nachrichtenfenster wird im unteren Bereich die Nachricht eingetippt und dann abgeschickt. Im oberen Textfeld erscheinen sowohl die eigenen als auch die Botschaften des jeweils Anderen in chronologischer Reihenfolge des Absendezeitpunkts. Durch einen "Typing Indicator" lässt sich bei einigen Messengern bereits vor dem Erhalt einer Nachricht erkennen, ob der andere gerade an einer Nachricht schreibt. Je nach Messenger und individueller Einstellung werden der Ein- und Ausgang von Nachrichten (sowie auch andere Ereignisse) durch akustische Signale unterstützt.

Probleme

Anders als in Web-Chats, in denen die Nutzer häufig mit ihnen unbekannten Personen kommunizieren, werden Instant Messenger eher dazu genutzt, sich mit wenigen, meist persönlich bekannten Nutzern, wie Schulfreunden, Verwandten etc., auszutauschen. Der Austausch von Nachrichten und Dateien findet daher privat statt und kein Fremder kann sich eigenständig in die Gespräche einklinken. Dennoch ist die Kommunikation mittels Instant Messenger nicht ohne Risiko:

Ungewollte Kontaktaufnahme

Instant Messenger funktionieren über Kontaktlisten, die die Nutzer selbst zusammenstellen, indem sie Kontakte zu dieser Liste hinzufügen. Bei den meisten Instant Messengern muss eine Kontaktanfrage seitens des Nutzers bestätigt werden, damit dieser neue Kontakt in die Liste ergänzt wird. Neue Kontakte können über eine Suchfunktion im Instant Messenger ermittelt werden. Gesucht werden kann bspw. nach Namen, Alter, Wohnort oder über Mailadresse - hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Instant Messengern. Ist die Mailadresse eines Nutzers auf anderen Online-Plattformen, wie z. B. Facebook, öffentlich oder über Freunde von Freunden einsehbar, so können auch unbekannte oder unerwünschte Personen den Kontakt via Instant Messenger aufnehmen und einen Nutzer belästigen, ihm/ihr pornografische oder gewalthaltige Daten zusenden.

Bei den gängigen Instant Messengern existiert kein Moderator, da die Verbindung direkt zwischen den Teilnehmern ohne Umweg über einen Online-Chat aufgebaut wird. Auch lassen sich vor allem über Instant Messenger sehr einfach Bild- und Tondokumente bzw. Fotos an den Gesprächspartner verschicken. Die Übergriffe sind hier meist massiver und ihr Vorgehen aggressiver als in öffentlichen, webbasierten Chats. Außerdem erlangt der Pädokriminelle hierdurch Einsicht in das Benutzerprofil des Kindes oder Jugendlichen. Sollte hier ein Wohnort oder gar eine Kontaktadresse samt Telefonnummer gespeichert sein, erleichtert diese die Anbahnung erheblich.

Cybermobbing

Junge Nutzer verwenden Instant Messenger nicht nur zum positiven Austausch untereinander. Immer wieder kursieren in den Medien Berichte über Mobbingfälle, in denen auch Instant Messenger, gerade im mobilen Bereich wie Beispielsweise WhatsApp, eine zentrale Rolle spielen. Über die Dienste, die mittlerweile alle auch die Möglichkeit bieten, Bild- oder Videodateien hin und her zu senden, können schnell auch diffamierende Bilder breit gestreut werden. Mehr zum Themenfeld Cybermobbing.

Datenschutz

Viele der Instant Messenger-Anbieter führen in ihren Nutzungsbedingungen auf, dass sie sich Nutzungsrechte über die versendeten Dateien einräumen. Das heißt, dass z. B. via WhatsApp versendetes Bildmaterial nicht mehr demjenigen gehört, der das Bild aufgenommen hat, sondern WhatsApp. Mehr hierzu unter: Probleme mit dem WhatsApp-Messenger. Dessen muss sich der Nutzer bewusst sein. Hinzu kommen bei einigen Anbietern auch Sicherheitslücken in der Übermittlung der Daten zwischen den Nutzern - dies gilt v. a. für die Nutzung von Instant Messengern auf mobilen Endgeräten. Hier wird in den Medien öfter die Befürchtung laut, dass die Daten einfach von Dritten ausgelesen werden können. So schützen Sie persönliche Daten.

Sicherer Umgang

Um besonders Kinder und Jugendliche vor unerwünschten Nachrichten und Belästigungen zu schützen, sollten einige grundlegende Sicherheitseinstellungen aktiviert werden:

  • Nachrichten fremder Personen autmatisch ablehnen. Dies ist die beste Möglichkeit, sich vor Belästigungen oder auch vor Spam und Viren zu schützen.
  • Aufnahme in die Kontaktliste regulieren. Hiermit ist gemeint, dass der Benutzer zunächst seine Erlaubnis erteilen muss, bevor er von einem anderen in dessen Kontaktliste aufgenommen werden kann. Diese Option ist bei allen Messengern nicht automatisch aktiviert.
  • Ignorier-Liste erstellen. Unerwünschten Personen kann eine Kontaktaufnahme verweigert werden, indem sie auf die "Ignorier-Liste" gesetzt werden.
  • Öffentliche Statusanzeige/Web-Präsenz abschalten. Oft wird nicht nur im Messenger selbst, sondern auch auf der öffentlichen Profil-Seite im Internet der Online-Status angezeigt. Somit können nicht nur Freunde, sondern jede beliebige Person sehen, ob man gerade online ist.
  • Nachrichten/Verlauf speichern. Die meisten Messenger bieten die Funktion, alle Gespräche automatisch auf dem Computer zu speichern (in einem sogenannten "Log"). So hat der Nutzer bei eventuellen Belästigungen alles Geschriebene mit Datum und Nickname dokumentiert, ohne Screenshots erstellen zu müssen.
  • Profilbildanzeige ausschalten. Die Fotos aus den Profilen der Nutzer werden im Nachrichtenfenster angezeigt. Um ggf. die Anzeige nicht kindgerechter Bilder anderer Nutzer zu vermeiden, ist es sinnvoll die Bild-Ansicht komplett abzuschalten. Wird für das eigene Anzeigebild ein persönliches Foto verwendet, so sollte dieses die eigene Person zumindest nicht eindeutig erkennen lassen.
  • Profilangaben möglichst anonym halten. Meist lassen sich die Profilangaben über die Messenger-Einstellungen nachträglich noch beliebig ändern.
  • Dateitransfer, Webcam und Telefon-Chat (VoIP) ausschalten. Diese Zusatzfunktionen lassen sich meist leider nicht gänzlich abstellen. Zumindest lässt sich aber oft regulieren, dass z.B. nur die Freunde auf der Kontaktliste derartige Anfragen stellen dürfen und diese zunächst der Zustimmung des Nutzers bedürfen.
  • Über Gefahren sprechen. Eltern sollten mit ihren Kindern über die Gefahren sprechen und ihnen erklären, dass sie im Falle von gesendeten Dateien und Video- oder Telefon-Anfragen von Unbekannten immer auf "ablehnen" klicken sollen.

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