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Facebook sicher einrichten

Persönliche Nachrichten austauschen, Fotos hochladen und erfahren was Freunde und Bekannte gerade machen - Facebook übt einen besonderen Reiz auf Jugendliche aus. Wir raten Eltern, das Profil Ihres Kindes zusammen einzurichten und die Entstellungen genau zu prüfen, Ihre Kinder für Gefahren und mögliche Sicherheitslücken zu sensibilisieren und Alternativen anzubieten.

Nutzer

Facebook wurde am 4. Februar 2004 gegründet. Mittlerweile hat es weltweit rund 1,6 Milliarden aktive Nutzer, die sich mindestens monatlich auf Facebook einloggen. Rund 1 Milliarde Menschen sind täglich auf Facebook aktiv. In Deutschland gibt es 28 Millionen aktive Nutzer. Pro Tag werden auf Facebook vier Milliarden Inhalte (Beiträge, Fotos, Videos etc.) gepostet sowie 22 Milliarden Mal Inhalte geliket und geteilt. Die Facebook-Nutzer verbringen durchschnittlich 20 Minuten pro Tag auf Facebook.

Kinder und Jugendliche

28 Prozent der in der KIM-Studie 2014 befragten Kinder zwischen sechs und 13 Jahren geben Facebook als Lieblingsseite an. Obwohl Facebook laut der eigenen AGB erst an 13 Jahren erlaubt ist. 73 Prozent der in der JIM-Studie 2014 befragten Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren nutzen Online-Communities, von diesen nutzen 80 Prozent Facebook.

Zu den häufigsten regelmäßigen Anwendungen in der Community zählen das Verschicken von Nachrichten an andere, das Chatten innerhalb der Community und das „Liken“ von Posts, Bildern oder Videos – Tätigkeiten, die von etwa zwei Dritteln der Nutzer mindestens mehrmals pro Woche ausgeübt werden. Das Stöbern in Profilen hat für ein gutes Drittel eine hohe Attraktivität, ein Fünftel sucht regelmäßig nach alten und/oder neuen Bekannten. Deutlich weniger häufig werden regelmäßig Spiele gespielt, Links oder der Status gepostet, Fotos bzw. Videos eingestellt oder Nachrichten auf der Pinnwand hinterlassen.

Die Geschlechter unterscheiden sich aktuell am deutlichsten, wenn es um das Stöbern in den Profilen Dritter geht: Für 44 Prozent der weiblichen aber nur 30 Prozent der männlichen Nutzer von Communities ist dies ein regelmäßiges Ritual. Auch posten Jungen zu einem größeren Anteil regelmäßig Links (15 %, Mädchen: 7 %) oder nutzen Spielangebote innerhalb der Community (16 %, Mädchen: 10 %).

Im Schnitt haben die befragten Jugendliche 256 Freunde auf Facebook. 45 Prozent der Nutzer sind mit ihren Eltern befreundet, Jüngere deutlich häufiger als Ältere (12-13 Jahre: 56 %, 14-15 Jahre: 47 %, 16-17 Jahre: 45 %, 18-19 Jahre: 38 %), 30 Prozent sind mit Lehrern befreundet.

Funktionen

Profil

Jeder Benutzer von Facebook verfügt über eine Profilseite, auf der er sich vorstellen sowie Fotos und Videos hochladen kann. Auf der Pinnwand des Profils können Besucher öffentlich sichtbare Nachrichten hinterlassen oder Kommentare zu eigenen Beiträgen des Profil-Inhabers veröffentlichen.

Like-Button

Berühmt wurde Facebook für seinen Like- bzw. Gefällt mir- Button, mit dem Nutzer mit nur einem Klick äußern können, wenn sie etwas befürworten. Mit den Emojis "Love", "Haha", "Wow", "Traurig" und "Wütend" haben Nutzer seit Februar 2016 mehr Möglichkeiten, auf Beiträge zu reagieren und Facebook damit spezifischere Informationen zu geben. Alternativ zu öffentlichen Nachrichten können sich Benutzer persönliche Nachrichten schicken oder chatten. 

Freundeslisten

Um sich mit anderen zu vernetzen, muss man Nutzern Freundschaftsanfragen stellen. Diese Anfrage kann man bestätigen, ignorieren oder ablehnen. Hierüber wird der Antragsteller nicht informiert. „Befreundet“ zu sein bedeutet im Rahmen von Facebook, sich gegenseitig Einblick in die eigene Chronik zu gewähren sowie Informationen tauschen oder gemeinsam „Apps“ nutzen zu können. Zur Kategorisierung der Freunde kann man Listen erstellen, um mit diesen bestimmte Inhalte zu teilen.

Man sieht sogar rechts im Rand, wer von seinen Freunden seit wann aktiv auf Facebook ist, was unter Datenschützern extrem umstritten ist, zumal man diese Funktion nicht ausstellen kann.

Gruppen

Für gemeinsame Interessensbereiche kann man Gruppen einrichten und Freunde können zu Veranstaltungen eingeladen werden.

Orte

Diese Erweiterung ermöglicht es, anderen Nutzern mitzuteilen, wo sie sich gerade befinden und mit wem sie gerade zusammen sind. Außerdem kann sich ein Nutzer anzeigen lassen, welche Freunde gerade ihren Standort mitgeteilt haben.

Suche

Facebook besitzt seit Beginn eine Suchfunktion, um etwa neue Freunde oder Gruppen zu finden. Im Unterschied zur bisherigen Lösung handelt es sich um eine semantische Software, die Bedingungen interpretieren und verstehen kann, statt wie bisher nur Schlagwörter. Damit kann man gezielt nach Personen, Fotos, Orte und Interessen suchen. Zudem kann man über Hashtags Beiträge zu bestimmten Begriffen suchen.

Chronik

In der Chronik wird das gesamte Online-Leben auf einem Zeitstrahl dargestellt, d.h. alle bisherigen Einträge, Fotos und Meldungen von Anwendungen werden chronologisch geordnet und sind auf einen Blick sichtbar.

Nutzer haben die Möglichkeit, direkt auf ihrer Chronik Statusmeldungen, Fotos, Videos, ihren aktuellen
Aufenthaltsort oder Lebensereignisse zu posten. Bei jedem Statusbeitrag in der Chronik können
Personen markiert oder ein genaues Datum angegeben sowie ein Ort hinzugefügt werden. Außerdem kann das Publikum, das den neuen Beitrag sehen können soll, ausgewählt werden. Die Einstellung, die an dieser Stelle getroffen wird, wird als Voreinstellung für den nächsten Post übernommen. Deshalb sollte diese Einstellung jedes Mal überprüft werden.

Seit Einführung der Chronik kann ein Facebook-Nutzer sogenannte „Lebensereignisse“ posten. Es gibt
fünf verschiedene Kategorien von Lebensereignissen, die mit kleinen Symbolen dargestellt werden.
Klickt man im Dialogfeld für Statusmeldungen auf „Lebensereignis“, öffnet sich eine Registerkarte mit
den verschiedenen Kategorien und dazugehörigen Ereignis-Vorschlägen. Der Nutzer kann einen dieser Vorschläge oder „Anderes Lebensereignis“ auswählen und weitere Informationen dazu ausfüllen. Das „fertige“ Lebensereignis erscheint dann chronologisch eingeordnet in der persönlichen Chronik.

Seiten

Facebook bietet nicht nur Profile für Privatpersonen an, sondern auch sogenannte Seiten für Künstler, bekannte Personen, Unternehmen und Marken. Folgende Seitenkategorien werden unterschieden: lokales Unternehmen oder Ort; Unternehmen, Organisation oder Institution; Marke oder Produkt; Künstler, Band oder öffentliche Person; Unterhaltung; guter Zweck oder Gemeinschaft. Diese Seiten kann man liken und bekommt deren Beiträge angezeigt.

Chat

Über die integrierte Chat-Funktion kann man persönliche Nachrichten schreiben oder in einer Gruppe mit mehreren Kontakten chatten. Hierzu bietet Facebook auch eine Reihe an Emojis an.

Messenger

Unter der Bezeichnung Facebook Messenger existiert eine Anwendung für Text- und Audio-Kommunikation für die Betriebssysteme iOS und Android. Es ist mit Facebooks Web-Chat-Funktion integriert.

Anwendungen

Entwicklern steht über die Facebook-Plattform eine Programmierschnittstelle zur Verfügung, mit der sie Programme schreiben können, die sich dem Design von Facebook anpassen und nach Erlaubnis der Nutzer auf deren Daten zugreifen können. Mitglieder des sozialen Netzwerks können die angebotenen Programme in ihre Profilseiten integrieren. Die Bandbreite umfasst Spiele und andere Kommunikationsanwendungen. Im Facebook App Center werden sämtliche Anwendungen gebündelt, die für Facebook bereitstehen.

Werbung

Die Finanzierung des sozialen Netzwerks erfolgt durch Werbung. Neben klassischen Bannern und Textanzeigen ermöglicht Facebook sogenannte Sponsored Posts, die wie normaler Beiträge im Newsfeed erscheinen und ggf. kommentiert und weitergeleitet werden können.

Datenschutzregeln genau prüfen

Die Bestimmungen für Datenschutz und Sicherheitseinstellungen am besten vor der Anmeldung prüfen und immer wieder checken, da sie sich oft ändern. So änderte Facebook die Einstellungen für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren: Ihre geteilten Daten wie Texte, Fotos und Videos können mit wenigen Klicks allen Nutzern zugänglich gemacht werden. Bislang war dies nur für „Freunde von Freunden“ möglich. Damit können sie auch Freundschaftsanfragen und Nachrichten von fremden Personen erhalten. SCHAU HIN! rät aufgrund des laxen Umgangs mit dem Daten- und Jugendschutz von einer Nutzung von Facebook durch Minderjährige ab.

Profil gemeinsam einrichten

Erlauben Sie Ihrem Kind dennoch die Nutzung von Facebook, ist es besonders wichtig, dass Sie zusammen mit ihrem Kind das Profil einrichten. Dabei sollte ihr Kind unbedingt sein richtiges Alter angeben, da für Minderjährige sicherere Voreinstellungen gelten. Zudem sind die Einschränkungen bei den Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen zu nutzen, etwa:

  • Wer kann deine zukünftigen Beiträge sehen: “Freunde”
  • Wer kann dir Freundschaftsanfragen senden: “Freunde von Freunden”
  • Wer kann in deiner Chronik posten: “Freunde”
  • Möchtest du die Beiträge überprüfen, in denen du von Freunden markiert wurdest, bevor sie in deiner Chronik erscheinen: “Ein”
  • Wer kann Beiträge, in denen du markiert wurdest, sehen: “Freunde”
  • Wer kann sehen, was andere in deiner Chronik posten: “Freunde”

Für Datenschutz sensibilisieren

Generell ist wichtig, dass Kinder keine privaten Details preisgegeben und Daten nur „Freunden“ zugänglich machen, die sie auch persönlich kennen. Auch bei einzelnen Beiträgen können Nutzer einstellen, wer diese sehen kann. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind ebenfalls dafür sensibilisieren, wen es in seine Kontaktliste aufnimmt, denn diese „Freunde“ haben automatisch Zugang zu Informationen, die sie online stellen. Um ungebetene Gäste zu vermeiden, sollten Nutzer eigene Veranstaltungen „nur für eingeladene Gäste“ sichtbar machen. Da sich die Einstellungen immer wieder ändern, ist es ratsam, dass Sie diese immer wieder kontrollieren.

Kindgerechte und sichere Netzwerke wählen

SCHAU HIN! empfiehlt stattdessen, dass Sie zusammen mit Ihrem Kind ein soziales Netzwerk aussuchen, das auch seinem Alter, Interessen und erhöhtem Schutzbedürfnis entspricht. Kindgerechte soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen, altersgerecht gestaltet und von Moderatoren begleitet, die notfalls in die Diskussion eingreifen können. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet weitgehend auf die Abfrage sensibler Daten. Eine Beruteilung, welche sozialen Netzwerke kindgerecht sind, bietet der Netzwerkatlas.

Alle Tipps im Überblick:

  • Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein soziales Netzwerk aus, das dem Alter und den Interessen Ihres Kindes entspricht und richten Sie das Profil zusammen ein.
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Gefahren sozialer Netzwerke und sprechen Sie über die Bedeutung und den Schutz von persönlichen Daten wie Adresse, Telefonnummer oder Geburtstag.
  • Raten Sie Ihrem Kind, niemals Fremde in die Freundesliste aufzunehmen und sich mit niemandem in der realen Welt zu verabreden, den es nur online kennt.
  • Überprüfen Sie die Sicherheitseinstellungen des sozialen Netzwerks gemeinsam und informieren Sie sich regelmäßig über Neuerungen.
  • Interessieren Sie sich für die Internetnutzung Ihres Kindes und haben Sie ein offenes Ohr für seine Probleme.

Mehr auf SCHAU HIN!

Ein Netzwerk-Atlas bietet eine Übersicht aller gängigen sozialen Netzwerke sowie eine Beurteilung der Jugend- und Datenschutzbestimmungen.

Wir bieten zudem konkrete Hinweise zu Facebook zur Anmeldung, grundlegende Sicherheitseinstellungen sowie zum Schutz persönlicher Informationen.

Empfehlenswert ist der Ratgeber „Facebook und andere Netzwerke“ von Kinderbuchautor Thomas Feibel. Ein Interview mit Thomas Feibel zu sozialen Netzwerken gibt es hier.

Tipps für kindgerechte soziale Netzwerke

Weitere Linktipps

Zusätzliche Tipps erhalten Sie auf dem Portal „Klicksafe“, das Hilfe zum Schutz der Privatsphäre sowie einen Leitfaden für Nutzer unter 18 Jahren bietet. Welchen Stellenwert Facebook & Co. im Leben Jugendlicher einnehmen, zeigt die Studie „Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web“ des JFF – Instituts für Medienpädagogik, die im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erstellt wurde.

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