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Tipps zum Umgang mit Messengern

Mobile Messenger bieten umfangreiche Kommunikationsmöglichkeiten von unterwegs und sind besonders beliebt bei Heranwachsenden. Sie bergen aber hohe Risiken etwa durch fremde Kontakte oder ungeeignete Inhalte wie Gewalt oder Pornografie. Sie erfordern daher einen besonders bewussten Umgang sowie die Auswahl und Begleitung durch die Eltern.

Zuletzt aktualisiert am 15. Juni 2017

Die beliebtesten Messenger

Zu den wichtigsten Apps zählen mit 95 Prozent die Angebote von Instant Messengern wie WhatsApp. Soziale Netzwerke mit Messenger-Funktion sind aber auch beliebt: Instagram, Snapchat und Facebook werden von knapp der Hälfte der Befragten auch zu direkten Kommunikation genutzt.
Bei der Betrachtung nach Altersgruppenzeigt sich auch hier, dass Facebook bei den Jüngeren kaum noch Bedeutung hat, bei den 18-bis 19-Jährigen aber nach wie vor  sehr stark genutzt wird. WhatsApp liegt in allen Altersgruppen an der Spitze, während  Instagram stärker  von  den  unter  16-Jährigen  und Snapchat stärker von den Ab-16-Jährigen genutzt wird.

Ständige Erreichbarkeit

Die zunehmende Informationsflut und ständige Erreichbarkeit nehmen Jugendliche als problematisch wahr, das zeigt die JIM-Studie 2016. 70 Prozent der Besitzer eines Smartphones stimmen der Aussage voll und ganz bzw. teilweise zu, dass sie mit den vielen Apps und Communities ganz schön viel Zeit verschwenden. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist manchmal genervt von der Fülle eingehender Nachrichten. Trotzdem meinen 68 Prozent der Jugendlichen, den Freundeskreis ohne Handy nicht mehr organisieren und planen zu können. Jeder Fünfte befürchtet, etwas zu verpassen, wenn das Smartphone ausgeschaltet ist.

Messenger sind unmoderiert, meist gibt es keine Möglichkeit, Störer oder Belästiger zu melden – so sind auch die Hemmschwellen hier niedriger. Nicht zuletzt deshalb sind mobile Messenger ein beliebtes Tool für Cybermobbing – der Ausschluss aus Gruppen, das Gründen von Hetz-Gruppen, das Versenden beleidigender Nachrichten und das Verbreiten peinlicher Fotos.

Ein Risiko dabei ist auch mit ungeeigneten Inhalten wie Pornografie- oder Gewaltvideos konfrontiert zu werden: Laut JIM-Studie 2015 ist zwei Dritteln der Handynutzer bekannt, dass solche Filme über das Handy bzw. Smartphone verbreitet werden. Jeder vierte Jugendliche bestätigt, dass Nacktbilder von Bekannten („Sexting“) im Freundeskreis verschickt wurden.

Mit dem Smartphone und Apps gibt es zunehmend mehr Möglichkeiten, von Unbekannten persönlich angesprochen zu werden. Die Preisgabe der eigenen Kontaktdaten erfolgt entweder unbewusst durch Unachtsamkeit bei der Verbreitung persönlicher Informationen, z.B. in Profilen oder bewusst etwa  durch die Nutzung von Flirt-Apps. Hinzu kommt, dass einige Messenger über eine Suchfunktion verfügen, die Accounts auffindbar machen. Fehlen hier Einstellungen zur Beschränkung der Sichtbarkeit des Profils und den Kontaktmöglichkeiten durch Fremde, ergeben sich ganz unabhängig vom eigenen Verhalten Kontaktrisiken, z.B. in Form von sexueller Belästigung.

Position von SCHAU HIN!

Zahlreiche Messenger bieten nicht den nötigen Jugend- und Datenschutz und sind daher gerade für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet, zumal sie meist laut den eigenen Geschäftsbedingungen ohnehin erst ab 13 bzw. 16 Jahren erlaubt sind. Generell sollte bei Kindern das Installieren der Apps Elternsache sein. Erlauben Eltern die Nutzung, ist es wichtig, dass sie die App vorab prüfen, sich über mögliche Alternativen informieren, gemeinsam mit ihrem Kind Nutzungsregeln vereinbaren und ihm erklären, dass es sich bei unerwünschten Kontakten und einer Konfrontation mit ängstigenden Inhalten an sie wenden kann ohne ein Chat- oder Handyverbot fürchten zu müssen. Auch persönliche Daten wie Bilder, die eigenen Messenger-Kennung oder Telefonnummer sollten nicht öffentlich gepostet oder an Fremde weitergegeben werden. Generell können Eltern ihrem Kind vermitteln, dass es nicht immer erreichbar sein muss und hier mit gutem Beispiel vorangehen.

WhatsApp - Sicherheit

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Tipps

Persönliche Daten schützen
Mobile Messenger nutzen meist die Mobilfunknummer als Kennung, greifen meist bei der Anmeldung auf Handy- und Kontaktdaten zu und bieten auch in der weiteren Nutzung kaum Schutz für persönliche Daten wie Name, Adresse, Fotos, Videos und Standort. Daher ist es hilfreich, wenn Eltern ihr Kind dafür sensibilisieren, vorsichtig mit der Weitergabe von Daten umzugehen, zusammen mit dem Kind die Berechtigungen ansehen und dann gemeinsam überlegen, wozu die App die Berechtigungen braucht und welche Folgen diese haben können. Zudem sind gerade private Daten wie Bilder und Standortdaten zu schützen. Von den wenigen Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre ist unbedingt Gebrauch zu machen. So können Nutzer bei WhatsApp ausstellen, dass andere sehen, wann man zuletzt online war („Zeitstempel“) und ihr Profilbild oder ihren Status nur bestimmten Kontakten zugänglich machen.

Unangenehme Kontakte blockieren
Sofern möglich, sollten man die Kontaktaufnahme durch Fremde unterbinden und Bilder, Anrufe etc. nicht automatisch annehmen. Heranwachsende sollten auf Nachrichten von unangenehmen Kontakten nicht reagieren und den Absender blockieren, damit die weitere Kommunikation nicht mehr möglich ist. Es ist ratsam, hin und wieder darüber zu sprechen mit wem das Kind Kontakt hält. Aus Gruppen mit unangenehmen Inhalten sollte man austreten. Eltern sollten zu ihrem Kind eine Vertrauensbasis aufbauen, so dass es sich bei Problemen wie Belästigungen und Mobbing an sie wendet. Eltern können dann mit ihrem Kind das weitere Vorgehen besprechen, etwa Nutzer und Inhalte zu melden und ggf. bei der Polizei Anzeige zu erstatten

Technischen Schutz und Beratungsangebote nutzen
Eltern sind gut beraten, den Zugriff auf Apps in App Stores zu beschränken, vor der Installation die Zugriffsberechtigung der App zu studieren, Sicherheitseinstellungen der Anwendung sowie am Gerät zu aktivieren, Ortungsdienste auszuschalten und verschlüsselte Angebote gemeinsam mit dem Kind auszuprobieren.

Nicht immer erreichbar sein

Man muss nicht ständig verfügbar und up to date sein. Eltern können mit ihrem Kind dazu Regeln, wie z.B. handyfreie Zeiten vereinbaren, sind selbst Vorbild und halten sich auch daran. So hat das Handy etwa beim Essen, bei den Hausaufgaben, dem Familienausflug oder vor dem Schlafengehen Sendepause. Handys öfter mal lautlos stellen, damit der Nachrichtenton einen nicht ständig ablenkt. Während des Schlafens das Handy besser ganz ausschalten. Wenn das schwerfällt, kann es auch zumindest anfangs abgegeben werden. Um den Ehrgeiz zu erhöhen, kann man daraus auch eine Art Wettbewerb machen und bei Treffen die Handys übereinanderstapeln. Wer seines als erstes nutzt, hat verloren. Oft merken Kinder, dass sie sich so besser konzentrieren können und weder etwas verpassen noch gleich außen vor sind, wenn sie erst später auf Nachrichten antworten oder Statusmeldungen erst später lesen. Folgende Tipps können Eltern ihrem Kind mitgeben und auch selbst beherzigen:

  • Vorher überlegen was man im Chat klärt und was lieber persönlich. Ein kurzer Anruf ist oft effektiver als ewig hin und her zu tippen.
  • Nachrichten nicht ständig checken, sondern nur alle paar Stunden. Langeweile auch mal aushalten oder sich anders beschäftigen.
  • Push-Nachrichten bewusst auswählen, damit man nicht wegen jeder Kleinigkeit abgelenkt wird. Gruppen, in denen viel kommuniziert wird, sofern möglich, stumm schalten.
  • Bei Messengern im Status anzeigen, dass man beschäftigt ist, damit andere Bescheid wissen.
  • Ausstellen, dass andere sehen, wann man zuletzt online war oder ob man eine Nachricht gelesen hat.
  • Auf das Weiterleiten von Kettenbriefen verzichten, insbesondere wenn sie Unheimliches oder Bedrohliches beinhalten.

Alternativen beachten
Bezüglich des Datenschutzes gibt es unter den Instant Messengern große Unterschiede. Die beliebte App Whatsapp gilt wegen Schlüpflöchern als unsicher. Eltern können hier Alternativen prüfen und selbst ausprobieren, welche App zum Benutzerverhalten des Kindes passt. Als gute Alternativen gelten „Threema“, „Telegram“, „Signal“ oder „Wire“. Was Sicherheit angeht, so erfüllen die Messenger die Erwartungen: eine gute Verschlüsselung, keine Weitergabe von Daten an Dritte, wie Telefonnumer oder Kontaktadressen, und eine simple Anmeldung. Dazu ist besonders Threema auch in Deutschland schon weit verbreitet.

WhatsApp-Alternativen im Vergleich

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Studien

Wie die JIM-Studie 2016 zeigt, besitzen praktisch jeder (95 Prozent) der Zwölf-bis 19-jährigen ein Smartphone. Vier Fünftel der Smartphonebesitzer haben eine Internetflatrate. Fast alle verschicken oder empfangen regelmäßig Nachrichten. In der Regel erfolgt dies über Nachrichtendienste wie WhatsApp. Zu den wichtigsten Apps zählen mit 95 Prozent die Angebote von Instant Messengern wie WhatsApp. 51 Prozent der Jugendlichen zählen zu den regelmäßigen Nutzern von Instagram (täglich: 39%), Snapchat liegt mit 45 Prozent (tägliche  Nutzung: 35%) knapp dahinter, dicht gefolgt  von Facebook (43%,  täglich:  32%). Bei der Betrachtung nach Altersgruppenzeigt sich auch hier, dass Facebook bei den Jüngeren kaum noch Bedeutung hat, bei den 18-bis 19-Jährigen aber nach wie vor  sehr stark genutzt wird. WhatsApp liegt in allen Altersgruppen an der Spitze, während  Instagram stärker  von  den  unter  16-Jährigen  und Snapchat stärker von den Ab-16-Jährigen genutzt wird.

Die zunehmende Informationsflut und ständige Erreichbarkeit nehmen Jugendliche als problematisch wahr. 70 Prozent Besitzer eines Smartphones stimmen der Aussage voll und ganz bzw. teilweise zu, dass sie mit den vielen Apps und Communities ganz schön viel Zeit verschwenden. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist manchmal genervt von der Fülle eingehender Nachrichten. Trotzdem meinen 68 Prozent der Jugendlichen, den Freundeskreis ohne Handy nicht mehr organisieren und planen zu können. Jeder Fünfte befürchtet, etwas zu verpassen, wenn das Smartphone ausgeschaltet ist.

Messenger sind unmoderiert, meist gibt es keine Möglichkeit, Störer oder Belästiger zu melden – so sind auch die Hemmschwellen hier niedriger. Nicht zuletzt deshalb sind mobile Messenger ein beliebtes Tool für Cybermobbing – der Ausschluss aus Gruppen, das Gründen von Hetz-Gruppen, das Versenden beleidigender Nachrichten und das Verbreiten peinlicher Fotos.

Ein Risiko dabei ist auch mit ungeeigneten Inhalten wie Pornografie- oder Gewaltvideos konfrontiert zu werden: Laut JIM-Studie 2015 ist zwei Dritteln der Handynutzer bekannt, dass solche Filme über das Handy bzw. Smartphone verbreitet werden, 23 Prozent haben so etwas schon im Freundeskreis
mitbekommen, 13 Prozent wurden selbst schon ungefragt solche Inhalte zugestellt. Hierbei sind Jungen (18 %) deutlich stärker betroffen als Mädchen (7 %), gleiches gilt für Jugendliche mit niedrigerem Bildungshintergrund (16 %, Gymnasium 10 %). Jeder vierte Jugendliche bestätigt, dass Nacktbilder von Bekannten („Sexting“) im Freundeskreis verschickt wurden.

Mit dem Smartphone und Apps gibt es zunehmend mehr Möglichkeiten, von Unbekannten persönlich angesprochen zu werden. Die Preisgabe der eigenen Kontaktdaten erfolgt entweder unbewusst durch Unachtsamkeit bei der Verbreitung persönlicher Informationen, z.B. in Profilen oder bewusst etwa  durch die Nutzung von Flirt-Apps. Hinzu kommt, dass einige Messenger über eine Suchfunktion verfügen, die Accounts auffindbar machen. Fehlen hier Einstellungen zur Beschränkung der Sichtbarkeit des Profils und den Kontaktmöglichkeiten durch Fremde, ergeben sich ganz unabhängig vom eigenen Verhalten Kontaktrisiken, z.B. in Form von sexueller Belästigung.

Laut einer Studie des JFF zu mobilen Medien in der Familie sehen Eltern bei diesem Thema folgenden Handlungsbedarf auf Grundlage ihrer persönlichen Erfahrungen:

  • Umfang und Intensität der Nutzung mobiler Medien durch ihre Kinder
  • Sozialer Druck zur Nutzung von Smartphone/Apps beim Übergang in die weiterführende Schule
  • Konflikte und Mobbing in sozialen Netzwerken
  • Daten- und Persönlichkeitsschutz.


Zudem sehen Eltern folgende Hürden bei der Medienerziehung in diesem Bereich:

  • Mangel an Wissen bzw. ist dieses schnell veraltet
  • Geringe Kontrollmöglichkeiten
  • Unzulänglicher technischer Jugendschutz
  • Notwendigkeit, zwischen Geschwisterkindern unterschiedlichen Alters zu differenzieren

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