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Was mach‘ ich, wenn …

... ich nicht sicher bin, ob eigentlich grundsätzlich das Herunterladen von Musik aus dem Netz für mein Kind verboten ist? Gibt es auch legale Wege?

Grundsätzlich fallen Musikwerke unter das Urheberrecht. Das heißt im Klartext: Erwachsene und Kinder dürfen weder das ganze Werk, noch Teile davon besitzen oder weiter verbreiten und aufführen. Das ist ein Schutz für die Künstler, die mit der Musik ihren Lebensunterhalt verdienen. Jede Nutzung durch Dritte muss vom Künstler ausdrücklich erlaubt sein bzw. bezahlt werden.

Es gibt mittlerweile aber auch viele Künstler, die Ihre Musik kostenlos im Netz bereitstellen. Erkennen können Sie das an diesem Zeichen "CC" ("Creative Commons"). Hier erlaubt der Künstler, dass Zuhörer sich seine Musik kostenfrei herunterladen, anhören und für eigene nichtkommerzielle Zwecke einsetzen. Geeignetes Informationsmaterial erhalten Sie zum Beispiel unter www.klicksafe.de oder www.originale-setzen-zeichen.de.

... mein Kind nie ohne Stöpsel im Ohr aus dem Haus geht?

Informieren Sie sich in jedem Fall über gute und schonende Kopfhörer und sprechen Sie mit Ihrem Kind über Vor- und Nachteile von gesundheitsverträglichen Alternativen. Auch Gefährdungen im Straßenverkehr durch Ablenkung oder eingeschränktes Hörvermögen sollten Thema sein. Wenn Sie denken, dass ihr Kind sich insbesondere aus sozialen Situationen zurückzieht und "unansprechbar" macht, weisen Sie auf Ihre Beobachtung hin, zeigen Sie Verständnis, aber vereinbaren Sie auch Regelungen und für das Miteinander in verschiedenen Situationen.

...die Musik aus den Ohrhörern meines Kindes so laut ist, dass sie praktisch jeder mithören kann?

Lautstärke von Musik ist, ebenso wie Lärmquellen, technisch mit einem Schallpegelmessgerät in Dezibel messbar; der Wert kann hilfreich sein, um festzustellen, ob eine Tonquelle langfristige Gesundheitsschäden nach sich ziehen kann. Bei 120 dB(A) spricht man von der "absoluten Schmerzgrenze". Man muss nur kurz dieser Lautstärke ausgesetzt sein und schon kann das Innenohr Schaden nehmen. Aber auch ständiger Lärm von 85 dB(A) kann dem Innenohr schaden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind in jedem Fall über mögliche Gesundheitsrisiken und vereinbaren Sie Lautstärkeeinstellungen. Überprüfen Sie auch die Qualität der genutzten Kopfhörer und überlegen Sie gemeinsam, wann das Zuhören über Lautsprecher ratsam ist. Weitere Informationen zum Thema "Lärm" finden Sie bei Auditorix in der Rubrik "Die Welt des Hörens".

... ich merke, dass mein Kind sich mit seinen Freunden sehr intensiv über Sprachnachrichten austauscht?

Die Audio-Aufnahmefunktion ist - nicht nur zwischen Gleichaltrigen - überaus praktisch, denn in kurzer Zeit kann Wichtiges übermittelt werden. Und das ziemlich authentisch, denn anders als bei der Textnachricht erfährt der Empfänger gleich durch die Stimme des Absenders auch etwas über dessen Stimmung. Eine Sprachnachricht kann Nähe, Vertrautheit und Freude bedeuten, die fehlende Person für kurze Zeit ganz nahe bringen. Merken Sie jedoch, dass über Sprachnachrichten intensiv Streit und Zank ausgetragen werden, regen Sie ihr Kind dazu an, dies in direktem Kontakt auszutragen. So lassen sich Wortgefechte und vor allem Missverständnisse am besten vermeiden.

... das Herunterladen von Musik aus dem Netz zum Wettbewerb unter Gleichaltrigen wird?

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Kosten sich mit den Downloads verbinden, und verabreden Sie ein festes Budget. Wenn Sie anregen, durch persönliche Treffen und gemeinsames Hören hier Kosten zu sparen, kann dies eine gute Idee sein. Viele öffentliche Bibliotheken bieten übrigens auch aktuelle Musiktitel (meistens zur Ausleihe auf CD oder als mp3-file) an. Wichtig ist beim Download in jedem Falle, dass Ihr Kind Musikportale nutzt, die legale oder lizenzfreie Angebote bereitstellen, denn das Urheberrecht der Künstler muss berücksichtigt werden.

... wenn mein Kind Tonaufahmen machen und im Netz veröffentlichen will?

Grundsätzlich sind eigene Tonaufnahmen eine tolle Idee, fördern die Kreativität und das Verständnis dafür, wie Hörangebote entstehen und funktionieren. Bei den Möglichkeiten reicht die Palette von Geräuschespielen über eigene Hörspiele/Hörbücher bis hin zu Magazinsendungen und Podcasts oder Musikaufnahmen mit der eigenen Band. Besprechen Sie möglichst frühzeitig mit ihrem Kind, welche Tondokumente sich zur Veröffentlichung eignen und welche eher nicht. In welchem Rahmen möchte ihr Kind veröffentlichen? Etwa auf der eigenen Homepage, der Familien-Webseite oder im Rahmen eines Blogs? Wichtig ist bei der Produktion in jedem Fall, dass alle Tonergebnisse selbst hergestellt sind, also nicht von anderen Künstlern ohne Rechtsklärung übernommen werden. Hilfe zu Rechtsfragen und zur Produktion geben auch örtliche Medienzentren.

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