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Was mach‘ ich, wenn …

… ich meinem Kind nicht immer die neuesten Handys kaufen kann oder will, die Mitschüler meines Kindes aber regelmäßig neu ausgestattet sind?

Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird ein Mobiltelefon auch als Statussymbol. Ob das alte Gerät noch funktionsfähig ist, spielt zumindest für den Nachwuchs keine Rolle. Bloß weil alle anderen Kinder angeblich schon wieder ein neues Handy haben, müssen Sie sich nicht verpflichtet fühlen, Ihrem Kind auch so ein Gerät zu kaufen. Sie sind für ihr Kind verantwortlich und entscheiden selbst, was für Ihre Familie Vorrang hat. In jedem Falle müssen Kinder auch die Erfahrung machen, dass elektronische Geräte im Verhältnis zum Kinderbudget einen hohen Preis haben. Beteiligen Sie Ihr Kinder  an den Anschaffungs- und Nutzungskosten. So erfährt es, wie mühselig es sein kann, einen Betrag zu ersparen oder zu verdienen und merkt gleichzeitig, ob ihm diese Anschaffung tatsächlich so wichtig ist.

… wenn ich bei den Smartphones kaum durchblicke und oft das Gefühl habe, dass mein Zwölfjähriger sich besser auskennt als ich. Wie kann ich da mithalten?

Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist und viele haben ein spezielles technisches Interesse. Nutzen Sie die Begeisterung und das Wissen Ihres Kindes, und lassen Sie sich von ihm zeigen, welche Neuigkeiten es gibt und wie diese funktionieren. So wissen Sie nicht nur, was Ihr Kind interessiert und was es sich wünscht, sondern auch, wie sicher sein Wissen im Bereich der Mobiltelefone ist und was Sie ihm zutrauen können. Erkundigen Sie sich auch bei Freunden und Bekannten über neue Geräte. Vielleicht besitzen diese das fragliche Modell ja schon und können Sie beraten.

… wenn mein Kind ständig angerufen oder „angesimst“ wird und es ohne Handy gar nicht mehr geht?

Auch ein Smartphone muss mal Pause haben! Teenager von heute verbringen sehr viel Zeit mit SMS schreiben, Spielen oder Musikhören  – Ruhe und Zeit für andere Aktivitäten und Aufgaben ist aber ebenso wichtig. Dazu zählen Essenszeiten genauso wie Hausaufgabenstunden oder das Zusammensein mit Gästen. „Störer“ wie das Handy sollten dabei ausgeschaltet bleiben, bei Kindern wie auch bei den Eltern.
Seien Sie ein Vorbild, legen Sie ihr Mobiltelefon bewusst zur Seite und leben Sie nach dem Motto: „Ich muss nicht immer erreichbar sein.“ Ziehen Sie eine Grenze und treffen Sie eine klare Verabredung. Je konsequenter Sie sich an diese Regel halten, desto besser können Sie diese auch gegenüber Ihren Kindern vertreten und durchsetzen. Hilft das nicht, ist es völlig in Ordnung, wenn das Handy mal eine Weile eingezogen wird. So zeigen Sie, dass es Ihnen ernst mit Ihrem Standpunkt ist.

… wenn ich mein Kind über Handy orten möchte?

Handyortung ist ein sensibles Thema, mit dem Eltern sehr vorsichtig sein sollten. SCHAU HIN! rät dringend davon ab, eine Handyortung dafür zu nutzen, ständig zu überprüfen, wo sich die Kinder aufhalten. Eltern wollen ja, dass ihre Kinder verlässliche Menschen werden und dass sie Absprachen einhalten. Besonders ältere Kinder fühlen sich übermäßig kontrolliert und sind gekränkt, dass Sie ihnen misstrauen.

… mein Kind über Handy oder Internet gemobbt wird?

Ihr Kind sollte den Cyber-Mobber sofort sperren, also die Nummer im Handy, seine E-mail-Adresse oder ihn im Sozialen Netzwerk blockieren/ablehnen. Nicht antworten führt in vielen Fällen schon dazu, dass derjenige seine Attacken einstellt. Beweise sichern, also eine Kopie der Nachricht, des beleidigenden Fotos u.a. und den Eintrag sofort dem Betreiber –der  Community oder möglicherweise der Polizei melden.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind, was es selbst noch  „aushalten“ kann und welche Wege Sie gemeinsam gehen sollten.

… mein Kind mit Freunden zum Spaß falsche Gerüchte über andere Personen im Chat oder per SMS verbreitet. Ist das schon mobben?

Mobbing liegt immer dann vor, wenn Personen wiederholt und über einen längern Zeitraum Situationen ausgesetzt sind, in denen sie beleidigt, bedroht oder bloßgestellt werden. Auch falsche Gerüchte verbreiten kann dazu zählen.
Geschieht das Ganze im Internet und über digitale Medien, sprechen wir von Cybermobbing.
Im Falle Ihres Sohnes: Sofern es sich tatsächlich um einen harmlosen Spaß mit nicht ernst gemeinten Informationen handelt, ist dies kein Mobbing. Am besten: der Empfänger wird kurz aufgeklärt oder die Information wird gleich als Spaß kenntlich gemacht z.B. mit lachendem Smily. Das hilft, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.

… ich weiß, dass es an der Schule meines Kindes Fälle von Cybermobbing gibt. Es tut aber niemand etwas dagegen. Kann ich als Nichtbetroffene aktiv werden?

In einer Schulgemeinschaft ist es oft schwer, dass Lehrer oder Schulleiter alles im Blick behalten. Ein Hinweis von aufmerksamen Eltern kann hilfreich sein und bewirken, dass für Betroffene frühzeitig Hilfe naht. Eine gute Möglichkeit ist es für Eltern, entweder die Elternvertreter (Schulpflegschaft) zu informieren und/oder Beratungs- oder Vertrauenslehrer anzusprechen.

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