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Was mach‘ ich, wenn …

… nicht möchte, dass mein Kind fernsieht, weil ich denke, es ist noch nicht alt genug dafür. Verpasst mein Kind etwas, wenn es noch nicht fernsieht?

Nein! Es gibt viele Kinder, die sich erst später für das Fernsehen interessieren. Die Kinder verpassen nichts, wenn sie nicht TV schauen. Sie beschäftigen sich in dieser Zeit mit anderen Dingen, und auch ohne Fernsehen können Kinder viel über die Welt lernen. Das Interesse für das Fernsehen kommt irgendwann von ganz alleine.

… mein Kind nach dem Fernsehen sehr aufgedreht ist?

Dass Kinder nach dem Fernsehen aufgedreht sind, kann schon mal passieren und ist an sich nichts Schlimmes. Wir raten davon ab, Fernsehen nur unter der Bedingung zu erlauben, dass Ihr Kind danach ruhig bleibt. Kinder brauchen das Toben. Es hilft ihnen, das Gesehene zu verarbeiten. Wenn es dabei laut und heftig zugeht, ist das ok.
Die Ursache dafür, dass Ihr Kind nach dem Fernsehen  aufgedreht ist, muss nicht der gesehene Film sein. Manchmal kann das auch die Folge der Erlebnisse des Tages sein. Am besten finden Sie das heraus, wenn Sie sich die Zeit nehmen, mit Ihrem Kind über den Tag zu plaudern. Ist in einer Woche viel los, kann der Fernseher öfter mal ausgeschaltet bleiben.

… mein Kind vom Fernsehen überfordert ist?

Gerade jüngere Kinder reagieren noch sehr ursprünglich auf Situationen und „leben“ Filme richtig mit. Wenn sie von etwas begeistert sind, hält es sie oft nicht mehr auf dem Sofa, ebenso, wenn etwas sehr spannend ist. Das ist in gewissen Maßen normal und muss kein Zeichen von Überforderung sein. Gerade weil sie das Gesehene „mitleben“ und körperlich verarbeiten, ist es so wichtig, dass die Fernsehzeit begrenzt ist. Kinder brauchen Zeit, um hinterher wieder zur Ruhe zu kommen.

Verlassen Sie sich auf Ihr Kind und schauen Sie genau hin. Kinder zeigen deutlich, wenn sie sich unwohl fühlen und wirklich überfordert sind. Sie gehen beim Fernsehen einfach aus dem Zimmer, reden laut oder verstecken sich. Dann sollten Sie den Fernseher ausschalten und mit Ihrem Kind darüber reden, was es verängstigt oder verschreckt hat. Kinder sind dann vom Gesehenen überfordert, wenn sie nicht begreifen oder nachvollziehen können, was im Film geschieht. Häufig sprechen Kinder Überforderungen nicht unbedingt beim Fernsehen an. Oft fragen sie viel später noch mal nach und wollen Erklärungen für das, was sie beim Schauen eines Films nicht verstanden haben.

… es abends, vor dem Schlafengehen, Streit gibt, weil der Fernseher ausgeschaltet wird?

Verzichten Sie am besten komplett auf Fernsehen direkt vor dem zu Bett gehen – gerade jüngere Kinder bleiben meist  durch die Bild- und Tonreize zu aufgedreht.

Das Ende der Sandmännchen-Sendung ist ein guter Zeitpunkt, um den Fernseher auszuschalten. Danach sollten Sie zum Abschluss des Tages einen festen Ablauf schaffen, bei dem der Fernseher keine Rolle spielt. Sie könnten den Abend mit Vorlesen ausklingen lassen oder mit Ihrem Kind über die Erlebnisse des Tages sprechen. Meist genügen einfache Frage wie: Was war schön? Was war blöd heute? Kinder freuen sich auf solche Rituale und akzeptieren dann auch leichter, dass der Fernseher ausgeschaltet wird.

… mein Kind am Wochenende morgens fernsehen möchte, während ich noch schlafe?

Gerade kleinere Kinder sollten überhaupt nicht allein fernsehen. Hier sind beispielsweise Hörbücher, Malen oder Legosteine-spielen sicher die sinnvollere Alternative. Wenn Ihr Kind etwas älter ist und eine Sendung schon kennt, und Sie wissen, wie Ihr Kind auf die Sendung reagiert, kann es am Sonntagmorgen auch mal eine halbe Stunde alleine fernsehen. Bleiben Sie aber in der Nähe, damit sie sofort mitbekommen, wenn Ihr Kind anders reagiert als sonst.

… mein Kind bei den Großeltern mehr fernsehen darf, als mir lieb ist?

Gerade bei kleinen Kindern lohnt es sich, mit den Großeltern von Beginn an darüber zu sprechen, wie mit dem Thema „Fernsehen“ umgegangen werden soll. Machen Sie Ihren Eltern oder Schwiegereltern deutlich, dass Sie konkrete Vorstellungen haben, welchen Umgang Ihre Kinder mit elektronischen Medien erlernen. Sie möchten mitbekommen, wie Ihre Kinder das, was sie im Fernsehen sehen, erleben und aufnehmen. Wenn Ihr Kind beginnt, erste Sendungen zu sehen, wollen natürlich auch die Großeltern erfahren, wie die Enkel  das Geschehen im Fernsehen erleben. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit dazu, vereinbaren Sie aber feste Zeiten und Sendungen, die sie mit ihren Enkeln anschauen können.

… ich selbst nicht auf meine Lieblingssendung verzichten möchte?

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für Kinder, dieser Rolle sollten sie sich bewusst sein. Dazu gehört auch ein ehrlicher Umgang miteinander. Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Leben. Das gilt eben auch für Eltern, deren Kinder noch zu klein zum Fernsehen sind.
Tatsächlich ist es so, dass Kinder lernen müssen, damit umzugehen, dass sie nicht alles dürfen, was Erwachsene dürfen. Daher: Schauen Sie ruhig Ihre Lieblingssendung. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie meinen, dass sie fürs Fernsehen (oder für diese spezielle Sendung) noch zu jung sind. Sie müssen sich dann in dieser Zeit mit sich selbst oder mit jemand anderem beschäftigen. Dabei lernen sie auch, dass Eltern sich die Sendungen bewusst aussuchen, die sie sehen wollen, und dass sie danach den Fernseher wieder ausmachen.
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Sendungen aufzunehmen und anzuschauen, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn es sich nicht um aktuelle Sendungen  wie eine Sportübertragung handelt, bietet sich diese Lösung an.

… Geschwister unterschiedlichen Alters fernsehen wollen?

Dies hängt auch vom jeweiligen Alter der Kinder ab. Kinder unter drei Jahren kommen gut ohne Fernsehen aus; sie erkunden die Welt noch auf andere Weise. Wenn jüngere Kinder aber doch mal bei den älteren Geschwistern Kindersendungen mitschauen, sollten Sie kein schlechtes Gewissen haben. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Die Allerjüngsten wenden sicht in der Regel nach kurzer Zeit vom Fernsehen ab, wenn es genug für sie ist. Bedenken Sie aber, dass  ältere Geschwister auch etwas brauchen, was speziell für sie bestimmt ist – beispielsweise ihre „eigene Sendung“, die sie anschauen dürfen. Die kleine Schwester/der kleine Bruder sollte für diese Zeit mit etwas anderem beschäftigt werden, beispielsweise mit Malen oder einem Bilderbuch. Das kann am Anfang zu Enttäuschung oder Streit führen. Wenn Sie aber Ihren Standpunkt ruhig und konsequent vertreten, wird es schon bald bei allen zur Selbstverständlichkeit.

… ich keine Zeit habe, eine TV-Sendungen anzuschauen, bevor ich sie meinem Kind zeige.

Viele TV-Sender bieten auf ihren Internetseiten Informationen und erste Bilder zu ihren Sendungen an. Oft finden Sie dort auch Filmbeispiele, mit denen Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können oder die Sendung steht in der Mediathek des jeweiligen Senders zum Abruf bereit. Viele Sendeangebote für die Jüngsten sind Serien. So lernen sie in jedem Falle die Figuren schon einmal kennen, bekommen einen Eindruck von den Bildern und der Musik. Das sind wichtige Hinweise, ob die Sendung zu Ihrem Kind passt. Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kika.de, www.tivi.de und auf der „Seite mit dem Elefanten“.

… mein Kind Tiere sehr gerne mag. Sind Tierfilme ein geeignetes Programm für mein Kind?

Das kommt darauf an, ob die Filme passend für Kinder gemacht sind. Viele Tierfilme sind Dokumentationen deren Inhalte zu kompliziert für jüngere Kinder dargestellt sind. Grausam wirken Szenen aus dem Tierreich oft, wenn es um „Fressen und Gefressen werden“ geht. Tierfilme, die wie ein Spielfilm erzählt werden, sind mit 90-Minuten-Länge für TV-Anfänger völlig ungeeignet.
Auch Nachmittagssendungen, die zum Beispiel aus dem Alltag in verschiedenen Zoos berichten, sind nicht wirklich altersgerecht für die Jüngsten. Die vielen Orts- und Themenwechsel können TV-Anfänger verwirren. Zudem werden diese Berichte an der spannendsten Stelle unterbrochen. So vergessen die Kleinen völlig, wann ihnen die Sendedauer  zu viel wird, weil sie gerne die Fortsetzung der Berichte erleben wollen.
Schauen Sie sich Filme und Fernsehsendungen, die Sie mit Ihren Kindern sehen möchten,  unbedingt zuerst allein an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung für eine kindgerechte Auswahl können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa bieten. Auch Internetseiten, die mit Film- und Fernsehexperten zusammenarbeiten, geben Ihnen wichtige Hinweise, wie beispielsweise www.flimmo.de, www.kika.de, www.checkeins.de und www.tivi.de.

… ich mit meinem Kind Trickfilme aussuche? Viele finde ich selbst ganz schrecklich. Was muss ich bei der Auswahl beachten?

Die technischen Möglichkeiten der Trickfilmtechnik sind mittlerweile sehr vielfältig. Zu schnelle Bildwechsel, unpassende oder sehr laute Musik und Geräusche aber auch dunkle, unheimliche Farben mit gruselig wirkenden Figuren können das Sehvergnügen für die Jüngsten beeinträchtigen.
Viele Bilderbücher, die Sie und Ihr Kind mögen, gibt es möglicherweise als Film. In der Sendung mit der Maus gibt es kurze Trickfilmepisoden, aus denen Serien entstanden sind (z.B. Shaun das Schaf). Lange Trickfilme, die spannend und sogar temporeich erzählen (z.B. Toy Story, Lauras Stern oder Wallace und Gromit) bitte erst, wenn Ihr Kind schon filmerfahren ist. Damit Sie das Passende für Ihr Kind finden, orientieren Sie sich am besten am Angebot der Kinderprogramme, die die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der KiKa bereitstellen. Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.tivi.de, www.kika.de und die „Seite mit dem Elefanten“ geben ebenso wertvolle Hinweise wie die Programmtipps auf der SCHAU HIN! Website.
Nicht vergessen: Für Trickfilme gilt das Gleiche wie für andere Filme auch: Schauen Sie sich die Filme zuerst allein an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind.

… ich meiner Vierjährigen gerne zeigen möchte, welche Trickfilme ich als Kind toll fand? Aber dann kommen mir die Filme so brutal vor. Kann ich alte Zeichentrickfilme bedenkenlos mit ihr anschauen?

Zeichentrickfilme sind nicht automatisch Kinderfilme Auch hier kommt es auf den Inhalt und die Machart an. Gerade die Klassiker – Der rosarote Panther, Speedy Gonzales oder auch Micky Maus – sind für Erwachsene gemacht, nicht für Kinder. Früher durften Kinder diese Filme oft sehen. Man hat sich damals noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, welche Filme für Kinder geeignet sind und welche nicht.
Heute wissen wir mehr darüber, wie Kinder Filme erleben und welche Folgen das haben kann. Zeichentrickfilme sind nicht generell kindgerecht. Das hat mit der gezeigten Gewalt zu tun. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie sehr schnell und hektisch geschnitten sein können. Außerdem sind die Geschichten und Witze oft für Erwachsene geschrieben. Kinder verstehen diese noch nicht.

… mein Kind Märchenfilme mag. Kann ich mich darauf verlassen, dass sie für Kinder geeignet sind?

Vorsicht, nicht jeder Märchenfilm ist gleich ein Kinderfilm. Sie sollten sich die Filme anschauen, bevor Sie sie Ihren Kindern zeigen.
Um einzuschätzen, ob ein Märchenfilm für Ihr Kind geeignet ist, können Sie auf folgende Dinge achten: Wie lang ist der Film? Märchenfilme sind oft länger als 15 oder 20 Minuten. Das ist für Fernsehanfänger zu lange. Auch wenn Sie es schaffen sollten, der Handlung zu folgen, können Inhalt, Bild- und Toneindrücke sie dennoch überfordern. Wird das Märchen genau so erzählt, wie Ihre Kinder es kennen? Abweichungen können gerade jüngere Kinder irritieren. Wie sind die Figuren, die Guten und die Bösewichte gestaltet? Arbeitet der Film mit dunklen, bedrohlich wirkenden Bildern? Kommen viele spannende oder gar gruselige Momente vor? Ist der Film besonders schnell geschnitten, so dass die einzelnen Bildeinstellungen nur kurz zu sehen sind? Bilder wirken sehr stark auf Kinder und nachdrücklich.
Märchen sind aber auch nicht unbedingt der richtige Vorlesestoff für Kinder von drei bis fünf Jahren. Das gilt insbesondere für Märchenklassiker wie die der Gebrüder Grimm. Die Geschichten sind oft noch zu lang und das Erzählte wirkt auf viele Kinder bedrohlich und angsteinflößend.
Besser ist es, Märchen zu erzählen. Das können Sie zum schönen Ritual machen, bei dem sich vielleicht auch die Großeltern oder Onkel und Tante gerne einbeziehen lassen. Unterstützt mit einem Bilderbuch ist das Ganze dann altersgerechter als ein Film.

… mein (Einzel-)Kind mit seinen Freunden häufig Filme anschauen möchte? Ich finde es wichtiger, dass die Kinder miteinander spielen. Ist das falsch?

Im eigenen Zuhause einen Film mit Freunden anzuschauen heißt nicht automatisch, dass Kinder keine Spielideen haben. Miteinander Spielen kann auch anstrengend sein. Kinder wollen etwas besonders Schönes mit anderen teilen, manchmal zeigen, welche tollen Filme sie besitzen oder kennen. Einfach einen gemütlichen Moment genießen und sich entspannen, auch das mögen Kinder gerne. So lange das gemeinsame Spielen nicht zu kurz kommt, ist das in Ordnung. Vielleicht bringt ein Film ja sogar neue Ideen ins Spiel. Gegen einen Nachmittag mit Heimkino ab und zu ist im Grunde nichts einzuwenden.

… mein Kind während einer Sendung ängstlich und unruhig wird, sich offensichtlich unwohl fühlt?

Nehmen Sie Ihr Kind auf den Schoß, so dass es sich geborgen fühlt und schalten sie das Programm am besten aus. Meist erzählen Kinder in der entspannten Situation sofort, was nicht richtig, blöd, gemein oder beängstigend war. Wichtig ist auf jeden Fall, die Ängste ihres Kindes ernst zu nehmen und nicht zu verharmlosen.

… mein Kind bei Bekannten Filme wie Harry Potter, Spiderman oder Fluch der Karibik anschaut? Auch wenn ein Erwachsener mit schaut, hat mein Kind nachts häufig Angst vor den „Monstern vom Film“. Können solche Filme für Kinder Spätfolgen haben?

Schade ist, dass Ihr Kind unangenehme Filmerlebnisse hatte. Wenn die Bilder von Geistern und Schreckgespenstern es sehr beschäftigen, geben Sie ihm die Zeit und Möglichkeit, das Gesehene zu verarbeiten: Nachspielen von Filmszenen, Gespräche über seine Angst und Ideen, wie man sich schützen könnte (Abschalten, Augen schließen, Ohren zu halten, aus dem Zimmer gehen) helfen dabei. Ermutigen Sie ihr Kind auch, sein eigenes Filmprogramm (auf DVD) auszuwählen und das auch bei Bekannten zu schauen.

… mein Kind den Film „Der kleine Bär und die große Wildnis“ gerne schaut, hier aber merkwürdige Reaktionen zeigt? Es überspringt die Sterbeszene der Mutter, und schaut dann weiter. „Das mag ich nicht sehen“, ist die Begründung. Was halten Sie davon?

Ihr Kind hat für sich herausgefunden, was es aushalten kann und was nicht. Für Kinder ist die Vorstellung, dass ihre Mutter stirbt, beängstigend und so ist es für Ihr Kind nur konsequent, den Teil, in dem der für die Bärenmutter tödliche Unfall passiert, auszulassen. So erhält es sich den Filmspaß und kann die anderen Szenen genießen. Ein selbstbewusster und sicherer Umgang mit Medien ist in diesem Falle gewährleistet.

… mein Kind immer ein riesiges Theater macht, wenn wir eine DVD oder Fernsehsendung ausschalten. Das nervt, aber hört es auf, wenn er mehr sehen darf?

Vermutlich nicht, denn Kinder müssen erst lernen, dass etwas Schönes auch einmal zu Ende ist. Bei manchen klappt es leicht, andere tun sich schwer und bringen ihre Enttäuschung und Gefühle laut zum Ausdruck. Auch wenn ihr Kind im Prinzip weiß, dass die nächste Fernsehzeit kommen wird, ist der Moment dennoch schwer auszuhalten. Eine Verlängerung des Programms würde den „Abschiedsschmerz“ nur verschieben.

… ich mein Kind manchmal länger schauen lasse?

Grundsätzlich ist es kein Problem, bei der Mediennutzung auch einmal Ausnahmen zuzulassen. Wenn die Absprachen im Allgemeinen eingehalten werden und Ihre Kinder mit Regeln und Grenzen vertraut sind, müssen Sie nicht befürchten, dass es zur Gewohnheit wird.

… mein Enkelkind mich mit seinen großen Kulleraugen anguckt und sagt. „Bitte, Opa“? Dann kann ich nicht widerstehen. Aber ich betreue es jeden Nachmittag. Was soll ich tun?

Wenn Sie regelmäßig Verantwortung in der Kinderbetreuung übernehmen, müssten bei Ihnen die gleichen Fernsehregeln gelten wie für Eltern: Eine Fernsehdauer von einer halben Stunde am Tag, am besten mit einem Erwachsenen zusammen, ist ausreichend. Berücksichtigen Sie bei der Festlegung der Zeiten auch die Nutzung von anderen Medien, wie z.B. Computerspiele. Kinder benötigen von Erwachsenen ein Raster zur Orientierung. Darauf können sie, wenn sie älter sind, zurückgreifen. Es lohnt sich also! Ab dem Vorschulalter können sie die Verantwortung mittragen, dass sie nicht zu lange Zeit mit Medien verbringen.

„Erinnere den Opa aber dran, dass wir dann ausschalten“ wäre ein Hinweis, der schon wirken könnte. Holen Sie sich Unterstützung, wenn möglich, bei den Eltern. Jeder hat vielleicht eine Idee, was Sie ansonsten noch mit Ihrem Enkelkind unternehmen könnten. Auf einer Liste oder einem Plakat mit Bildern und Text gesammelt und gut sichtbar aufgehängt, bleiben diese Ideen in Erinnerung.

… bei Freunden andere Regeln gelten als bei uns?

Sprechen Sie das Problem bei den Eltern der Freunde direkt an. Sie sollten deutlich machen, dass Sie nicht möchten, dass die Kinder so lange fernsehen. Wichtig ist, dass Sie einen klaren Standpunkt haben, den Sie auch vertreten. Sie können ihre Kinder bitten, die Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Dann können die Sie entscheiden, was angeschaut wird und wie lange der Fernseher läuft. Wenn Absprachen nicht helfen, sollten Sie dies sogar zur Bedingung machen.

… mein Kind mit der Fernbedienung spielt?

Kleine Kinder haben einen riesigen Spaß daran, Geräte an- und auszuschalten. Das gilt auch für Fernbedienungen, und das ist auch in Ordnung so. Sie bekommen ja mit, wie die Eltern damit hantieren, und wollen das auch mal ausprobieren. Sie sollten aber von Anfang an klarstellen, dass bestimmte Geräte nur gemeinsam mit den Eltern ausprobiert werden können. Dazu gehört die Fernbedienung für den Fernseher. Machen Sie es Ihren kleinen Kindern nicht zu schwer, sich an diese Abmachung zu halten. Am besten, Sie legen die Fernbedienung in eine Schublade oder irgendwo hin, wo sie nicht immer sichtbar und greifbar für Ihre Kinder ist. Dann werden sie auch weniger verführt, das tolle Gerät auch mal alleine auszuprobieren.

… mein Kind mit Hilfe des Fernsehers Deutsch lernen soll?

Damit Kinder eine Sprache richtig und nachhaltig lernen, brauchen sie die persönliche Vermittlung durch Personen, zu denen sie eine enge Bindung haben. Das können die Eltern ebenso  wie andere Verwandte oder gleichaltrige Freunde sein. Aber das Fernsehen kann sie dabei unterstützen.
Denn vier- bis fünfjährige Kinder haben Spaß daran, mit Wörtern zu spielen. Sie bilden gerne Reime, erfinden Quatschwörter. Oder amüsieren sich königlich darüber, wenn aus dem „Papa“ ein „Popo“ wird. So lernen sie spielerisch, Laute zu bilden und sich an die Sprechmelodie der Sprache zu gewöhnen.
Die Sendereihe „JoNaLu“ von ZDF tivi wurde eigens entwickelt, um diesen spielerischen Spracherwerb zu fördern. Die Hauptfiguren, Jo, Naya und Ludwig, reimen, spielen und singen mit der Sprache. Kinder lassen sich davon anstecken und bekommen Lust, das nachzuahmen. So üben sie, mit Sprache umzugehen und ihre eigenen Vorlieben zu entdecken. Das hilft gerade auch Kindern, deren erste Muttersprache nicht Deutsch ist. Eltern finden die Sendungen unter www.tivi.de in der Mediathek.

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