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Was mach‘ ich, wenn …

… wenn mein Kind gerne Sendungen auf YouTube guckt?

Jüngere Kinder sollten auf Youtube nicht eigenständig Videos ansehen. Denn das Risiko, das sie auf unggeignete Inhalte stoßen, ist hier sehr groß. Im Angebot von YouTube können sich Kinder nicht gut orientieren. Zudem ist bei den meisten Filmen Werbung vorgeschaltet und Folgefilme starten automatisch. Besser ist es, kind- und altersgerechte Angebote aus den Mediatheken von TV-Sendern oder auf Kinderwebseiten der Sender anzuwählen. Geeignete Filme und TV-Serien erscheinen auch auf DVD oder Blue-ray und können so kindgerecht eingesetzt werden. Die App YouTube Kids wirbt mit über einen Algorithmus ausgewählten Angeboten für die Jüngsten. Doch auch trotz Filter können nicht-altersgerechte Inhalte in der App landen. Bevor Kinder diese Nutzen, müssen Eltern sich vorab davon überzeugen, dass die Filme zu ihrem Kind passen und tatsächlich nicht erschrecken oder verstören.

… immer mehr Filme im Kino in 3D gezeigt werden, ich aber nicht sicher bin, ob das gut für mein Kind ist?

Wenn Sie schon selbst Filme in 3D im Kino gesehen haben, wissen Sie bereits recht genau, was auf Ihr Kind zukommt. Spannende Momente sollen noch spannender werden, indem die Filmfiguren durch die 3D-Technik ganz nah kommen. Temporeiche Szenen wie Wettlauf oder Verfolgung aber auch Fahrten und Flüge mit Fahrzeugen wirken rasanter, weil wir das Gefühl bekommen, direkt dabei zu sein. Beobachten Sie Ihr Kind beim Filme schauen am besten genau. Was macht ihm Angst, wann wird gelacht und wie geht es mit spannenden und schnell wechselnden Bildabfolgen um? Hat Ihr Kind in altersgerechten Filmen hier schon Erfahrung gesammelt und kann sich gut auf plötzlich extreme Wirkungen einstellen, spricht nichts gegen einen 3D-Filmgenuss. Ist es jedoch eher ängstlich und könnte sich von den Bildreizen überrumpelt fühlen, warten Sie lieber, bis es älter ist.

… mein Kind Filme im Kino sehen möchte? Ab wann ist mein Kind bereit dafür?

Tatsächlich ist das Filmerlebnis im Kino ein ganz anderes als vor dem heimischen Bildschirm. Bilder wirken durch die Leinwandgröße anders und intensiver, Töne und Geräusche entfalten neue Dimensionen und an die Dunkelheit im Kino muss sich manches Kind erst gewöhnen. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Kind, was es erwartet und finden Sie heraus, ob sich Ihr Kind darauf freut, den Kinobesuch neutral sieht oder wovor es Angst hat. Neugierde und Freude sind gute Berater bei der Entscheidung für einen Kinoausflug. Wichtig auch: Informieren Sie sich vorher ausführlich über Filme, die für Ihr Kind geeignet sind. Das Portal www.kinderfilmwelt.de hilft Ihnen dabei.

... wir als Großeltern andere Fernsehzeiten richtig finden, als die Eltern des Kindes?

In der Medienerziehung ist es, ebenso wie in anderen Bereichen immer notwendig, sich mit den Eltern über Erziehungsvorstellungen zu verständigen. Sie sollten voneinander wissen, was Sie für das Ihnen anvertraute Kind wichtig finden und was Sie ihm in der Mediennutzung vorleben möchten. Kinder passen sich schnell unterschiedlichen Regelsystemen an und wissen: "Das darf ich bei Oma und Opa, anderes darf ich Zuhause." Wenn Sie auf ausreichend Pausen in der Fernsehzeit und auf altersgerechte Sendungen achten, findet das Kind sich schnell in diese Regelungen ein. Betrachten Sie ausgedehnte Fernsehzeit keinesfalls als Belohnung - Ausnahmen dürfen immer mal sein - sondern stimmen Sie diese auf die Aktivitäten des Nachwuchses ab. Mehr zu Medien- und Bildschirmzeiten erfahren Sie im unserem Extrathema.

… nicht möchte, dass mein Kind fernsieht, weil ich denke, es ist noch nicht alt genug dafür. Verpasst mein Kind etwas, wenn es noch nicht fernsieht?

Nein! Es gibt viele Kinder, die sich erst später für das Fernsehen interessieren. Die Kinder verpassen nichts, wenn sie nicht TV schauen. Sie beschäftigen sich in dieser Zeit mit anderen Dingen, und auch ohne Fernsehen können Kinder viel über die Welt lernen. Das Interesse für das Fernsehen kommt irgendwann von ganz alleine.

… mein Kind nach dem Fernsehen sehr aufgedreht ist?

Dass Kinder nach dem Fernsehen aufgedreht sind, kann schon mal passieren und ist an sich nichts Schlimmes. Wir raten davon ab, Fernsehen nur unter der Bedingung zu erlauben, dass Ihr Kind danach ruhig bleibt. Kinder brauchen das Toben. Es hilft ihnen, das Gesehene zu verarbeiten. Wenn es dabei laut und heftig zugeht, ist das ok.
Die Ursache dafür, dass Ihr Kind nach dem Fernsehen aufgedreht ist, muss nicht der gesehene Film sein. Manchmal kann das auch die Folge der Erlebnisse des Tages sein. Am besten finden Sie das heraus, wenn Sie sich die Zeit nehmen, mit Ihrem Kind über den Tag zu plaudern. Ist in einer Woche viel los, kann der Fernseher öfter mal ausgeschaltet bleiben.

… mein Kind vom Fernsehen überfordert ist?

Gerade jüngere Kinder reagieren noch sehr ursprünglich auf Situationen und „leben“ Filme richtig mit. Wenn sie von etwas begeistert sind, hält es sie oft nicht mehr auf dem Sofa, ebenso, wenn etwas sehr spannend ist. Das ist in gewissen Maßen normal und muss kein Zeichen von Überforderung sein. Gerade weil sie das Gesehene „mitleben“ und körperlich verarbeiten, ist es so wichtig, dass die Fernsehzeit begrenzt ist. Kinder brauchen Zeit, um hinterher wieder zur Ruhe zu kommen.

Verlassen Sie sich auf Ihr Kind und schauen Sie genau hin. Kinder zeigen deutlich, wenn sie sich unwohl fühlen und wirklich überfordert sind. Sie gehen beim Fernsehen einfach aus dem Zimmer, reden laut oder verstecken sich. Dann sollten Sie den Fernseher ausschalten und mit Ihrem Kind darüber reden, was es verängstigt oder verschreckt hat. Kinder sind dann vom Gesehenen überfordert, wenn sie nicht begreifen oder nachvollziehen können, was im Film geschieht. Häufig sprechen Kinder Überforderungen nicht unbedingt beim Fernsehen an. Oft fragen sie viel später noch mal nach und wollen Erklärungen für das, was sie beim Schauen eines Films nicht verstanden haben.

… es abends, vor dem Schlafengehen, Streit gibt, weil der Fernseher ausgeschaltet wird?

Verzichten Sie am besten komplett auf Fernsehen direkt vor dem zu Bett gehen – gerade jüngere Kinder sind meist durch die Bild- und Tonreize zu aufgedreht. Das Ende der Sandmännchen-Sendung ist ein guter Zeitpunkt, um den Fernseher auszuschalten. Danach sollten Sie zum Abschluss des Tages einen festen Ablauf schaffen, bei dem der Fernseher keine Rolle spielt. Sie könnten den Abend mit Vorlesen ausklingen lassen oder mit Ihrem Kind über die Erlebnisse des Tages sprechen. Meist genügen einfache Frage wie: Was war schön? Was war blöd heute? Kinder freuen sich auf solche Rituale und akzeptieren dann auch leichter, dass der Fernseher ausgeschaltet wird.

… mein Kind am Wochenende morgens fernsehen möchte, während ich noch schlafe?

Gerade kleinere Kinder sehen am besten überhaupt nicht allein fern. Wenn Ihr Kind morgens vor Ihnen wach wird, sind beispielsweise Hörbücher, Malen oder Spielen mit Legosteinen sicher die sinnvollere Alternative. Wenn Ihr Kind etwas älter ist, eine Sendung schon kennt und Sie wissen, wie Ihr Kind auf die Sendung reagiert, kann es am Sonntagmorgen auch mal eine halbe Stunde alleine fernsehen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind anschließend über seine Erfahrungen, damit sie sofort mitbekommen, wie es mit dem alleine Schauen zurecht kommt und wenn es anders reagiert als sonst.

… mein Kind bei den Großeltern mehr fernsehen darf, als mir lieb ist?

Gerade bei kleinen Kindern lohnt es sich, mit den Großeltern von Beginn an darüber zu sprechen, wie mit dem Thema „Fernsehen“ umgegangen werden soll. Machen Sie Ihren Eltern oder Schwiegereltern deutlich, dass Sie konkrete Vorstellungen haben, welchen Umgang Ihre Kinder mit elektronischen Medien erlernen. Sie möchten mitbekommen, wie Ihre Kinder das, was sie im Fernsehen sehen, erleben und aufnehmen. Wenn Ihr Kind beginnt, erste Sendungen zu sehen, wollen natürlich auch die Großeltern erfahren, wie die Enkel  das Geschehen im Fernsehen erleben. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit dazu, vereinbaren Sie aber feste Zeiten und Sendungen, die sie mit ihren Enkeln anschauen können.

… ich selbst nicht auf meine Lieblingssendung verzichten möchte?

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für Kinder, dieser Rolle sollten sie sich bewusst sein. Dazu gehört auch ein ehrlicher Umgang miteinander. Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Leben. Das gilt eben auch für Eltern, deren Kinder noch zu klein zum Fernsehen sind.
Tatsächlich ist es so, dass Kinder lernen müssen, damit umzugehen, dass sie nicht alles dürfen, was Erwachsene dürfen. Daher: Schauen Sie ruhig Ihre Lieblingssendung. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie meinen, dass sie fürs Fernsehen (oder für diese spezielle Sendung) noch zu jung sind. Sie müssen sich dann in dieser Zeit mit sich selbst oder mit jemand anderem beschäftigen. Dabei lernen sie auch, dass Eltern sich die Sendungen bewusst aussuchen, die sie sehen wollen, und dass sie danach den Fernseher wieder ausmachen.
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Sendungen aufzunehmen und anzuschauen, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn es sich nicht um aktuelle Sendungen wie eine Sportübertragung handelt, bietet sich diese Lösung an.

… Geschwister unterschiedlichen Alters fernsehen wollen?

Dies hängt auch vom jeweiligen Alter der Kinder ab. Kinder unter drei Jahren kommen gut ohne Fernsehen aus; sie erkunden die Welt noch auf andere Weise. Wenn jüngere Kinder aber doch mal bei den älteren Geschwistern Kindersendungen mitschauen, müssen Sie kein schlechtes Gewissen haben. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Die Allerjüngsten wenden sicht in der Regel nach kurzer Zeit vom Fernsehen ab, wenn es genug für sie ist. Bedenken Sie aber, dass ältere Geschwister auch etwas brauchen, was speziell für sie bestimmt ist – beispielsweise ihre „eigene Sendung“, die sie anschauen dürfen. Die kleine Schwester/der kleine Bruder sollte für diese Zeit mit etwas anderem beschäftigt werden, beispielsweise mit Malen oder einem Bilderbuch. Das kann am Anfang zu Enttäuschung oder Streit führen. Wenn Sie aber Ihren Standpunkt ruhig und konsequent vertreten, wird es schon bald bei allen zur Selbstverständlichkeit.

… ich keine Zeit habe, eine TV-Sendungen anzuschauen, bevor ich sie meinem Kind zeige?

Viele TV-Sender bieten auf ihren Internetseiten Informationen und erste Bilder zu ihren Sendungen an. Oft finden Sie dort auch Filmbeispiele, mit denen Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können oder die Sendung steht in der Mediathek des jeweiligen Senders zum Abruf bereit. Viele Sendeangebote für die Jüngsten sind Serien. So lernen sie in jedem Falle die Figuren schon einmal kennen, bekommen einen Eindruck von den Bildern und der Musik. Das sind wichtige Hinweise, ob die Sendung zu Ihrem Kind passt. Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kika.de, www.tivi.de und auf der „Seite mit dem Elefanten“.

… mein Kind Tiere sehr gerne mag. Sind Tierfilme ein geeignetes Programm für mein Kind?

Das kommt darauf an, ob die Filme passend für Kinder gemacht sind. Viele Tierfilme sind Dokumentationen deren Inhalte zu kompliziert für jüngere Kinder dargestellt sind. Grausam wirken Szenen aus dem Tierreich oft, wenn es um „Fressen und Gefressen werden“ geht. Tierfilme, die wie ein Spielfilm erzählt werden, sind mit 90-Minuten-Länge für TV-Anfänger völlig ungeeignet.
Auch Nachmittagssendungen, die zum Beispiel aus dem Alltag in verschiedenen Zoos berichten, sind nicht wirklich altersgerecht für die Jüngsten. Die vielen Orts- und Themenwechsel können TV-Anfänger verwirren. Zudem werden diese Berichte an der spannendsten Stelle unterbrochen. So vergessen die Kleinen völlig, wann ihnen die Sendedauer zu viel wird, weil sie gerne die Fortsetzung der Berichte erleben wollen.
Schauen Sie sich Filme und Fernsehsendungen, die Sie mit Ihren Kindern sehen möchten, unbedingt zuerst allein an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung für eine kindgerechte Auswahl können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa bieten. Auch Internetseiten, die mit Film- und Fernsehexperten zusammenarbeiten, geben Ihnen wichtige Hinweise, wie beispielsweise www.flimmo.de, www.kika.de, www.checkeins.de, www.kinderfilmwelt.de und www.tivi.de.

… ich mit meinem Kind Trickfilme aussuche? Viele finde ich selbst ganz schrecklich. Was muss ich bei der Auswahl beachten?

Die technischen Möglichkeiten der Trickfilmtechnik sind mittlerweile sehr vielfältig. Zu schnelle Bildwechsel, unpassende oder sehr laute Musik und Geräusche aber auch dunkle, unheimliche Farben mit gruselig wirkenden Figuren können das Sehvergnügen für die Jüngsten beeinträchtigen.
Viele Bilderbücher, die Sie und Ihr Kind mögen, gibt es möglicherweise als Film. In der Sendung mit der Maus gibt es kurze Trickfilmepisoden, aus denen Serien entstanden sind (z.B. Shaun das Schaf). Lange Trickfilme, die spannend und sogar temporeich erzählen (z.B. Toy Story, Lauras Stern (Langfilme) oder Wallace und Gromit) bitte erst, wenn Ihr Kind schon filmerfahren ist. Damit Sie das Passende für Ihr Kind finden, orientieren Sie sich am besten am Angebot der Kinderprogramme, die die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der KiKa bereitstellen. Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.tivi.de, www.kika.de und die „Seite mit dem Elefanten“ geben ebenso wertvolle Hinweise wie die Programmtipps auf der SCHAU HIN!-Website. Im Portal kinderfilmwelt.de können Sie gezielt nach Alter und Filmart suchen.
Nicht vergessen: Für Trickfilme gilt das Gleiche wie für andere Filme auch: Schauen Sie sich die Filme zuerst allein an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind.

… ich meiner Vierjährigen gerne zeigen möchte, welche Trickfilme ich als Kind toll fand? Aber dann kommen mir die Filme so brutal vor. Kann ich alte Zeichentrickfilme bedenkenlos mit ihr anschauen?

Zeichentrickfilme sind nicht automatisch Kinderfilme Auch hier kommt es auf den Inhalt und die Machart an. Gerade die Klassiker – Der rosarote Panther, Speedy Gonzales oder auch Micky Maus – sind für Erwachsene gemacht, nicht für Kinder. Früher durften Kinder diese Filme oft sehen. Man hat sich damals noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, welche Filme für Kinder geeignet sind und welche nicht.
Heute wissen wir mehr darüber, wie Kinder Filme erleben und welche Folgen das haben kann. Zeichentrickfilme sind nicht generell kindgerecht. Das hat mit der gezeigten Gewalt zu tun. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie sehr schnell und hektisch geschnitten sein können. Außerdem sind die Geschichten und Witze oft für Erwachsene geschrieben. Kinder verstehen diese noch nicht.

… mein Kind Märchenfilme mag. Kann ich mich darauf verlassen, dass sie für Kinder geeignet sind?

Vorsicht, nicht jeder Märchenfilm ist gleich ein Kinderfilm. Schauen Sie sich die Filme an, bevor Sie sie Ihren Kindern zeigen. Um einzuschätzen, ob ein Märchenfilm für Ihr Kind geeignet ist, können Sie auf folgende Dinge achten: Wie lang ist der Film? Märchenfilme sind oft länger als 15 oder 20 Minuten. Das ist für Fernsehanfänger zu lange. Auch wenn Sie es schaffen sollten, der Handlung zu folgen, können Inhalt, Bild- und Toneindrücke sie dennoch überfordern. Wird das Märchen genau so erzählt, wie Ihre Kinder es kennen? Abweichungen können gerade jüngere Kinder irritieren. Wie sind die Figuren, die Guten und die Bösewichte gestaltet? Arbeitet der Film mit dunklen, bedrohlich wirkenden Bildern? Kommen viele spannende oder gar gruselige Momente vor? Ist der Film besonders schnell geschnitten, so dass die einzelnen Bildeinstellungen nur kurz zu sehen sind? Bilder wirken sehr stark auf Kinder.
Märchen sind aber auch nicht unbedingt der richtige Vorlesestoff für Kinder von drei bis fünf Jahren. Das gilt insbesondere für Märchenklassiker wie die der Gebrüder Grimm. Die Geschichten sind oft noch zu lang und das Erzählte wirkt auf viele Kinder bedrohlich und angsteinflößend.
Besser ist es, Märchen zu erzählen. Das können Sie zum schönen Ritual machen, bei dem sich vielleicht auch die Großeltern oder Onkel und Tante gerne einbeziehen lassen. Unterstützt mit einem Bilderbuch ist das Ganze dann altersgerechter als ein Film.

… mein (Einzel-)Kind mit seinen Freunden häufig Filme anschauen möchte? Ich finde es wichtiger, dass die Kinder miteinander spielen. Ist das falsch?

Im eigenen Zuhause einen Film mit Freunden anzuschauen heißt nicht automatisch, dass Kinder keine Spielideen haben. Miteinander Spielen kann auch anstrengend sein. Kinder wollen etwas besonders Schönes mit anderen teilen, manchmal zeigen, welche tollen Filme sie besitzen oder kennen. Einfach einen gemütlichen Moment genießen und sich entspannen, auch das mögen Kinder gerne. So lange das gemeinsame Spielen nicht zu kurz kommt, ist das in Ordnung. Vielleicht bringt ein Film ja sogar neue Ideen ins Spiel. Gegen einen Nachmittag mit Heimkino ab und zu ist im Grunde nichts einzuwenden.

… mein Kind bei Bekannten Filme wie Harry Potter, Spiderman oder Fluch der Karibik anschaut? Auch wenn ein Erwachsener mit schaut, hat mein Kind nachts häufig Angst vor den „Monstern vom Film“. Können solche Filme für Kinder Spätfolgen haben?

Schade ist, dass Ihr Kind unangenehme Filmerlebnisse hatte und damit weiteren Filmen gegenüber skeptisch bis ablehnend reagieren kann. Dann ist eine Pause von Film- und Fernsehangeboten angebracht.
Wenn die Bilder von Geistern und Schreckgespenstern es sehr beschäftigen, geben Sie ihm die Zeit und Möglichkeit, das Gesehene zu verarbeiten: Nachspielen von Filmszenen, Gespräche über seine Angst und Ideen, wie man sich schützen könnte (Abschalten, Augen schließen, Ohren zu halten, aus dem Zimmer gehen) helfen dabei. Ermutigen Sie ihr Kind auch, sein eigenes Filmprogramm (auf DVD) auszuwählen und das auch bei Bekannten zu schauen. Grundsätzlich gilt: Solange Kinder ausreichend Möglichkeiten haben, ihre Seherlebnisse altersgerecht zu verarbeiten, müssen Sie keine Spätfolgen befürchten.

… ich mein Kind manchmal länger schauen lasse?

Grundsätzlich ist es kein Problem, bei der Mediennutzung auch einmal Ausnahmen zuzulassen. Wenn die Absprachen im Allgemeinen eingehalten werden und Ihre Kinder mit Regeln und Grenzen vertraut sind, müssen Sie nicht befürchten, dass es zur Gewohnheit wird. Mehr über das Thema Medienzeiten erfahren Sie in unserem Extrathema.

… bei Freunden andere Regeln gelten als bei uns?

Sprechen Sie das Problem bei den Eltern der Freunde direkt an. Sie sollten deutlich machen, dass Sie nicht möchten, dass die Kinder zu lange fernsehen. Wichtig ist, dass Sie einen klaren Standpunkt haben, den Sie auch vertreten. Sie können ihre Kinder bitten, die Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Dann können die Sie entscheiden, was angeschaut wird und wie lange der Fernseher läuft. Wenn Absprachen nicht helfen, sollten Sie dies sogar zur Bedingung machen.

… mein Kind mit Hilfe des Fernsehers Deutsch lernen soll?

Vier- bis fünfjährige Kinder haben Spaß daran, mit Wörtern zu spielen. Sie bilden gerne Reime, erfinden Quatschwörter. Sie lernen spielerisch, Laute zu bilden und sich an die Sprechmelodie der Sprache zu gewöhnen. Die Sendereihe "JoNaLu" von ZDF tivi wurde eigens entwickelt, um diesen spielerischen Spracherwerb zu fördern. Die Hauptfiguren, Jo, Naya und Ludwig, reimen, spielen und singen mit der Sprache. Kinder lassen sich davon anstecken und bekommen Lust, das nachzuahmen. Das Üben und Ausprobieren einer Sprache, die nicht die erste Muttersprache ist, hilft beim Lernen. Eltern finden die Sendungen unter www.tivi.de in der Mediathek oder als DVD/Blue-ray im Geschäft. Dass Fernseh- oder Radioprogramme in deutscher Sprache, die immer im Hintergrund abgespielt werden das Sprachenlernen bedeutsam unterstützt, hierzu gibt es derzeit keine zuverlässigen Erkenntnisse.

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