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Was mach‘ ich, wenn …

… immer mehr Filme im Kino in 3D gezeigt werden, ich aber nicht sicher bin, ob das gut für mein Kind ist?

Die beste Einschätzung könnten Sie erhalten, wenn Sie den Film vorab alleine schauen oder aber mit Ihrem Kind gemeinsam ins Kino gehen. Das ist nicht immer möglich, manchmal auch gar nicht gewünscht. Informieren Sie sich dann möglichst ausführlich über den Film, seinen Inhalt und wie er gemacht ist. Aus gemeinsamen Fernseh- und Filmerlebnissen werden Sie wissen, wie ihr Kind auf welche Darstellungen reagiert und können sich anschließend entscheiden, ob Sie dem Filmbesuch zustimmen. Informationen zu Kinofilmen für Kinder finden Sie auf www.kinderfilmwelt.de.

… wir als Familie viel über Streaming-Plattformen schauen, dort aber auch viele ungeeignete Filme und Sendungen zu finden sind?

Verabreden Sie mit Ihrem Kind, dass es nur ausgewählte und mit Ihnen abgesprochene Filme schaut. Nutzen Sie die Sicherheitseinstellungen der Streamingplattform und richten Sie passwortgeschützt einen Nutzerbereich für Ihr Kind ein. Hier können Sie gemeinsam Filme auswählen, die für Ihr Kind geeignet sind und in einer Playlist zusammenstellen. Wenn Sie in erreichbarer Nähe sind, während Ihr Kind schaut, gibt das Ihrem Kind Sicherheit.

… in der Schule alle über Castingshows sprechen und mein Kind sie nun auch sehen will?

In Bezug auf Castingshows empfiehen wir aus medienpädagogischer Sicht ein Einstiegsalter zwischen elf und 13 Jahren. Vor allem jüngere Kinder haben Schwierigkeiten, sich vom Traum nach Ruhm und Karriere zu distanzieren. Älteren ist es eher möglich, eine kritische Haltung zu Castingshows einzunehmen. Sinnvoll ist es daher, zumindest einige Folgen zusammen mit ihrem Kind zu schauen. Sie respektieren den Wunsch und das Interesse Ihres Kindes. Gleichzeitig können Sie konkret aus dem Gesehenen wichtige Aspekte herausgreifen. Besprechen Sie mit ihrem Kind, ob der Umgang mit den Showteilnehmern fair ist, entdecken Sie gemeinsam geplante Inszenierungen und machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass hinter den Shows wirtschaftliche Interessen stehen. Ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie bei SCHAU HIN!.

… ich ein schlechtes Gewissen habe, weil andere Kinder angeblich viel mehr fernsehen dürfen als meine Kinder?

Haben Sie kein schlechtes Gewissen, weil andere Kinder angeblich mehr dürfen. Entscheidend ist, dass Sie gegenüber Ihrem Kind ihren eigenen Standpunkt vermitteln und durchsetzen. Lassen Sie sich nicht davon leiten, was andere Kinder angeblich zu Hause dürfen oder nicht. Vereinbaren Sie klare Regeln, wann, wie lange und was Ihr Kind im Fernsehen ansehen darf. Mehr Informationen zu Medienzeiten finden Sie hier.

… ich selbst nicht auf meine Lieblingssendung verzichten will?

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für Kinder, dieser Rolle sollten sie sich bewusst sein. Dazu zählt auch ein ehrlicher Umgang miteinander. Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Leben. Tatsächlich ist es so, dass Kinder lernen müssen, damit umzugehen, dass sie nicht alles dürfen, was Erwachsene dürfen. Daher: Schauen Sie ruhig Ihre Lieblingssendung. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Sie meinen, dass sie für diese spezielle Sendung noch zu jung  sind. Sie müssen sich dann in dieser Zeit mit sich selbst oder mit jemand anderem beschäftigen. Dabei lernen Kinder auch, dass Eltern sich die Sendungen bewusst aussuchen, die sie sehen wollen, und dass sie danach den Fernseher wieder ausmachen. Sie lernen also, wie richtige Mediennutzung aussehen kann. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Sendungen aufzunehmen und anzuschauen, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn es sich nicht um aktuelle Sendungen handelt, bietet sich diese Lösung an.

… mein Kind gerne vor dem Fernseher essen möchte?

Essen und Fernsehen sollten getrennt werden. Essen ist Familienzeit, in der man sich unterhalten und über die Ereignisse des Tages austauschen kann. Und die sollte wichtiger sein als jedes Fernsehprogramm. Für Kinder ist es außerdem ein wichtiges Ritual. Als Ausnahme kann das Essen vor dem Fernseher mal am Wochenende als Ereignis gestaltet werden. Ein DVD-Abend mit der ganzen Familie, mit leckeren Snacks oder den Lieblingsgetränken der Kinder, macht das Fernsehen zu einem Gemeinschaftserlebnis.

… bei Freunden andere Fernsehregeln gelten als zu Hause?

Eltern sollten das Problem bei den Eltern der Freunde direkt ansprechen. Sie sollten deutlich machen, dass Sie nicht möchten, dass die Kinder zu  lange fernsehen. Wichtig ist, dass Sie einen klaren Standpunkt haben, den Sie auch vertreten. Sie können Ihre Kinder bitten, die Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Dann können Sie mitentscheiden, was angeschaut wird und wie lange der Fernseher läuft. Wenn Absprachen nicht helfen, sollten Eltern das sogar zur Bedingung machen.

… mein Kind krank ist und Langeweile hat?

Fernsehen nimmt Ihre Kinder auch körperlich in Anspruch. Deshalb sollten Eltern sehr genau hinschauen und prüfen, ob der Fernseher bei Krankheit nicht besser aus bleibt. Das hängt auch von der Krankheit selbst ab. Hat sich das Kind beispielsweise ein Bein gebrochen oder ist einfach erkältet und kann deswegen nicht zum Spielen rausgehen, kann das Fernsehen helfen, die Langeweile zu vertreiben.
Gerade wenn Kinder Fieber haben oder einen Infekt, braucht der Körper Ruhe und Entspannung, um wieder gesund zu werden. Wenn das Ärgste überstanden ist, können Kinder auch wieder fernsehen. Eltern sollten dann mit kurzen Sendungen oder Ausschnitten einer DVD anfangen und beobachten, wie ihre Kinder reagieren. Bei Krankheit sind natürlich Mal- und Ratespiele, Vorlesen, Hörspiele oder der Besuch von lieben Menschen ein geeigneter Zeitvertreib.

… die Hausaufgaben wegen Fernsehen oder PC zu kurz kommen?

Wenn Kinder angefangen haben, eine Serie zu sehen, möchten sie oft wissen, wie diese weitergeht. Aber auch Kinder haben Pflichten. Und Hausaufgaben gehören dazu. Wenn Kinder beginnen, sich für eine bestimmte Serie zu interessieren, empfehlen wir, von Anfang an mit ihnen darüber zu reden, wie das in den Tagesablauf passt. Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen sein, wann und wie lange die Kinder fernsehen dürfen und wann die Hausaufgaben gemacht werden. Wenn das konsequent umgesetzt wird, lernen Kinder, dass sie sich auf die Abmachungen verlassen können, und es kann helfen, Streit zu vermeiden. Eine Auswahl an kindgerechten TV-Angebote gibt es unter www.flimmo.de.

… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fernsehen oder am PC spielen will?

Dass Fernseher oder PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe oder (bei älteren Kindern) ganze Stunde länger laufen, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Aber auch das sollte in Maßen geschehen, und Sie sollten versuchen, daraus ein Familienerlebnis zu machen. Wenn es sich alle gemeinsam vor dem Fernseher gemütlich machen und einen spannenden Film sehen, ist die Gemeinsamkeit wichtiger als das Geschehen auf dem Bildschirm.
Überlegen Sie sich für verregnete Wochenenden aber auch geeignete Alternativen. Beispielsweise gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.

… ich mein Kind am Wochenende morgens fernsehen lassen möchte, damit ich noch schlafen kann?

Gerade kleinere Kinder sollten überhaupt nicht alleine fernsehen. Hier sind beispielsweise Hörbücher, malen oder mit Legosteinen spielen sicher die sinnvollere Alternative. Wenn Kinder etwas älter sind (etwa acht) und eine Sendung schon kennen, und wenn Sie wissen, wie Ihr Kind auf die Sendung reagiert, können Sie am Sonntagmorgen auch mal eine halbe Stunde alleine fernsehen. Sie sollten aber in der Nähe sein, damit Sie sofort mitbekommen, wenn Ihr Kind anders reagiert als sonst.

… mein Kind (9) Galileo sehen möchte? (Pro Sieben, 19:00-20:15 Uhr) Ist das altersgerecht?

Dass ein Neunjähriger eine Sendung interessant findet, in der Wissen über alltägliche Zusammenhänge vermittelt wird, ist altersgerecht und nicht ungewöhnlich. Allerdings hängt die Auswahl der Sendung sehr davon ab, welche TV-Erfahrung Ihr Kind bereits hat und wie Ihr Sohn bestimmte Inhalte verarbeitet. Galileo hat mit seiner späten Sendezeit Erwachsene und eher Kinder ab 12 Jahren im Blick. Dies lässt sich sowohl daraus ableiten, dass die Erläuterungen sprachlich nicht unmittelbar auf jüngere Kinder abgestimmt sind. Ebenso wird vorausgesetzt, dass die Zuschauer bereits erfahren sind im Umgang mit Fernsehen. Bei der von Ihnen genannten Sendung ist das wichtig, weil in den Beiträgen nicht nur sachlich informiert wird, sondern zudem unterhaltende und Spannung steigernde Elemente ergänzt werden. Das soll die Zuschauer an die Sendung binden und sie neugierig machen. Je nach Darstellung können diese Bilder Kinder verängstigen oder verunsichern, weil Dinge vielleicht anders dargestellt werden, als sie ihnen bislang in der Familie vermittelt wurden. In jedem Fall brauchen Kinder hier Gesprächspartner und Begleitung. Nach einer solchen Sendung, - z.B. am Folgetag - kann es Spaß machen, sich weiter mit einem Thema zu beschäftigen. Sammeln Sie gemeinsam Informationen auch aus anderen Quellen und vergleichen Sie diese mit dem Sendeinhalt. So lernt Ihr Kind aktiv, Wissen kritisch zu prüfen.

… mein Sohn sehr gerne nach der Schule, am Nachmittag, fernsieht? Hausaufgaben macht er abends, da ist er leistungsfähiger. Das bringt das ganze Familienleben durcheinander, soll ich das hinnehmen?

Kinder haben unterschiedliche Tagesrhythmen. Manche sind abends eben fitter und Kinder nutzen das Fernsehen am Nachmittag gerne, weil sie dann nichts tun müssen. Ihrem Kind tut es gut, wenn Sie das zulassen können und schauen, wie sich das Familienleben auf diesen Rhythmus einstellen kann.

… die Medien über Katastrophen berichten, bei denen viele Menschen sterben?

Wenn in der Welt etwas Schreckliches geschieht, bekommen Kinder das mit. Sie können Ihrem Kind helfen, schreckliche Nachrichten zu verarbeiten. Schauen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Sendungen wie logo! oder Neuneinhalb. Das sind Nachrichtensendungen speziell für Kinder, die diese Themen kindgerecht aufbereiten. Auch über das Kinderradio KiRaKa und Seiten wie Hanisauland oder News4Kids können sie sich über das aktuelle Geschehen informieren.

Eine sehr gute Idee ist das Malen, denn Kinder nutzen gern Gelegenheiten, ihre Eindrücke durch eigenes Tun zu verarbeiten. Sie können beim gemeinsamen Fernsehen oder beim Malen ein Gespräch ganz einfach damit beginnen, dass Sie Ihrem Kind Ihre eigene Betroffenheit vermitteln. Zum Beispiel indem Sie ihm sagen, dass Sie das Gesehene traurig macht, dass Sie an die betroffenen Menschen denken müssen. Kinder können dann antworten. Das macht es für sie einfach, ihre eigenen Gedanken auszusprechen.

… TV-Nachrichten mein Kind überfordern?

Nicht jedes Kind reagiert auf Nachrichtenmeldungen und vor allem auf Bilder gleich. Manche Kinder verstecken sich, andere werden aggressiv oder unruhig, so dass sie Schwierigkeiten beim Einschlafen haben. Sind Kinder verängstigt oder machen sich Sorgen, dass in ihrem Umfeld etwas Ähnliches passiert, fragen sie möglicherweise mehr als sonst. Werden Kinder anhänglicher oder suchen Schutz bei den Eltern, kann auch das ein Zeichen dafür sein, dass sie sich intensiv mit dem Gesehenen beschäftigen. Wählen Sie kindgerechte Formate wie logo! und entdecken Sie Kinderseiten wie Hanisauland oder News4Kids gemeinsam mit Ihrem Kind.

… ich es durch eine Fernsehnachricht selbst mit der Angst zu tun bekomme und meine Kinder das mitkriegen?

Eltern können nicht immer stark sein und Gefühle können auch Sie einfach umhauen. Ihre Kinder haben dies in anderen Situationen – beim Tod eines Menschen, bei wichtigen Entscheidungen, bei Ärger und Wut - sicherlich auch schon einmal mit Ihnen erlebt und wissen das. Den ersten Schreckmoment überwinden und sich regelmäßig über die weitere Entwicklung beispielsweise in einem Katastrophengebiet informieren kann Ihnen (und Ihrem Kind) helfen, die Ereignisse zu begreifen und sich wieder sicherer zu fühlen. Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus. Beraten Sie sich mit anderen, wie sie im Alltag mit ihren Kindern umgehen und wie Sie Ihrer eigenen Angst gerecht werden.

… ich meine, dass Nachrichten immer nur einen kleinen Ausschnitt ganz verkürzt darstellen. Überfordere ich mein Kind, wenn ich ihm beibringen will, mehr zu erfahren?

Eine Nachricht als Anlass zu nehmen, mit Kindern Zusammenhänge genauer zu ergründen und ergänzende Informationen zu sammeln, ist eine absolut altersgerechte Sache.
Sie können dabei voneinander lernen, sei es, dass Ihnen manchmal völlig unterschiedliche Fragen wichtig sind oder, dass Sie möglicherweise gleiche Interessen und Ideen teilen.
Auch unterschiedliche Nachrichtenformen können Kinder und Eltern entdecken: wie schreiben Zeitungen, was berichten Zeitschriften und welche Informationen finde ich im Internet?

… mein Kind bereits „werbesüchtig“ ist, weil es von Klein auf Fernsehprogramme mit Werbeunterbrechungen gesehen hat?

Dann wäre es jetzt an der Zeit, mit Ihrem Kind über Werbestrategien und Konsumverhalten zu sprechen. Wichtig ist, dass Kinder verstehen, was Werbung bewirken soll. Das Gefühl, sich nicht austricksen zu lassen, schlau zu sein und auch einem verlockenden Angebot zu widerstehen, macht sie stolz. Schließlich haben sie ihr neues Wissen richtig angewandt.

… mein Kind ständig Werbemelodien trällert – kann das schädlich sein?

Nein, wenn es um die Melodiefolgen und den Spaß an der Musik geht, ist das kein Problem. Daraus lässt sich sogar in der Familie ein kleines Wettspiel machen: wer erkennt welchen Jingle – im Radio oder im Fernsehen.

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