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Was mach‘ ich, wenn …

… mein Kind nur noch in der Welt seiner Computerspiele lebt?

Wenn Kinder ein neues Spiel geschenkt bekommen, ist es verständlich, dass sie sich eine Zeit lang mit aller Leidenschaft in dieses Spiel vertiefen. Umso mehr, wenn sie gerade zwölf geworden sind und jetzt endlich die Spiele für die „Großen“ nutzen dürfen, für die sie immer zu jung waren. Es ist auch verständlich, dass sie eine Zeit lang in dieser Spielewelt „leben“ und über nichts anderes mehr sprechen wollen. Vielleicht lassen Sie sich einfach mal zum Mitspielen einladen? Wenn Eltern sich für die Themen ihrer Kinder interessieren, ist das eine gute Grundlage, auch darüber zu reden, ob die Computerspielzeit zu lang ist. Wichtig ist: Behalten Sie das Spielverhalten Ihres Kindes im Auge. Schafft es dauerhaft nicht, selbstbestimmt ein Ende zu finden, vernachlässigt es andere Hobbys sowie sozialen Kontakte und verändert es sich deutlich in seiner Persönlichkeit, sollten Sie gezielt das Gespräch mit Ihrem Kind suchen und sich bei Beratungsstellen informieren.

… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag am PC spielen will?

Dass der PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe Stunde länger läuft, ist okay, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Bieten Sie für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen an, aber sie dürfen ihre Kinder auch herausfordern, auf eigene Ideen zu kommen: Ob  Brettspiele spielen, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen, Foto- oder Filmaufnahmen machen oder einfach nur Musik hören - es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.

... mein Kind zu viel am PC spielt und ich nicht weiß, wie ich mit ihm darüber sprechen soll?

Sprechen Sie Ihr Kind direkt an und stellen Sie sachlich dar, dass sie meinen, dass Ihrer Meinung nach die Zeit vor dem Bildschirm zu lang ist. Das kann zum Konflikt führen – schließlich wollen Kinder einmal gewonnene Freiräume nicht „kampflos“ aufgeben. Wenn Sie jedoch ruhig und sachlich Ihren Standpunkt erläutern und sich auch die Argumente Ihres Kindes anhören, ist schon viel gewonnen. Auch wenn sie oft genervt reagieren: Kindern tut es gut, wenn sie merken, ihre Eltern interessieren sich für sie und haben eine klare Meinung. Gerade in der Diskussion mit älteren Kindern kann es helfen, eine objektive Grundlage für die Diskussion zu schaffen. Eltern könnten mit ihren Kindern vereinbaren, dass sie aufschreiben, wenn sie am Computer spielen und wann sie aufhören. Dann kann jeder sehen, wie lang die Spielzeit tatsächlich ist und es können neue Vereinbarungen getroffen werden.

… mein Kind am Computer geschmacklose „Ballerspiele“ spielt, ich das aber nicht will?

Wichtig für Eltern ist es auch in dieser Altersgruppe, Grenzen zu setzen. Deshalb ist es völlig in Ordnung, dass Sie Spiele mit Gewaltszenen ausschließen. Möglicherweise haben Sie eine Idee, welche Themen Ihr Kind ansonsten noch interessieren und für es eine echte Alternative sind. Ist Ihr Kind ein guter Stratege, ein flinker Spieler, fasziniert es Technik oder Außerirdisches? Gehen Sie doch einmal gemeinsam mit ihm auf Spielesuche, so dass er für sich herausfindet, welche Spiele außerdem reizvoll sind.

… mein Kind ein Spieleabo bestellt hat, was es weder wollte noch haben sollte?

Wenn Ihr Kind ein Abo bestellt hat und noch nicht volljährig ist, ist der Vertrag unwirksam. Weisen Sie den Spieleanbieter in einem Brief darauf hin, dass Sie dem Vertrag nicht zustimmen. Wenden Sie sich gerne auch an eine Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe, dort erhalten Sie eventuell einen Musterbrief für Ihren Fall sowie weitere Informationen.
Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Spiele, Apps oder Musik aus, die es nutzen darf und vereinbaren Sie einen festen monatlichen Betrag für das Herunterladen. Achten Sie auf kostenlose sowie kindgerechte Apps und Downloads.

… ich Lernspiele für ältere Kinder suche?

Die Gruppe solcher Spiele findet man unter dem Stichwort „Serious Games“. Hier wird der Spaß Ihres Kindes am Spiel aufgegriffen, gleichzeitig bekommt es aber auch wissenswerte Informationen zu verschiedenen Themen. Sport, Naturwissenschaft, Politik, Geschichte aber auch Sprachen und andere Bereiche. Wenn Sie auf der Suche nach Empfehlungen sind, dann schauen Sie am besten in die Broschüre des Familienministeriums „Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt“

… ich mir nicht sicher bin, ob es sinnvoll ist auch mit Computer und Internet zu lernen?

Kinder lernen aktiver und damit nachhaltiger als bei einem einfachen Frage- und Antwortsystem. Der Vorgang Informationen zu suchen, zu lesen und herauszufinden, was für eine Aufgabenstellung passend ist, fordert und fördert vielseitige Fähigkeiten. Ergebnisse werden aufgeschrieben, eine Lösung wird also ganz praktisch mit gezielten Mausklicks erarbeitet - mitunter auch spielerisch. Das alles macht weitaus mehr Spaß, als eine fertige Lösung „kopfgerecht“ aus dem Lehrbuch präsentiert zu bekommen. Und so können Sie davon ausgehen, dass das Gelernte auch behalten wird.

… mein Kind gerne Kampfspiele mit Soldaten spielt und solche, wo es richtig hart zur Sache geht? Übernimmt es dann nicht das Verhalten automatisch und wird später auch so?

Computerspiele können Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben, z.B. wenn es um aggressives Verhalten geht. Aber sie sind immer nur ein Faktor von vielen. Mindestens ebenso wichtig wie die Spiele ist auch wie der Umgangston Zuhause und im Freundeskreis ist. Zum Beispiel: Wie werden Streitereien und Konflikte gelöst? Aber auch: Ist die Familie in einer Stresssituation z.B. durch eine finanzielle Krise oder persönliche Probleme? Bisher konnte noch kein Wissenschaftler nachweisen, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen der Nutzung von Gewaltspielen und der Ausübung von realer Gewalt.

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