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Was mach‘ ich, wenn …

... ich mein Kind an Spiele heranführen will? Welches Gerät ist dafür geeignet?

Grundsätzlich sind in dieser Altersgruppe Geräte geeignet, die eine maximale Kontrolle in punkto Datenschutz (Deaktivieren des Internetzugangs oder der Übertragung von Standortdaten) und Nutzungsweisen (Möglichkeit von Zeitbegrenzungen) in einem sicheren "Spielraum" zulassen. Konsolen mit mehreren Displays und Multiplayermodus (Wii U) überfordern Kinder in dieser Altersgruppe und sind eher ungeeignet. Sinnvoller sind extra für Kinder entwickelte Spielgeräte (z.B. Storio von VTech), die entsprechende Spiele bereithalten. Insgesamt sollte in dieser Gruppe das Spielen nur eine untergeordnete Rolle im alltäglichen Erkunden der Lebenswelt spielen!

... mein Kind schon jetzt auf dem Tablet spielen will? Ist das in dem Alter schon ok?

Kinder zwischen 3 und 6 Jahren sollten in erster Linie Erfahrungen in der realen Welt sammeln. Digitale Angebote auf dem Tablet können diese Erlebnisse ergänzen und abwechseln, sollten sich aber in einem klaren inhaltlichen und zeitlichen Rahmen bewegen. Eine halbe bis maximal eine Stunde Bildschirmzeit ist für diese Altersgruppe empfehlenswert. Dabei ist es wichtig, geeignete Inhalte auszuwählen und das Kind bei der Nutzung zu begleiten.

... mein Kind gar kein Interesse an Spiele(-Apps) zeigt?

Das ist überhaupt kein Problem und in diesem Alter völlig normal! Genießen Sie die gemeinsame Zeit, die Sie beim Erkunden der "realen" Welt haben und beziehen Bücher oder Hörspiele als mediale Bezüge mit ein. Bildschirmmedien sollten in dieser Altersgruppe eine eher untergeordnete Rolle spielen. Das Interesse für Spiele(-Apps) kommt von ganz allein und braucht dann eine gute Basis in Sachen Alltagstruktur, Erziehungsregeln und Begleitung.

... ich nicht weiß, woran ich geeignete Spiele(-Apps) für mein Kind erkenne?

Gute Spiele(-Apps) sollten in Umfang und Inhalt dem Alter und Vorwissen eines Kindes angepasst sein (z.B. mit Vorlesefunktion für Vorschulkinder) und eine übersichtliche Gestaltung und intuitive Bedienung aufweisen. Wichtig ist außerdem, dass sie möglichst werbefrei sind und keine In-App-Käufe beinhalten, die zu kostenpflichtigen Zusatzangeboten führen. Außerdem fragen gute Spieleangebote keine umfassenden persönlichen Daten ab. Kostenpflichte Angebote weisen oftmals einen besseren Datenschutz auf und kommen ohne Werbung aus. Eine gute Orientierung auf dem Spielemarkt bieten die Alterseinstufungen der USK (http://www.usk.de/pruefverfahren/alterskennzeichen/). Sie stellen keine pädagogische Einschätzung dar, erläutern aber, ob ein Spiel für eine bestimmte Altersgruppe ungeeignet ist, weil beispielsweise gewalthaltige Inhalte und verstörende Interaktionen enthalten sind.

... mein Kind Spiele von älteren Geschwistern spielt?

Dass die jüngeren Kinder den Großen nacheifern, ist ein typisches Phänomen in Sachen Mediennutzung. Das Interesse wird sich schnell legen, wenn die Spiele zu komplex aufgebaut sind und Interaktionen abfordern, die in dem Alter noch nicht umsetzbar sind. Vermieden werden sollte das Erproben von gewalthaltigen Spielen mit höheren USK-Einstufungen. Wählen Sie besser mit Ihren Jüngsten gemeinsam Spiele aus, die altersgerecht sind und Spaß machen!

… ich einen Babysitter brauche, aber nur Computerspiele zur Verfügung stehen?

Jüngere Kinder sollten noch nicht alleine am  Computer, Tablet, Konsole oder Smartphone spielen. Es kann immer sein, dass das Spiel Reaktionen bei Ihrem Kind auslöst, die Sie nicht erwarten. Wenn es keine andere Lösung gibt? Dann achten Sie darauf, dass das eine Ausnahme bleibt und Ihr Kind möglichst nur kurze Zeit alleine bleibt. Außerdem verabreden Sie am besten ein bestimmtes Spiel das Ihrem Kind vertraut ist. Eine gute Lösung ist auch, wenn Geschwister gemeinsam spielen.

... wenn ich mit meinen unterschiedlich alten Kindern zusammen spielen will?

Gemeinsame Medienerlebnisse gehören zum Familienalltag und schaffen einen Ausgangspunkt für Gespräche über Vorlieben, Erfahrungen und Grenzen. Für das gemeinsame Spielen mit Kindern unterschiedlichen Alters sollte Sie sich für ein Angebot entscheiden, dass für die Jüngsten verständlich und inhaltlich unproblematisch ist. Hier helfen Ihnen die Alterseinstufungen der USK. Damit die älteren Mitspielenden sich nicht langweilen, kann man unterschiedliche Schwierigkeitsstufen oder Hürden einbauen, damit der Spaß für alle garantiert ist.

… mein Kind bei schlechtem Wetter oder in den Ferien den ganzen Tag Computerspiele spielen will?

Dass der PC oder die Konsole bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal ein paar Minuten länger läuft, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme. Es sollte nicht zur Gewohnheit werden, dass Regen automatisch mehr Medienzeit bedeutet. Überlegen Sie mit Ihrem Kind (am besten schon vorab) für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen. Gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten. Sicher erinnert sich Ihr Kind auch an Spielmöglichkeiten, die es gerne ganz für sich alleine genießt: eine Modellbahn für Züge oder Autos in Ruhe aufbauen, Bausätze für Flugzeuge, Schiffe o.Ä. fertig stellen oder ein Besuch bei Freunden oder Verwandten kann gemütlich sein.

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