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Was mach‘ ich, wenn …

... mein Kind schon Spiele ab 12 Jahren spielen will?

Um einschätzen zu können, ob ein Spiel altersgerecht ist, liefern die Einstufungen der USK wichtige erste Orientierungen. Sie sind jedoch keine pädagogische Empfehlung. Denn jedes Kind verfügt über einen individuellen Entwicklungsstand. Deshalb können Geschicklichkeits- oder Strategiespiele durchaus ok sein, obwohl sie für eine ältere Altersgruppe ausgewiesen sind. Das können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind entscheiden! Spielen Sie das Spiel zuerst gemeinsam und legen Sie dann fest, ob das Spiel schon passt oder doch lieber noch nicht installiert werden soll. Vorsicht ist immer bei gewalthaltigen Inhalten geboten, die jüngere Kinder überfordern und verstören können.

... in Spiele-Apps immer wieder Erweiterungen über In-App-Käufe angeboten werden?

Grundsätzlich sind In-App-Käufe eine problematische Funktion für das Spielen von Heranwachsenden, weil sie im Spielverlauf schwer zu erkennen sind und dazu animieren, Geld für ein besseres Vorankommen im Spiel auszugeben. Deshalb ist es besser, sich für kostenpflichtige Apps zu entscheiden, die frei von In-App-Käufen sind. Sie können aber auch Ihr Kind über diese Funktionen aufklären und gemeinsam die Sicherheitseinstellungen der Geräte checken, um die Gefahr von unfreiwilligen Käufen zu unterbinden. Das Kappen der Internetverbindung oder das Anpassen der Einstellungen bei iOS und Android helfen dabei. Mehr dazu finden Sie hier auf unserer Website in der Rubrik Surfen.

... mein Kind bei Freunden Spiele spielt, die ich verbiete?

Das Ignorieren von elterlichen Erziehungsvorgaben und das Überschreiten und Austesten von Grenzen ist ein typisches Handlungsmuster in diesem Alter. Es zeigt Entwicklungsschritte der Kinder an, die sich auf dem Weg ins Jugendalter befinden und mehr Spielräume und Selbständigkeit fordern. Kinder suchen sich Ihre eigenen Wege und finden diese Nischen eben auch bei Freunden. Das ist grundsätzlich und einem gewissen Rahmen auch nicht problematisch. Sie können aber auch mit den Eltern der Freunde sprechen oder auch mal eine "Spielesession" bei sich zu Hause stattfinden lassen - mit Pizza und Knabbereien - und mit einem Spiel, das für Sie ok ist.

... ich mein Kind spielerisch fördern will? Welche Spiele bieten sich an?

Der Spielemarkt für Kinder ist unüberschaubar vielfältig. Wenn sich Ihr Kind für Spiele(-Apps) interessiert, dann können Sie sich bei der Auswahl von geeigneten Angeboten an einigen Kriterien orientieren: Neben dem Beachten der Alterseinstufung der USK sollten die Spiele frei von Werbung und In-App-Käufen sein und keine (kaum) persönliche Daten abfragen. Altersgerechte Spiele haben eine übersichtliche Gestaltung und intuitive Bedienung, fördern das Lernen, binden die Spielenden aktiv ein und machen Spaß. Mehr dazu finden Sie in unserem Extrathema zu Lernen mit Medien.

... mein Kind ständig online spielen will, um nichts zu verpassen?

Online-Rollenspiele sind nie zu Ende. Wenn Kinder abschalten sollen, haben sie Angst, etwas zu verpassen. Und oft verpassen sie tatsächlich etwas. Denn das Spiel läuft weiter, und es kann durchaus sein, dass es genau zu dem Zeitpunkt zu einer entscheidenden Situation kommt, wenn die Eltern wollen, dass der Computer ausgeschaltet wird. Für Kinder kann das zu einem ernsthaften inneren Konflikt führen: Gemeinsam mit ihren Freunden haben sie auf diese Situation hingearbeitet. Jetzt müssen sie ihre Freunde im Stich lassen, wenn ihr Team Unterstützung im Finale braucht.

Mit Freunden eine Verabredung zu treffen, zu welchen Zeiten gespielt wird, könnte eine Lösung sein. Es ist auch in Ordnung, solche Spiele ganz zu verbieten, wenn Eltern merken, dass ihre Kinder damit noch nicht zurechtkommen.

... mein Kind in Onlinespielen echtes Geld verspielt?

Viele angeblich kostenlose Onlinespiele sind nur auf den ersten Blick gratis. Richtig interessant werden diese oft erst, wenn man "Extras" dazu bucht. Damit kann man zum Beispiel seine eigene Spielfigur stärker machen. Das kostet Geld. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nicht an das Paypal-Konto oder an die Nummer Ihrer Kreditkarte kommen. Wenn Ihr Kind diese findet, kann die Versuchung manchmal eben doch zu groß sein. Wenn es dazu kommt, dass Kinder mit dem Geld der Eltern bezahlen, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Vorfall sprechen und ihnen erklären, was passiert ist. Es ist in Ordnung, wenn das Kind sich zumindest an dem entstandenen Schaden beteiligt. Aber dann sollte der Fehler auch wieder verziehen sein. Denn ein Kind kann sich im Eifer des Spiels schon mal dazu hinreißen lassen, mit dem Passwort der Eltern Goldtaler zu kaufen. Auch wenn es eigentlich weiß, dass es das nicht darf. Und eine Mitverantwortung haben die Eltern auch, wenn sie ihre Passwörter nicht von ihren Kindern fernhalten.

… ich einen Babysitter brauche, aber nur Computerspiele zur Verfügung stehen?

Jüngere Kinder unter zehn Jahren spielen am besten nicht allein an Computer, Tablet, Konsole oder Smartphone. Es kann immer sein, dass das Spiel Reaktionen bei Ihrem Kind auslöst, die Sie nicht erwarten. Wenn es keine andere Lösung gibt? Dann achten Sie darauf, dass das eine Ausnahme bleibt und Ihr Kind möglichst nur kurze Zeit alleine bleibt. Außerdem verabreden Sie am besten ein bestimmtes Spiel das Ihrem Kind vertraut ist. Eine gute Lösung ist auch, wenn Geschwister gemeinsam spielen.

… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag Computerspiele spielen will?

Dass der PC oder die Konsole bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe Stunde länger läuft, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme. Es sollte nicht zur Gewohnheit werden, dass Regen automatisch mehr Medienzeit bedeutet. Überlegen Sie mit Ihrem Kind (am besten schon vorab) für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen. Gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten. Sicher erinnert sich Ihr Kind auch an Spielmöglichkeiten, die es gerne ganz für sich alleine genießt: eine Modellbahn für Züge oder Autos in Ruhe aufbauen, Bausätze für Flugzeuge, Schiffe o.Ä. fertig stellen oder ein Besuch bei Freunden oder Verwandten kann gemütlich sein.

… ich die Computerspiele meiner Kinder geschmacklos finde?

Bei der Erziehung geht es auch um die Weitergabe von Werten. Daher ist es völlig richtig, wenn Sie darauf achten, welche Inhalte und Werte in den Spielen vermittelt werden, die ihre Kinder spielen. Sie sollten bei der Auswahl der Spiele Ihrer Kinder mitreden. Nicht alles, was den Kindern gefällt, muss auch Ihnen gefallen. Aber es darf Ihren Werten, die sie an die Kinder weitergeben wollen, nicht widersprechen. Wenn das der Fall ist, ist es richtig, diese Spiele zu verbieten und zu begründen, warum.

… zwischen meinen Kindern durch das Spielen von Games erbitterte Konkurrenzkämpfe entstehen?

Bei digitalen Spielen gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Spielen: Verlieren muss genauso gelernt werden wie die Anerkennung, dass jeder unterschiedliche Spielstärken mitbringt. Die Palette der (digitalen) Spielangebote ist so breit gefächert, dass jeder Spielertyp etwas Passendes finden kann. Bei Konkurrenzkämpfen könnten Sie zum einen durch einen Spieleparcour (z.B. fünf völlig unterschiedliche Spiele die Geschick, Strategie, Schnelligkeit, Teamgeist oder Kreativität herausfordern) mit Ihren Kindern feststellen, was wem liegt und was nicht. Zum anderen sollten Ihre Kinder Fairness kennen lernen und die Spielsituation nicht auf das übrige Leben übertragen. Wenn erst einmal gar nichts nutzt: Spielpause für eine längere Zeit!

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