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Spielgenres: Verstehen, was gespielt wird

Adventure, Jump 'n' Run, Strategie, Shooter: die Genres bei Computerspielen sind mindestens so vielfältig wie bei anderen Medien wie Filmen oder Bücher. Diese lassen auch darauf schließen, welche Inhalte vermittelt werden und für welches Alter das Spiel geeignet ist. Wir bieten einen kurzen Überblick zu gängigen Spielgenres, empfehlen aber, dass Sie sich vorher über einzelne Spiele informieren.

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Adventure

In interaktiven Abenteuern treffen Spieler auf andere Figuren, sammeln Gegenstände ein, kombinieren diese und lösen knifflige Rätsel. Die Umgebung variiert je nach Spiel von comichaften bis hin zu düsteren Szenarien. Letzte dominieren bei einem „Action Adventure“, das deutlich mehr Kampfszenen enthält.

Beispiele: "Myst" und "Ankh" (klassisch) oder "Grand Theft Auto" (Action)

Eignung (USK): Das im Wesentlichen gewaltlose Spielprinzip der klassischen Adventures legt selten eine Altersbeschränkung nahe. Aufgrund ihrer Hintergrundgeschichte und ihrer Komplexität sind jüngere Kinder allerdings nur selten die Zielgruppe. Der Action-Anteil in diesen Spielen führt zu Altersbeschränkungen, die allerdings je nach Realismusgehalt, Handlungsdruck und der sich vermittelnden Spannung unterschiedlich hoch sind.

Denkspiele

Hier geht es um das Lösen unterschiedlich komplexer Rätsel, Hintergrundgeschichte oder Aufmachung sind nebensächlich; Nachdenken und Knobeln sowie manchmal Geschicklichkeit bei der Steuerung bilden die Herausforderungen für die Spieler.

Beispiele: Klassiker wie „Minesweeper“ und „Tetris“, neuere Vertreter wie „Crazy Machines“ oder „Bridge Builder“.

Eignung (USK): Für die seltenen Fälle einer Altersbeschränkung geben grafische oder inhaltliche Hintergründe, vor denen die Aufgaben gelöst werden müssen, den Ausschlag.

Edutainment

Neben reinen Spielen bietet der Markt auch (schulbezogene) Lern- oder Infosoftware, die Lerninhalte spielerisch vermitteln möchte. Trainingsprogramme für Schulfächer sind hier ebenso vertreten, wie kindgerecht gestaltete Lexika, Schreib-, Mal- und Musikprogramme oder Simulationen als vereinfachte Abbildungen komplexer Zusammenhänge (z. B. des menschlichen Körpers oder eines Staatengebildes). Es wird versucht, die Spiel-Motivation und spielerische Neugier von Kindern und Jugendlichen aufzugreifen und so ein motiviertes Lernen „nebenher“ zu ermöglichen. Sofern diese Programme eine angemessene Balance zwischen Spiel- und Lerninhalt herstellen, kann ihr Nutzwert für den Schulunterricht oder die außerschulische Wissensvermittlung recht hoch sein.

Gesellschaftsspiele

Diese Form basiert meist auf bekannten Brett-, Karten- oder Würfelspielen. Dazu gehören auch Musik- und Quizspiele. Das Prinzip ist oft bekannt, ermöglicht auch Anfängern schnelle Spielerfolge und eignet sich gut als gemeinsamer Zeitvertreib im Freundeskreis oder in der Familie.

Beispiele: Klassiker wie "Monopoly" oder "Solitär", neuere Vertreter wie "Singstar" oder "Buzz"

Eignung (USK): Die Unbedenklichkeit dieser traditionell bekannten Spielangebote wird unter dem Aspekt des Jugendschutzes durch das Kennzeichen ab 0 Jahre deutlich.

Jump&Run-Spiele

In diesem klassischen Genre hüpfen und rennen Spieler mit ihren Figuren durch verschiedene Level und versuchen dabei Hindernisse zu meistern, Gegenstände zu sammeln und Gegner zu bezwingen. Die dafür erhaltenen Punkte sind in einer Bestenliste (Highscore) zusammengefasst, was zusätzlich motivieren kann. Zudem sind Geschick, Konzentration, Reaktionsschnelligkeit und eine hohe Frustrationstoleranz gefordert.

Beispiele: Klassiker wie „Super Mario“ oder „Donkey Kong“, neuere Vertreter wie „Prince of Persia“

Eignung (USK): In diesem Genre finden sich sowohl reine Kinderspiele als auch Angebote, die aufgrund des großen Handlungsdrucks in actionreichen Abschnitten das Kennzeichen ab 6 erhalten.

Kampfspiele

Spieler wählen meist aus mehreren Figuren und messen sich kämpferisch in mehreren Runden. Neben normalen Angriffen gibt es auch besonders effektive Spezialattacken (Special Moves). Stärke demonstrieren, sich gegen andere durchsetzen - all dies fasziniert die Spieler in dieser Form des "virtuellen Armdrückens".

Beispiele: "Mortal Kombat"

Management

Mit organisatorischem Geschick leiten Spieler ein Unternehmen, einen Fußballverein, eine Stadt oder erschaffen gleich ein ganzes Imperium und verteidigen es gegen Feinde. Multiplayer-Formate erhöhen die Spieldynamik, da die Kontrahenten ihre Missionen in Echtzeit planen und durchführen.

Beispiele: „Rollercoaster-Tycoon“, „Fußball-Manager“ oder "Sim City"

Eignung (USK): Spiele dieses Genres sind unter dem Jugendschutzaspekt regelmäßig unbedenklich und werden ohne Altersbeschränkung freigegeben. Aufgrund des inhaltlichen Hintergrundes und der Komplexität sind die jüngsten Kinder allerdings nicht die Zielgruppe.

Rollenspiele

Hier bewegen Spieler einen Helden mit individuellen Fähigkeiten durch eine detailreiche Fantasiewelt, bestehen Abenteuer und entwickeln im Spielverlauf die Fähigkeiten ihrer Figur weiter. Die Online-Variante ermöglicht das gemeinsame Lösen bestimmter Missionen in Teams und wird auch als Massively Multiplayer Online Role Playing Game (MMORPG) bezeichnet.

Beispiele: "World of Warcraft"

Eignung (USK): Viele dieser Spiele erhalten eine Freigabe . Es wird dieser Altersgruppe zugetraut, dass sie das Spielgeschehen in der erkennbaren Fiktion durchschauen. Die Spielelemente sind häufig so gestaltet, dass Distanz gegenüber emotionaler Ängstigung oder Übererregung auch 12-Jährigen ermöglicht wird.

Shooter

Die Spieler treffen aus der direkten Perspektive der Spielfigur auf gegnerische Figuren und schießen auf diese mit unterschiedlichen Waffen; während sie in "Ego-Shootern" alleine aus der direkten Perspektive der Spielfigur kämpfen bzw. in 3rd-Person-Shootern diese im Weitwinkel führen, können sie sich in "Taktik-" oder "Online-Shootern" auch zusammentun. Das Spiel hat gerade unter Jungen Anhänger, die sich und anderen ihre Stärke beweisen möchten.

Beispiele: "Doom"

Eignung (USK): Die Spielelemente insgesamt und im Detail lassen regelmäßig keine Freigabe für Kinder zu.
Gerade Ego-Shooter erhalten regelmäßig das Kennzeichen ab 18. Sie sind aufgrund ihres Spielkonzepts, der audiovisuellen Umsetzung und der dichten Kampfatmosphäre typische Erwachsenenspiele.

Simulationen & Sportspiele

Fahr- und Flugsimulationen vermitteln Nervenkitzel durch hohe Geschwindigkeiten und erfordern Geschicklichkeit bei verschiedenen Parcours. Auch Sportspiele machen einzelne Sportarten direkt erlebbar, ob Fußball oder Formel 1.

Beispiele: „Microsoft Flugsimulator“, "FIFA"

Eignung (USK): Während zivilie Simulationen meist unbedenklich sind, erhalten militärische Simulationen oft eine Freigabe ab 12 oder 16 Jahre. Sportspiele werden meist ohne Altersbeschränkung freigegeben. Ausnahmen von der Regel stellen Spielumsetzungen von Kampfsportarten dar.

Strategie

Sich gegen andere mit einer überlegenen Strategie durchzusetzen ist Ziel dieses Genres; Vorbilder sind Brettspiele wie Schach oder Risiko; neuere Strategiespiele beinhalten wie auch die Management-Spiele die Komponente des Aufbaus eines funktionierenden Wirtschaftssystems; letztendlich wird der Wettstreit jedoch kriegerisch entschieden; als allmächtiger Herrscher lenkt der Spieler die Geschicke einer Nation durch strategisches Denken, Planen weiterer Spielzüge und Einstellen auf die Taktik der Gegenspieler.

Beispiele: „Age of Empires“, „Civilisation“

Eignung (USK): Die Altersfreigaben variieren nach Ziel- und Aufgabenstellung sowie ihrer grafischen Umsetzung. Militärische Strategiespiele werden für Spieler ab 12 Jahre und für höhere Altersstufen freigegeben. Ausnahmen bilden Spiele im Comic-Look oder anders stark stilisierte Umsetzungen.

Spiele-Genres kurz erklärt

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