1. Home
  2. Informieren
  3. Medien
  4. Surfen
  5. 11-13 Jahre

Was mach‘ ich, wenn …

... mein Kind täglich viel zu lange im Internet surft?

Das Abschalten des Internets ist tatsächlich keine Lösung auf Dauer. Aber es ist auch gut, wenn Eltern zeigen, dass sie bereit sind, ihren Standpunkt durchzusetzen. Eine mögliche Alternative wäre es, das Laptop nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn Sie zu Hause sind und nachvollziehen können, wie lange ihr Kind vor dem Bildschirm sitzt.

Das sollte aber nur eine Lösung für eine begrenzte Zeit sein, ebenso wie der sehr pragmatische Ansatz, das Kabel zu manipulieren. Eltern sollten sich mit ihren Kindern über die Nutzungszeiten fürs Internet auseinandersetzen und sinnvolle Regeln vereinbaren, beispielsweise durch das Einberufen eines Familienrats. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Kindern zu zeigen, dass sie ihnen vertrauen, diese Zeiten einzuhalten.

... unser Kind sich heimlich den Laptop von uns oder seinen Geschwistern nimmt und damit stundenlang im Internet surft?

Erklären Sie ihm, warum Sie sein Verhalten nicht gut finden. Ihr Kind sollte Ihren Standpunkt verstehen und merken, dass Sie diesen entschlossen vertreten. Was die Faszination des Internets anbelangt, wäre es hilfreich, wenn Sie wüssten, warum Ihr Sohn immer wieder die Möglichkeit sucht, ins Internet zu gehen. Möglicherweise ist er an einem Spiel beteiligt, wo er als Mitspieler gefordert ist oder er findet dort Kontakte, Informationen, Bestätigungen, die ihm sonst fehlen?

Stellen Sie am besten gemeinsam Zeiten auf, in denen Ihr Kind den Laptop und somit das Internet nutzen darf und überlegen Sie auch gemeinsam Alternativen ohne Laptop oder Computer. Erweist sich das als schwierig und vernachlässigt Ihr Kind gemeinsame Unternehmungen oder persönliche Hobbys, könnte vielleicht ein Computerkurs richtig sein. Dabei lernt Ihr Kind das Medium aktiv selbst zu nutzen, in dem es Spiele selbst programmiert, Webseiten gestaltet oder Filme produziert.

... mein Kind auf Internetseiten mit pornografischen Inhalten geht?

Eltern können nicht vollständig verhindern, dass Kinder auf ungeeignete Inhalte im Internet stoßen, aber bei pornografischen Seiten sollten Sie deutlich Grenzen setzen. Sprechen Sie darüber, warum Sie die Inhalte dieser Seiten ablehnen. Ihr Kind sollte Ihren Standpunkt verstehen und merken, dass Sie ihn entschlossen vertreten. Es sollte aber auch das Vertrauen haben, zu Hause über seine Interneterlebnisse berichten zu können, ohne gleich Konsequenzen fürchten zu müssen. SCHAU HIN! rät von generellen Internetverboten ab, es sei denn Sie stellen fest, dass Ihr Kind gezielt auf der Suche nach ungeeigneten Inhalten ist.

... ich mit technischen Zeitbegrenzungen kontrollieren will, wie lange meine Kinder am PC sitzen?

Sinnvoll ist die Lösung, den Computer in einen Gemeinschaftsraum zu stellen. So können Sie überblicken, wie lange Ihr Kind davor sitzt und welche Seiten es besucht. Als Faustregel gilt: 75 Minuten am Tag sind in diesem Alter genug. Doch Eltern können Ihre Kinder nicht immer kontrollieren. Wenn sich Ihr Kind hin und wieder etwas exzessiver mit dem Internet beschäftigt, ist das noch nicht unbedingt bedenklich. Programme zur Zeitlimitierung sollten Eltern nur in Ausnahmefällen einsetzen, wenn andere Lebensbereiche (z.B. Freunde, Schule, Sport) stark vernachlässigt werden. Spezielle Programme begrenzen die Nutzung zeitlich und zeigen die verbleibende Zeit an. Besser ist es, gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln zu vereinbaren, die es selbstständig einhält.

... ich gar nicht möchte, dass mein Kind ins Internet geht?

Inzwischen nehmen auch schon viele Schulen das Thema Internet auf und versuchen, den Kindern die ersten Schritte im Netz beizubringen. Insofern ist es für Eltern nicht unbedingt empfehlenswert, ihren Kindern kategorisch zu verbieten, das Internet kennenzulernen. Ob tatsächlich für die Erledigung der Hausaufgaben allgemein der Einsatz von Internet erwartet wird, können Eltern am besten mit den Lehrern direkt klären.

Wenn Kinder das Internet entdecken, sollten Eltern sie bei den ersten Schritten im Netz begleiten. Kinder sollen die Fähigkeit entwickeln, sich so im Internet zu bewegen, dass sie Gefahren vermeiden können. Eltern sollten ihren Kindern ihre Vorstellung vom richtigen Gebrauch des Internets vermitteln. Dazu gehört auch, die Dauer der Internetnutzung so zu vereinbaren, wie Eltern es für sinnvoll halten.

... mein Kind Onlinespiele im Internet spielt, und ich weiß nicht mit wem?

Bei Onlinespielen besteht tatsächlich das Risiko, dass Kinder zu viele Daten von sich preisgeben. Das fängt bereits bei der Registrierung an. Eltern sollten unbedingt dabei sein, wenn ihre Kinder sich registrieren. Vorsicht bei Angeboten, die nach der Telefonnummer oder der Adresse fragen. Seriöse Angebote können Sie daran erkennen, dass sich Ihr Kind nicht ohne die schriftliche Zustimmung der Eltern registrieren kann. Das ist beispielsweise beim tivi.treff der Fall. Unter www.blinde-kuh.de finden Kinder eine Datenbank mit Onlinespielen, die sie nutzen können, ohne persönliche Daten von sich preis zu geben.

Die Idee, Onlinespiele gemeinsam mit den Kindern zu nutzen, finden wir sehr gut. Die Kinder können den Eltern erklären, wie die Spiele funktionieren und warum es ihnen so viel Spaß macht, sie zu spielen. So können Sie Ihrem Kind spielerisch zeigen, wie es sich richtig verhalten und worauf es achten sollte. Dabei sollten Sie Ihrem Kind vermitteln, dass Sie gegen andere "echte" Menschen spielen und deshalb nicht zuviel von sich preisgeben sollten. Zudem sollten Sie Ihrem Kind das gute Gefühl geben, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte jemand merkwürdige Dinge fragen. Außerdem bekommen Sie einen Eindruck von den Spielen Ihres Kindes und können beurteilen, ob die Spiele wirklich für es geeignet sind.

... mein Kind in Onlinespielen echtes Geld verspielt?

Viele angeblich kostenlose Onlinespiele sind nur auf den ersten Blick gratis. Richtig interessant werden diese oft erst, wenn man "Extras" dazu bucht. Damit kann man zum Beispiel seine eigene Spielfigur stärker machen. Das kostet Geld. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nicht an das Paypal-Konto oder an die Nummer Ihrer Kreditkarte kommen. Wenn Ihr Kind diese findet, kann die Versuchung manchmal eben doch zu groß sein. Wenn es dazu kommt, dass Kinder mit dem Geld der Eltern bezahlen, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Vorfall sprechen und ihnen erklären, was passiert ist. Es ist in Ordnung, wenn das Kind sich zumindest an dem entstandenen Schaden beteiligt. Aber dann sollte der Fehler auch wieder verziehen sein. Denn ein Kind kann sich im Eifer des Spiels schon mal dazu hinreißen lassen, mit dem Passwort der Eltern Goldtaler zu kaufen. Auch wenn es eigentlich weiß, dass es das nicht darf. Und eine Mitverantwortung haben die Eltern auch, wenn sie ihre Passwörter nicht von ihren Kindern fernhalten.

... ich nicht sicher bin, ob eigentlich grundsätzlich das Herunterladen von Musik aus dem Netz für mein Kind verboten ist? Gibt es auch legale Wege?

Grundsätzlich fallen Musikwerke unter das Urheberrecht. Das heißt im Klartext: Erwachsene und Kinder dürfen weder das ganze Werk, noch Teile davon besitzen oder weiter verbreiten und aufführen. Das ist ein Schutz für die Künstler, die mit der Musik ihren Lebensunterhalt verdienen. Jede Nutzung durch Dritte muss vom Künstler ausdrücklich erlaubt sein bzw. bezahlt werden.

Es gibt mittlerweile aber auch viele Künstler, die Ihre Musik kostenlos im Netz bereitstellen. Erkennen können Sie das an diesem Zeichen "CC" ("Creative Commons"). Hier erlaubt der Künstler, dass Zuhörer sich seine Musik kostenfrei herunterladen, anhören und für eigene nichtkommerzielle Zwecke einsetzen. Geeignetes Informationsmaterial erhalten Sie zum Beispiel unter www.klicksafe.de oder www.originale-setzen-zeichen.de.

... ich verhindern möchte, dass mein Kind (auch aus Versehen) etwas illegal aus dem Netz herunter lädt? Kann ich das technisch verhindern?

Mit einem gängigen Jugendschutzprogramm können Sie in der Regel zumindest verhindern, dass Ihr Kind solche Tauschseiten aufruft. Zusätzliche Programme blockieren zudem Software, mit der Dateien getauscht werden können Information gibt es unter www.jugendschutzprogramm.de oder unter www.klicksafe.de.

... mein Kind Informationen von anderen, ihm unbekannten Personen, verbreitet.

Hier gilt im Wesentlichen das Gleiche wie beim Herunterladen: Wichtig ist die explizite Zustimmung, entsprechende Texte, Bilder, Filme oder anderes Material nutzen zu dürfen. Ansonsten gilt: Nur in ganz wenigen Fällen, beispielsweise wenn es sich um bekannte Personen handelt oder die Aufnahme eine größere Menschenmenge wie ein Rockkonzert oder eine Demonstration zeigt, kann es ohne Zustimmung erlaubt sein, Bilder von Personen ins Netz zu stellen.

... ich wissen will, wie viel von mir oder meinem Kind im Netz zu finden ist?

Geben Sie einfach Vor- und Zunamen einmal in eine Suchmaschine ein, eventuell auch weitere Angaben zu Ihrer Person und zu Ihrem Kind. Interessant ist, wie viele Spuren von uns - oft ungewollt - im Netz verbleiben. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Kind darüber, dass es keine persönlichen Sachen öffentlich verbreitet. Wenn Sie gemeinsam regelmäßig die Sicherheitseinstellungen Ihres Netzwerkprofils kontrollieren und möglichst keine persönlichen Daten angeben, sind Sie auf einem guten Weg.

... ich meinem Kind erklären möchte, wann es welche Daten preisgeben darf und wann nicht?

In der Regel sind beim Online-Einkauf die Daten der Kunden wichtig. Firmen müssen wissen, wohin die Ware soll und wer bezahlt. Kinder sind von Kaufgeschäften jedoch zunächst einmal ausgeschlossen. Trotzdem ist Vorsicht bei einfachen Anmeldungen geboten. Überlegen Sie mit Ihrem Kind immer ganz genau, ob die abgefragten Informationen wie Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse tatsächlich vom Internetanbieter benötigt werden und wofür. Gilt in der Familie ein strikter Verzicht auf die Preisgabe persönlicher Daten, ist es auch für Ihr Kind leicht, auf etwas zu verzichten.

... ich selbst beruflich lange am Computer sitze und mit meinem Kind feste Zeiten vereinbaren will?

Für Ihr Kind ist im Grunde klar, dass für Erwachsene andere Regeln gelten, als für Kinder. Wenn Sie beruflich am Computer gefordert sind, können Sie sich dies nicht unbedingt aussuchen. Achten Sie jedoch zumindest in der Freizeit darauf, wie häufig Sie "on" sind. Vielleicht ist es eine gute Möglichkeit, wenn Sie sich gegenseitig darin bestärken, auch für andere Aktivitäten Zeit zu haben und sich zum Kicken, Essen, Klönen oder einen gemeinsamen Kinobesuch oder Besuch bei Freunden verabreden.

... mein Kind im Internet beleidigende, verrohte Sprache nutzt und andere anpöbelt?

Tatsächlich ist der Ton in vielen Foren und Chats im Internet sehr ruppig. Beiträge können im Schutz der Anonymität, ohne Preisgabe des eigenen Namens veröffentlicht werden. Das verleitet viele dazu, andere zu beleidigen oder sich rüpelhaft im Netz anderen gegenüber zu benehmen. Kinder müssen also lernen, dass es auch im Internet Regeln gibt, die eingehalten werden müssen. Beleidigungen, Drohungen, Mobbing - all das ist verboten, on- wie offline. Was Kinder bei der Online-Kommunikation beachten sollten - u.a. auch, was das eigene Benehmen angeht - präsentiert das Poster "Sicher chatten!".

Generell ist es gut, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber einen festen Standpunkt vertreten, wie ein fairer und respektvoller Umgang mit anderen Menschen aussieht. Dazu gehört auch, selbst im Alltag auf den Umgangston und die Sprache zu achten und Vorbild zu sein. Speziell Teenager registrieren sehr genau, ob sie ernst genommen, ständig angemeckert und ausgeschimpft werden oder Eltern ihnen wenig vertrauen. Achten Sie in Ihrer Familie auf Fairness und Respekt - das ist ein wirksamer Weg, dass es auch in anderen Lebensbereichen Ihres Kindes fair zugeht.

... mein Kind Fotos ins Netz stellt, die zu persönlich sind?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass es seine persönlichen Daten schützen sollte. Schnell ändert sich die Meinung der Kinder, wenn Eltern ihnen praktische Beispiele geben: "Stell dir vor, dein Foto hängt am Schwarzen Brett in der Schule oder irgendwo in der Fußgängerzone und alle können es sehen."

Dass ein Foto im weltweiten Datennetz noch von viel mehr Menschen gesehen wird, ist dann verständlicher und die Fotos können dann im persönlichen Bereich eines Netzwerkes präsentiert werden, in dem nur wenige Freunde zugelassen sind.

In der Beschreibung und Beschriftung von Bildern in keinem Fall den vollständigen Name, Adresse oder Telefonnummer nennen. Beim Hochladen von Bildern über das Smartphone unbedingt darauf achten, dass das sogenannte "GPS Tagging", also die Ortsbestimmung des Handys, deaktiviert ist. Ansonsten kann für andere Nutzer einsehbar sein, wo das Bild aufgenommen worden ist.

... mein Kind Informationen von anderen Personen verbreitet?

Nicht alles, was im Netz verfügbar ist, steht anderen uneingeschränkt zur Verfügung. Hier sind die Persönlichkeitsrechte anderer zu beachten. Wenn ich um Erlaubnis frage, ob ich Texte, Bilder, Filme oder anderes nutzen darf und die Zustimmung erhalte, kein Problem. Ansonsten Vorsicht: Nur in ganz wenigen Fällen, beispielsweise wenn es sich um offizielle Bilder von Politikern oder Stars handelt oder das Bild eine größere Menschenmenge wie ein Rockkonzert oder eine Demonstration zeigt, kann es ohne Zustimmung erlaubt sein, Personenabbildungen ins Netz zu stellen.

... mein Kind über Handy und Internet gemobbt wird?

Ihr Kind sollte den Cyber-Mobber sofort sperren, also die Nummer im Handy, seine E-mail-Adresse oder ihn im Sozialen Netzwerk blockieren/ablehnen. Nicht antworten führt in vielen Fällen schon dazu, dass derjenige seine Attacken einstellt. Beweise sichern, also eine Kopie der Nachricht, des beleidigenden Fotos u.a. und den Eintrag sofort dem Betreiber -der Community oder möglicherweise der Polizei melden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, was es selbst noch "aushalten" kann und welche Wege Sie gemeinsam gehen sollten.

... mein Kind mit Freunden zum Spaß falsche Gerüchte über andere Personen im Chat oder per Handy verbreitet. Ist das schon mobben?

Mobbing liegt immer dann vor, wenn Personen wiederholt und über einen längern Zeitraum Situationen ausgesetzt sind, in denen sie beleidigt, bedroht oder bloßgestellt werden. Auch falsche Gerüchte verbreiten kann dazu zählen.

Geschieht das Ganze im Internet und über digitale Medien, sprechen wir von Cybermobbing.

Im Falle Ihres Sohnes: Sofern es sich tatsächlich um einen harmlosen Spaß mit nicht ernst gemeinten Informationen handelt, ist dies kein Mobbing. Am besten: der Empfänger wird kurz aufgeklärt oder die Information wird gleich als Spaß kenntlich gemacht z.B. mit lachendem Smily. Das hilft, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.

... ich weiß, dass es an der Schule meines Kindes Fälle von Cybermobbing gibt. Es tut aber niemand etwas dagegen. Kann ich als Nichtbetroffene aktiv werden?

In einer Schulgemeinschaft ist es oft schwer, dass Lehrer oder Schulleiter alles im Blick behalten. Ein Hinweis von aufmerksamen Eltern kann hilfreich sein und bewirken, dass für Betroffene frühzeitig Hilfe naht. Eine gute Möglichkeit ist es für Eltern, entweder die Elternvertreter (Schulpflegschaft) zu informieren und/oder Beratungs- oder Vertrauenslehrer anzusprechen.

Teilen