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Was mach‘ ich, wenn …

... mein Kind täglich viel zu lange im Internet surft?

Das Abschalten des Internets ist keine Lösung auf Dauer. Aber es ist auch gut, wenn Sie zeigen, dass Sie bereit sind, ihren Standpunkt durchzusetzen. Eine mögliche Alternative wäre es, beispielsweise einen Laptop nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn die Eltern zu Hause sind und nachvollziehen können, wie lange das Kind vor dem Bildschirm sitzt. Das sollte aber nur eine Lösung für eine begrenzte Zeit sein. Eltern müssen sich mit ihren Kindern über die Nutzungszeiten fürs Internet auseinandersetzen und sinnvolle Regeln vereinbaren. Wie wäre es, wenn sich alle zusammensetzen und Familienrat halten? So zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie sein Anliegen ernst nehmen und dass Sie ihm zutrauen, Vereinbarungen einzuhalten.

… alle Kinder ein Handy haben, nur meine Kinder nicht?

Bloß weil alle anderen Kinder angeblich schon ein Handy haben, müssen Eltern sich nicht verpflichtet fühlen, ihren Kindern auch so ein Gerät zu kaufen. Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Deshalb müssen sie einverstanden sein, wenn ein neues Gerät gekauft werden soll. Das gilt auch für den Fall, dass Kinder sich das Geld für das Handy selbst zusammensparen.

... ich es für zu gefährlich halte, dass mein Kind ins Internet geht?

Lehrer beziehen im Unterricht Computer inzwischen immer häufiger ein und in der Regel beschäftigen sich Kinder in den Klassen 3 und 4 mit dem Thema "Internet". So werden Ihre Kinder bei den ersten Schritten ins Netz unterstützt. Damit wird es für Eltern aber auch schwieriger, ihren Kindern kategorisch zu verbieten, das Internet kennenzulernen.
Kinder müssen die Fähigkeit entwickeln, sich so im Internet zu bewegen, dass sie Gefahren vermeiden können. Dabei spielen Eltern eine wichtige Rolle. Wir empfehlen deshalb, dass Sie zum Beispiel gemeinsam mit Hilfe des Internet-ABCs auf Entdeckungsreise gehen und vor allem die "guten Seiten" des Internets kennen und nutzen lernen. Ist Ihr Kind so fit, dass es mit Ihnen den "Surfschein" erfolgreich besteht, kann es sich sicher und gekonnt im weltweiten Netz bewegen.

... ich mit technischen Zeitbegrenzungen kontrollieren will, wie lange meine Kinder am PC sitzen?

Spezielle Programme, die Kindern anzeigen, wie lange sie noch surfen können, bevor der Computer abgeschaltet wird, gibt es viele. Eine kommentierte Übersicht finden Sie auf www.fragfinn.de unter dem Stichwort "Kinderschutz". Eine technische Sperre kann besonders jüngeren Kindern helfen, die verbleibende Zeit richtig einzuschätzen. Wenn Kinder später eigenverantwortlich handeln sollen, ist es aber in jedem Fall wichtig, mit ihnen über die Computer-Nutzung zu sprechen. Regeln, die sinnvolle Grenzen aufzeigen, geben Kindern Anhaltspunkte. Damit zeigen Sie Ihren Kindern nicht nur, dass sie ihnen zutrauen, verantwortungsvoll mit Verabredungen umzugehen. Auch das, was Kinder in ihrer Freizeit tun und woran sie Spaß haben, erkennen Eltern damit an. Sinnvoll ist die Lösung, den Computer in einen Gemeinschaftsraum zu stellen. So können Sie jederzeit überblicken, was ihre Kinder gerade machen und wenn nötig eingreifen.

… mein Kind beim Essen ständig per Smartphone surft?

Das gemeinsame Essen ist für Kinder ein wichtiges Familienerlebnis. Sie erleben dabei Geborgenheit und können sich mit Geschwistern und der Familie austauschen. Eltern sollten die gemeinsamen Mahlzeiten als Familienzeit aufrecht erhalten und schützen. „Störer“ wie das Handy müssen dann aber ausgeschaltet bleiben. Das gilt für Kinder wie für Eltern. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, können Sie Vorbild sein. Wenn Sie dem  Anrufer anbieten, zu einem späteren Zeitpunkt zurückzurufen oder besser noch  gleich den Anrufbeantworter einschalten, wirkt das eindeutig: Jetzt ist Zeit für uns. Je konsequenter Sie sich an diese Regel halten, desto besser können Sie diese auch gegenüber Ihren Kindern durchsetzen.

... ich gar nicht möchte, dass mein Kind ins Internet geht?

Die Entscheidung, wann Ihr Kind ins Internet geht und vor allem, welche Angebote es dort nutzt, liegt eindeutig bei Ihnen. Wenn Sie gute Gründe haben, die digitalen Medien in Ihrer Familie zu meiden, können Sie dieses dort auch bewusst leben.
Inzwischen nehmen allerdings viele Schulen das Thema Internet mit in den Unterricht auf und vermitteln Kindern die ersten Schritte im Netz. Und: Unsere Kinder wachsen ganz selbstverständlich in die digitale Medienwelt hinein. So wird es für Sie als Eltern immer schwieriger, Kindern das Internet kategorisch zu verbieten. Nutzen Sie für sich die Chance, die Weichen zu stellen, wie Ihr Kind sich im Internet bewegt und wie es Gefahren vermeiden kann. Dazu gehört u. a. auch, die Dauer der Internetnutzung so zu vereinbaren, dass es für eine gesunde Entwicklung Ihres Kindes sinnvoll ist.

… mein Kind sich ein Smartphone zum Geburtstag wünscht?

Viele Kinder finden Smartphones schick und hätten gerne eins. Den Eltern geht es manchmal ja genauso. Smartphones bieten viele Möglichkeiten – aber auch mehr Risiken. SCHAU HIN! rät: ein Smartphone frühestens mit 12 Jahren. Soll es unbedingt vorher sein, informieren Sie sich vorab, wie Sie das Smartphone sicher einrichten können, um zu verhindern, dass ihr Kind Internetseiten oder Apps mit nicht kindgerechten Inhalten aufruft. Grenzen Sie das Guthaben ein, mit dem Ihr Kind Apps und Spiele herunterladen kann. Treffen Sie vorab klare Vereinbarungen, was Ihr Kind wie lange mit dem Smartphone machen kann und was das kosten darf.

... mein Kind im Internet beleidigende, verrohte Sprache nutzt und andere anpöbelt?

Tatsächlich ist der Ton in vielen Foren und Chats im Internet sehr ruppig. Beiträge können im Schutz der Anonymität, ohne Preisgabe des eigenen Namens veröffentlicht werden. Das verleitet viele dazu, andere zu beleidigen oder sich rüpelhaft im Netz anderen gegenüber zu benehmen. Kinder sollten deswegen moderierte Chats besuchen, wie beispielsweise unter www.seitenstark.de oder www.tivitreff.de. Sie müssen lernen, dass es auch im Internet Regeln gibt, die eingehalten werden müssen. Beleidigungen, Drohungen, Mobbing - all das ist verboten, on- wie offline. Was Ihr Kind bei der Online-Kommunikation beachten sollte - u.a. auch, was das eigene Benehmen angeht - besprechen Sie am besten und leben es im Alltag selbst vor. Helfen kann auch das Poster "Sicher chatten!".

... ich den Verdacht habe, dass ein Erwachsener mit meinem Kind chattet, der sich als Kind ausgibt?

Wenn Ihr Kind belästigt wird, sichern Sie die Chateinträge durch Ausdrucken und wenden Sie sich damit an die Polizei. Dort werden Sie beraten, ob Sie Anzeige erstatten können. Was im Einzelfall zu tun ist, hängt vom Inhalt und den Auswirkungen der Belästigung ab. Melden Sie - gemeinsam mit Ihrem Kind - dem Betreiber des Chats den Vorfall.

Blockieren Sie in jedem Falle den Chatter, so dass weitere Belästigungen abgewehrt werden. Ob Ihr Kind nun eine Chatpause braucht und wie es mit seinen Aktivitäten weiter gehen soll, überlegen Sie am besten gemeinsam.

… ich mein Kind über Handy orten möchte?

Handyortung ist ein sensibles Thema, mit dem Eltern sehr vorsichtig sein sollten. SCHAU HIN! rät dringend davon ab, eine Handyortung dafür zu nutzen, ständig zu überprüfen, wo sich die Kinder aufhalten. Eltern wollen ja, dass ihre Kinder verlässliche Menschen werden und lernen, Absprachen einzuhalten.

... mein Kind auf Internetseiten mit pornographischen Inhalten geht?

Eltern können nicht vollständig verhindern, dass Kinder auf ungeeignete Inhalte im Internet stoßen. Selbst wenn dies am eigenen Computer zu Hause gelingt. Wenn die Kinder bei Freunden am Computer sitzen, können Sie nicht immer wissen, was dort geschieht.

Sie sollten Ihrem Kind verbieten, dass es sich pornographische Seiten anschaut. Sprechen Sie aber auch mit Ihrem Kind darüber, warum Sie die Inhalte dieser Seiten ablehnen. Ihr Kind soll Ihren Standpunkt verstehen und merken, dass Sie ihn entschlossen vertreten. Ihr Kind soll aber auch das Vertrauen haben, zu Hause über seine Interneterlebnisse berichten zu können, ohne gleich Konsequenzen fürchten zu müssen.

Deshalb rät SCHAU HIN! von generellen Internetverboten ab. Wenn Sie jedoch feststellen, dass Ihr Kind gezielt auf der Suche nach "Erwachsenen-Inhalten" ist, sollten Sie dies so weit wie möglich unterbinden. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass Ihr Kind zu Hause nur in Ihrem Beisein im Netz surfen darf, auch, wenn es schon etwas älter ist. Oder Sie installieren eine Filterschutzsoftware bzw. einen Internet-Filter. Achtung: Diese können keinen vollständigen Schutz bieten, sondern beispielsweise nur Treffer beim ersten Surfversuch verhindern. Spielt sich das Surfen auf nicht kindgerechten Seiten eher bei Freunden ab, sprechen Sie deren Eltern an und bitten Sie die Eltern, dies zu unterbinden.

... ich meine, dass mein Kind in der Grundschulzeit noch gut ohne Internet lernen kann. Ist das falsch?

Grundsätzlich lässt sich der Lernstoff von Grundschülern natürlich auch ohne digitale Medien vermitteln und erlernen. Inzwischen beziehen jedoch viele Lehrer in Grundschulen den Computer immer häufiger im Unterricht mit ein.  Die ersten Schritte  im Netz werden den Kindern in der Regel ab der dritten Klasse vermittelt. Ob für die Erledigung der Hausaufgaben tatsächlich der Einsatz des Internets erwartet wird, können Sie am besten mit den Lehrern direkt klären.

... ich mich in dem riesigen Angebot an Kinderseiten nicht mehr zurechtfinde?

Zum Glück gibt es Experten, die die Kinderseiten im Internet regelmäßig unter die Lupe nehmen und Empfehlungen zusammenstellen. Praktisch sind die Einteilungen nach Schulfächern, so dass Sie gezielt suchen können. Beginnen Sie bei klicktipps.net mit den Top 100 Kinderseiten. Werden Sie dort nicht fündig, hilft sicherlich der Schulfachnavigator von internet-abc.de weiter.

... ich mir nicht sicher bin, ob es pädagogisch sinnvoll ist, auch mit Computer und Internet zu lernen?

Kinder lernen am Computer mitunter aktiver und damit nachhaltiger als bei einem einfachen Frage und Antwortsystem. Der Vorgang, Informationen zu suchen, zu lesen und herauszufinden, was für eine Aufgabenstellung passend ist, fordert und fördert vielseitige Fähigkeiten. Ergebnisse werden aufgeschrieben, eine Lösung wird also ganz praktisch erarbeitet mit gezielten Mausklicks und mitunter spielerisch. Das alles macht weitaus mehr Spaß, als eine fertige Lösung "kopfgerecht" aus dem Lehrbuch präsentiert zu bekommen. Und so können Sie davon ausgehen, dass das Gelernte auch behalten wird.

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