Sicheres Internet für Kinder

Kinder und Jugendliche möchten das Internet möglichst sicher und ohne erhobenen Zeigefinger kennenlernen. Um sie vor ungeeigneten Inhalten im Netz zu schützen, bedarf es neben der intensiven Begleitung durch die Eltern auch passender kindgerechter Angebote und unterstützender Sicherheitsprogramme. SCHAU HIN! fasst Tipps für die ersten Schritte im Netz zusammen.

© Markus Bormann / Fotolia
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Tipps für Surfangänger

Auch Kinder im Vorschulalter sind schon neugierig auf die Netzwelt, mit der elterlichen Begleitung und dem richtigen Angebot spricht nichts gegen eine gemeinsame Entdeckungsreise. Eine gute Möglichkeit für die Jüngsten das Netz zu entdecken, bieten Kinderseiten und Kindersuchmaschinen, die intuitiv aufgebaut und werbefrei sind und mit denen Kinder spielend lernen können. Wichtig ist, dass Eltern sich Zeit nehmen, um die Angebote gemeinsam mit ihrem Kind zu nutzen. Für Einsteiger eignet sich auch der Surfschein von Internet ABC, den Eltern am besten zusammen mit ihrem Kind machen.

Tipps für Fortgeschrittene

Das selbstständige Surfen setzt eine entwickelte Schreib- und Lesekompetenz sowie die Beachtung einiger Sicherheitsregeln voraus. Dazu gehört, dass Eltern mit ihrem Kind über problematische Inhalte auf Webseiten reden und eine gemeinsame Surfvereinbarung treffen. Diese kann Verhalten, Sicherheit, Surfdauer sowie Inhalte umfassen, die das Kind nutzen darf.

Generell ist es für Eltern ratsam, ein Auge darauf zu haben, was ihr Kind sich anschaut, verbreitet oder herunterlädt. Hierfür empfiehlt es sich, dass Kinder bis etwa zwölf Jahren noch im Familienzimmer und am Familiengerät surfen. Auch Downloads und Anmeldungen sollten bis zu diesem Altern noch in Absprache mit den Eltern erfolgen.

Tipps zu Sicherheit im Netz

Technische Hilfsmittel ergänzen eine aufmerksame Begleitung durch die Eltern, ersetzen sie aber nicht.

Geräte direkt sichern

Ob stationär oder mobil, bei jedem Mediengerät, ob Computer, Tablet, Smartphone oder Konsole, kann man Jugendschutzfunktionen einrichten. Die meisten Betriebssysteme bieten die Möglichkeit, in einem geschützten Bereich Angebote nach Altersangaben und gewisse Funktionen wie die Installation von Programmen einzuschränken. Dies sollte bei Kindern bis zwölf Jahren generell Aufgabe der Eltern sein. Die Zeitlimitierung ist nur zu nutzen, wenn Medienzeiten wiederholt nicht eingehalten werden und andere Lebensbereiche darunter leiden.

Technischen Schutz anpassen

Kinder brauchen je nach Alter und Reife unterschiedliche Bewegungsräume im Netz. Für jüngere Kinder sind geschützte Surfräume, für ältere Kinder ab etwa zwölf Jahren eher Jugendschutzprogramme. Eltern sind gut beraten, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen und den Zugang mit einem sicheren Passwort zu sperren. Geschützte Surfräume wie der "KinderServer" erleichtern einen kindgerechten Start ins Netz. Dieser umfasst die geprüften Seiten der Kindersuchmaschinen "fragFINN" und "Blinde Kuh" sowie alle Webseiten mit einer Anbieterkennzeichnung bis 12 Jahren. Als Programme geeignet sind von der Kommission für Jugendmedienschutz empfohlene Angebote wie "Jusprog" oder das Programm der Deutschen Telekom. Dabei werden ungeeignete Websites auf Basis bestimmter Schlagworte gefiltert. Weitere Informationen erhalten Eltern in den Sicherheitseinstellungen für Browser und Computer.

Auch mobil sicher surfen

Wichtig ist auch, den Schutz für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets zu aktivieren. Das Angebot reicht von Programmen, die den Zugriff auf eine vorgegebene Auswahl an Apps beschränken, speziellen Kinder-Browsern, die das Surfen auf vorab geprüfte Websites beschränken bis hin zu Jugendschutz-Apps.

Daten und Urheberrechte schützen

Zum sicheren Surfen gehört auch der Datenschutz. Eltern können ihr Kind dafür sowie Datenspuren, sichere Passwörter und Urheberrechte im Internet sensibilisieren und auf Datenfallen aufmerksam machen.

Verstöße melden

Eltern können ihr Kind dafür sensibilisieren, sich mitzuteilen, wenn es auf unpassende Inhalte trifft. Diese sind per Screenshot zu sichern sowie dem Betreiber oder Stellen wie "I-Kiz", "jugendschutz.net" oder "Internetbeschwerdestelle" zu melden.

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