Pos(t)en wie die Stars

Schnappschüsse von sich selbst, die online geteilt werden, sogenannte „Selfies“, sind ein Trend. Viele Stars wie Rihanna, Miley Cyrus und Justin Bieber posten regelmäßig Bilder von sich in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter, oft leicht bekleidet oder in sexualisierten Posen. Das verspricht viele "Likes" und "Follower" sowie ein breites Medienecho. Auch unter Jugendlichen sind "Selfies" als Profilbilder oder Posts in sozialen Netzwerken sehr beliebt. Schnappschüsse vor Sehenswürdigkeiten, Siegerfotos vom Sportturnier – viele Heranwachsende stellen sich selbst in wichtigen Momenten des Lebens dar und teilen dieses Bilder, um andere daran teilhaben zu lassen.

© loreanto / Fotolia
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"Selfies" (engl. Kurzform für Selbstportrait) gibt es schon lange, der Begriff wird aber seit einigen Jahren mit der zunehmenden Verfügbarkeit von mobilen Kameras häufig gebraucht. Jugendliche nutzen Selfies zur Beziehungspflege, um zu Kommunikation anzuregen, Botschaften zu vermitteln und andere in Echtzeit zu beteiligen. Kritisch wird es, wenn sich Jugendliche unter Druck gesetzt fühlen, anderen ständig etwas Außergewöhnliches bieten zu müssen und wenn sie darüber vergessen die realen Momente ungestört zu genießen und erleben.

Trend in sozialen Netzwerken

In sozialen Netzwerken sind "Selfies" beliebt, die unter einem bestimmten Schlagwort gepostet werden. Einige der neueren thematischen Phänomene sind das "After-Sex-Selfie", das „Drelfie" (von "drunk") im betrunkenem Zustand oder das "Belfie" (von "butt") des eigenen Pos. Kommerzielle Anbieter nutzen den Trend für ihr Marketing, um etwa für Wettbewerbe zu bestimmten "Selfies" aufzurufen. Manchmal dienen sie auch im Sinne des "Social Marketings" angeblich einem sozialen Zweck um zu Spenden aufzurufen, etwa das "No-Makeup-Selfie" zugunsten der Krebshilfe.

Selbstdarstellung kritisch betrachten

Manche Jugendliche eifern auch Stars wie Rihanna, Miley Cyrus und Justin Bieber nach, die regelmäßig "Selfies" posten, um die Beziehung zu ihren Fans und das eigene Image zu pflegen. Eltern können ihr Kind dazu anregen, nicht jeden Trend mitmachen zu müssen. Also vor dem Posten genau überlegen, ob man die Partybilder der letzten Nacht auch Fremden zeigen würde. Grundsätzlich gilt: Jugendliche sollten gerade auf allzu private Bilder verzichten. Diese sind sehr persönlich und haben im Netz nichts zu suchen.

Bildrechte anderer beachten

Oft sind auf den Schnappschüssen auch andere Personen zu erkennen, deren Rechte am eigenen Bild gewahrt werden müssen. Denn fehlt bei verschickten Bildern die Einwilligung der abgebildeten Person, bedeutet dies eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und des "höchstpersönlichen Lebensbereichs", wenn die Aufnahmen in privaten Räumlichkeiten erstellt wurden. Hierauf und damit möglicherweise verbundene rechtliche Konsequenzen sollten Eltern ihre Kinder hinweisen.

Chatregeln vereinbaren

Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind besprechen, welche Motive und Kanäle passend sind sowie welche Konsequenzen das Verschicken und Hochladen persönlicher Bilder haben kann. Denn Bilder, die einmal ins Netz gestellt wurden, lassen sich kaum wieder entfernen. Andere können sie speichern, verfremden oder bearbeiten. Gleichzeitig sollten Eltern mit ihrem Kind Chatregeln vereinbaren. So sollte es sparsam mit eigenen Daten umgehen, stets mögliche Folgen der Weitergabe beachten und Vertrauliches lieber offline besprechen. Zudem sind soziale Netzwerke wie "Facebook" und mobile Nachrichtendienste wie "WhatsApp" für minderjährige Kinder generell nicht geeignet, da deren Daten schnell in fremde Hände gelangen und sie leicht durch fremde Nutzer kontaktiert werden können.

Unangenehme Bilder melden

Am besten signalisieren Eltern ihrem Kind, jederzeit bei Problemen zu helfen, ohne dass es gleich ein Internet- oder Handyverbot fürchten muss. Kursieren Bilder online, die einem unangenehm sind, können Eltern oder Jugendliche selbst diese dem Betreiber oder Stellen wie jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de oder www.i-kiz.de nutzen und bei schwereren Fällen auch der Polizei melden. Facebook und Instagram bieten etwa die Möglichkeit, Inhalte zu melden.