Tumblr: die Blog-App

Tumblr gilt als Plattform der kreativen Web-Community. Wir erklären die wichtigsten Funktionen, zeigen die Risiken für Heranwachsende und geben Tipps für Eltern, wie sie diese mindern können.

Die Microblogging Plattform Tumblr wurde 2007 vom US-Amerikaner David Yarp gegründet und gehört seit 2013 zum Internet-Riesen Yahoo. Weltweit sind über 262 Millionen Blogs und 123 Milliarden Einträge gelistet (tumblr.com/about). Die Idee hinter Tumblr ist, dass Nutzer einfach eigene Blogs erstellen und Inhalte wie Texte, Bilder, Videos oder Gifs teilen können.

Funktionen

Anmeldung

Tumblr kann man auf dem PC und auf mobilen Endgeräten verwenden. Jeder Blog kann individuell angepasst werden. Laut AGBs, die nur auf Englisch verfügbar sind, ist Tumblr ab 13 Jahren zu gelassen. Problematisch ist aber, dass Nutzer sich keinerlei Altersprüfung unterziehen müssen. Man benötigt jeglich eine E-Mail-Adresse und wählt dann einen Nutzernamen, woraus eine eigene URL generiert wird, z.B. test12.tumblr.com.

(Re-)Bloggen

Der Aufbau der Blogs wirkt ähnlich wie eine Pinnwand mit verschiedenen Inhalten. Auf dieses Prinzip verweist der englische Name (to tumble bedeutet gemeinhin fallen, purzeln, stolpern). Vereinfacht formuliert bietet Tumblr das Veröffentlichen von selbsterstellten und fremden Inhalten. Das Schöne daran ist, dass man seinen Blog nach eigenen Wünschen gestalten kann – dafür gibt es hunderte Design-Templates.

Anders als andere Blog-Plattformen und Social Media Kanäle ist Tumblr bekannt für das sog. "Reblogging", das Teilen von Einträgen aus anderen Blogs. Auf der persönlichen Startseite von Tumblr können verschiedene Einstellungen geändert werden und die Art des jeweiligen Blog-Eintrages gewählt werden (Foto, Zitat, Link, Chat, Audio, Video). Besonders ist dabei die Möglichkeit, einen Chat-Verlauf zu posten. Die Beiträge aller abonnierten Blogs sind chronologisch auf der persönlichen Startseite ("Dashboard") zu finden. Nutzer können zudem nach Kanälen und Inhalten unter Keywords und Hashtags suchen. 

Tumblr bietet seit Ende 2015 auch die übliche Messaging-Funktion. Das heißt man kann mit anderen eingeloggten Nutzern direkt kommunizieren. Auch hier werden Inhalte nicht moderiert.

Nutzung

Der Online-Dienst ist vor allem in den USA und Indien beliebt, doch auch in Deutschland wächst das Interesse. Laut einer Analyse von comScore ist Tumblr das am vierthäufigsten genutzte soziale Netzwerk. Ein Fünftel der Nutzer ist unter 18 Jahre alt, ein Viertel zwischen 18 und 24 Jahren.

Tumblr hat sich damit gerade bei jüngeren Nutzern zur Alternative zu Facebook entwickelt. Da mittlerweile auch die meisten Eltern, Verwandte und Bekannte bei Facebook sind, nutzen die Jüngeren Tumblr als Rückzugsraum. Obwohl die Blogs öffentlich sind, wird der Dienst als privater wahrgenommen, da die meisten im Gegensatz zu Facebook Nicknames nutzen.

Risiken

Jugendschutz

Nicht jugendfreie Inhalte wie Pornographie, Selbstverletzungen, Gewalt oder Extremismus können ungefiltert und ungehindert gestreut werden. Unter den genannten Inhalten machen pornographische Fotos und Gifs einen nicht unerheblichen Anteil aus. Diese sind oft mit NSFW gekennzeichnet, das für "Not Suitable/Safe For Work" steht. Auch eigene Inhalte können einem potenziell unbegrenzten Publikum präsentiert werden, da alle Blogs öffentlich sowie über Suchmaschinen auffindbar sind und Nutzer Inhalte auch über andere Plattformen wie Facebook teilen können. Daher gilt es genau zu überlegen, welche Inhalte man postet.

Urheberrecht

Zudem sind die Urheberrechte der geteilten Inhalten meist nicht geklärt, so dass hier rechtliche Risiken für Heranwachsende entstehen können.

Empfehlungen für Eltern

Es ist an sich kritisch, Kinder und Jugendliche unbegleitet mit dieser Plattform zu lassen, eine Art von "familienfreundlichen Filter" gibt es nicht. Tumbr ist eine Plattform die viele Freiheiten bietet und gleichzeitig Risiken bereitstellt, gerade für Heranwachsende. Diese Risiken können in gewissem Maße gemindert werden:

Verlinkungen zu Facebook, Twitter & Co. ausschließen

Verlinkungen zu anderen Diensten, wie Twitter und Facebook sollten deaktiviert sein und der Nutzer sollte sich über Tumblr nicht in diese Dienste einloggen. Dies ist möglich, indem man auf der persönlichen Startseite auf das Zahnradsymbol klickt und dann im sich öffnenden Fenster auf den Namen des eigenen Blogs geht. Dort kann man das automatische Teilen von Inhalten auf Facebook und Twitter deaktivieren, indem man das Häkchen bei Facebook und Twitter entfernt und diese Änderung abspeichert.

Problematische Inhalte ausblenden und melden

Möchte man Blogs und Blog-Einträge ausblenden, klickt man über das Zahnradsymbol auf der persönlichen Startseite am oberen rechten Rand auf den Menüpunkt "Dashboard" und setzt ein Häckchen bei "Tag-Seiten im Sicheren Modus ansehen". Es werden allerdings weiterhin problematische Inhalte angezeigt, die nicht als NSFW gekennzeichnet wurden. Per Mail an abuse[at]tumblr.com können Nutzer unpassende Inhalte über Screenshots oder Link zum Blog melden. Dies ist bisher nur auf Englisch möglich.

Blogs sperren und melden

Nutzer könnnen Blogs blockieren, indem sie auf das "X" am unteren Rand eines Beitrags dieses Kanals klicken und dann die Option "sperren" wählen. Alternativ kann man den Blog blockieren, indem man über das Zahnradsymbol auf der eigenen Seite unter dem Menüpunkt "Gesperrte Nutzer" die URL des Blogs oder den Nutzername eingibt. Unter dem Nutzernamen gibt es die Option, den Nutzer zu melden. Dabei kann man angeben, ob man diesen wegen Spams oder wegen Belästigung meldet.

Weitere Informationen finden Eltern bei klicksafe.de.