Goldene Regeln für Kinder von 7 bis 10 Jahren

 

 

  • 1Bleiben Sie in der Nähe

    Der Fernseher eignet sich nicht als Babysitter. Schauen Sie, sooft es geht, gemeinsam mit Ihrem Kind fern. Vor allem Vorschul- und Grundschulkinder benötigen Begleitung. Bekannte Formate und Videos, von denen Sie wissen, dass Ihr Kind sie gut verkraftet, kann es gelegentlich auch allein ansehen. Gut ist, wenn Sie als Ansprechpartner in der Nähe sind.

  • 2Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes

    Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes beim Fernsehen und gehen Sie darauf ein. Und seien Sie nicht irritiert, wenn Ihr Kind beim Fernsehen spricht oder im Zimmer umherläuft. Hierdurch verarbeitet es die Fernseherlebnisse. Möglicherweise stellt ihr Kind während einer Sendung oder danach Fragen und benötigt Erklärungen. Fernsehsendungen sprechen zudem die Gefühle an. Schauen Sie, wo Ihr Kind Ihre Unterstützung am meisten benötigt.

  • 3Fernsehen ist kein Druckmittel

    Das Fernsehen sollte nicht als Mittel für Belohnung und Strafe eingesetzt werden. Dem Medium wird dabei eine Bedeutung verliehen, die mit dem eigentlichen Grund der Bestrafung (z.B. das Zimmer wurde nicht aufgeräumt) nichts zu tun hat und das Interesse am Fernsehen wird durch das Verbot noch gesteigert.

  • 4Vereinbaren Sie klare Regeln für die Nutzungszeiten

    Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern klare Regeln, wann, wie lange und was sie im Fernsehen gucken dürfen und achten Sie auf die Einhaltung der Vereinbarung. Schon aus diesem Grund gehört ein Fernseher nicht ins Kinderzimmer, da in diesem Fall eine sinnvolle Kontrolle kaum noch möglich ist. Wichtig ist aber in jedem Falle eine Richtlinie, die Sie Ihrem Kind mit auf den Weg geben. Wenn möglich, können Sie Ihrem Kind bereits jetzt in kleinen Schritten Verantwortung übertragen, selbst auf die Zeiten zu achten. '
    Zur Orientierung:
    6 bis 9 Jahre: nicht mehr als eine Stunde pro Tag.
    Für Kinder ab 10 Jahren bietet sich ein Wochenkontingent an. Dieses sollte etwa neun Stunden die Woche nicht überschreiten.
    Ihr Kind geht inzwischen verantwortungsvoll mit den verabredeten Zeiteinheiten um? Dann spricht nichts dagegen, dass Ihr Kind mit Ihnen vereinbart, wie es sich seine Medienzeit über eine gesamte Woche einteilt.

  • 5Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus

    Ihr Einfluss auf Ihr Kind verändert sich mit zunehmendem Alter: Spätestens ab Mitte des Grundschulalters werden die Gleichaltrigen wichtiger und die Kinder orientieren sich dann verstärkt an Freunden und Freundinnen, mit denen sie ihre Zeit verbringen. Tauschen Sie sich deshalb mit anderen Eltern z.B. über die Themen Fernsehkonsum, TV-Werbung, Castingshows oder Gewaltdarstellungen aus.

  • 6Mit Werbung kritisch umgehen

    Die Fernsehlieblinge der Kinder werden oft intensiv vermarktet, entsprechend groß sind die Konsumwünsche. Die Werbeartikel und das Fachwissen zu Medienmarken werden zu Statussymbolen, die als notwendig angesehen werden, um z.B. in der Clique mitreden zu können. Klären Sie ihr Kind möglichst frühzeitig darüber auf, wie Werbung funktioniert und mit welchen raffinierten Methoden Konsumwünsche geweckt werden.

  • 7Action und Gewalt? – Eltern, Augen auf!

    Action und Spannung kommen im TV kommen bei Kindern oft gut an. Egal ob Star Wars oder japanische Zeichentrickserien: Die rasanten Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse nach den immer gleichen Strickmuster sollten Eltern kritisch sehen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Geschichten von der „gerechtfertigten“ Gewalt nicht in der Realität übernimmt. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind über das Gesehene und seine Idole aus den Serien.

  • 8Kein schlechtes Gewissen

    Kinder mögen das Fernsehen genauso wie die Erwachsenen: Um sich zu informieren und zu lernen, um abzuschalten und um sich unterhalten zu lassen. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Ihr Kind nicht nur "pädagogisch wertvolle" Sendungen guckt. Oder dass es überhaupt fernsieht, anstatt mit anderen Kindern "sinnvoll" zu spielen. Natürlich nur so lange der Inhalt altersgerecht ist.

  • 9Seien Sie selbst ein Vorbild

    Überdenken Sie als Vorbild für Ihre Kinder Ihr eigenes Fernsehverhalten. Zappen Sie oberflächlich oder wählen Sie Programme bewusst aus? Lassen Sie den Fernseher oft nebenbei laufen? Besser ist es, den Fernseher zu einer bestimmten Sendung einzuschalten und danach wieder abzuschalten.

  • 10Auch mal abschalten

    Fernsehen gemeinsam mit der Familie ist gerade für die Jüngsten ein schönes Erlebnis. Aber Zeit für gemeinsame Spiele drinnen und draußen oder für ein Treffen mit Freunden oder Verwandten ist ebenso wichtig. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, zwischen den Aktivitäten mit und ohne Medien die richtige Balance zu finden. So lernt es am besten sich in einer Welt zurechtzufinden, die sehr stark durch Medien bestimmt ist. Finden Sie das richtige Mittelmaß: Verteufeln Sie das Fernsehen nicht, aber haben Sie auf jeden Fall ein Auge darauf, was sich Ihr Kind anschaut