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Allo: Neuer Messenger von Google

Google bietet seinen neuen Messenger offiziell auch in Deutschland zum Download. Mit dabei ein Google Assistant, der Antwortvorschläge liefert, aber eben auch alle Nachrichten mitliest.

Die Funktionen

Allo ist in erster Linie ein Messenger, mit dem Nachrichten, Bilder, animierte GIFs, Links, der eigene Standort, kurze Audio-Nachrichten und Videos an einen oder mehrere Empfänger gesendet werden können. Wie bei Snapchat oder nun auch bei WhatsApp kann man Fotos bemalen oder beschriften. Darüber hinaus könnt man einzelne Nachrichten vergrößert oder verkleinert darstellen lassen. Im Unterschied zu Hangouts kann man einzelne Nachrichten löschen. Mit der integrierten Suche kann man sowohl Konversationen als auch einzelne Gespräche durchsuchen. Bei den Emojis sind drei Sticker-Sets vorinstalliert, 26 weitere Sets kann man nachinstallieren.

Der Assistent

Nutzer steht mit dem Google Assistant eine künstliche Intelligenz zur Verfügung, eine Suchmaschine in Chatform. Der persönliche Chefsekretär, der über alles Bescheid weiß: Am Morgen teilt er das Wetter mit, tagsüber die anstehenden Termine und abends, wo man am besten noch ein Bier trinken geht. 

Um mit dem Assistenten zu kommunizieren, reicht es, ihm ein paar Stichworte zuzuwerfen. Über die Sprachfunktion funktioniert das nur sehr schlecht, getippt hingegen ziemlich gut. Spricht man ihn auf Deutsch an, bedauert der Google Assistant: "Entschuldigung, ich lerne gerade noch Deutsch, aber in der Zwischenzeit kann ich das auf Google für dich suchen." Das soll sich bald ändern: Google hat angekündigt, Allo und den Assistenten in diversen Sprachen - auch Deutsch - anzubieten.

Die KI ist auch im Chat aktiv. Hier soll sie dafür sorgen, dass die Kommunikation der Nutzer beschleunigt wird. Statt selber zu tippen, können die Nutzer unter bestimmten Antwort-Optionen auswählen. So erkennt Allo Sprache, aber auch Bilder und schlägt als passende Reaktion auf ein Sonnenuntergangsbild beispielsweise "Beautiful Sunset" (schöner Sonnenuntergang) oder "Gorgeous" (hinreißend) vor.

Die Anmeldung

Um Allo nutzen zu können, muss man sich weder namentlich registrieren noch ein Google-Konto besitzen. Stattdessen gibt man seine Mobilfunknummer an, die Google mithilfe einer SMS verifiziert. Die App durchsucht daraufhin das Telefonbuch des Handys und kann dann sagen, wer von den Kontakten bereits Allo nutzt. Freunde, die die App noch nicht haben, kann man per SMS einladen.

Der Google-Messenger verlangt nach vielen Zugriffsberechtigungen: Kontakte, Nachrichten, GPS-Daten, Kamera, Fotos - alles. Nur so kann der Google Assistant, mit dem man über einen Chat kommuniziert, in vollem Umfang aktiv werden. Durch seine umfangreichen Zugriffsrechte ist der Assistent in der Lage, eigenständig Termineinträge vorzunehmen und E-Mails zu durchsuchen - zumindest die, die sich im Gmail-Postfach befinden.

Die Risiken

Datenschutz

Dass im Hintergrund von Allo eine lernfähige Software läuft, ist auch der Grund dafür, warum die Chats nicht standardmäßig verschlüsselt sind. Google liest die Chat-Daten, um sinnvoll reagieren zu können. Je mehr Daten die App sammelt, desto besser funktioniert der Chat und auch der Google Assistant. Trotzdem können Nutzer in einen Inkognito-Modus wechseln: Konversationen sind dann Ende-zu-Ende verschlüsselt. Komfortfunktionen wie automatische Antwortvorschläge funktionieren dann nicht. Der Google Assistant als Schnittstelle zu diversen Internetdiensten erleichtert die Nutzung, macht es für Google aber noch einfacher, Daten zu sammeln und Nutzerprofile zu erstellen.

Jugendschutz

Der Messenger ist unmoderiert, Nutzer können alle möglichen Inhalte posten und teilen, darunter auch solche, die nicht für Jugendliche geeignet sind. Die Altersangabe bei Android Google Play "USK ab 0 Jahren" ist daher stark irreführend. Im iOS Appstore heißt es "Mindestalter zum Laden dieses Programms: 17 Jahre".

Das Fazit

Indem Allo den Nutzer entscheiden lässt, ob er verschlüsselt kommunizieren will oder nicht, setzt sich der Messenger von seinen großen Konkurrenten anderen ab. WhatsApp ist standardmäßig verschlüsselt, aber ohne Intelligenz. Im Facebook-Messenger gibt es zwar auch Chatbots, jedoch nicht die Möglichkeit, sicher zu kommunizieren. Die große Datenbasis, auf die Googles künstliche Intelligenz zurückgreifen kann mag praktisch sein, ist aber mit erheblichen Risiken für den Datenschutz verbunden.

So funktioniert der neue Messenger Allo

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