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Auch für Eltern gilt: Ruhe bewahren

Interview mit SCHAU HIN!-Beirat Dr. Astrid Carolus, Medienpsychologin an der Universität Würzburg, wie Eltern mit ihrem Kind über Schreckensmeldungen sprechen können.

Nizza, Würzburg, München, Ansbach:  Was lösen solche Schreckensmeldungen bei Kindern aus?

Wie Erwachsene auch haben Kinder natürlich Angst. Allerdings können sie die Hintergründe der Gewalttaten dieser Tage nur teilweise verstehen und einordnen. Dass ihnen die möglichen Dimensionen der Taten und die Schreckensszenarien, die ausgelöst werden, noch nicht in vollem Umfang bewusst sind, wirkt aber auch wie ein Schutzmechanismus.

Dabei kommt es natürlich auf Alter, Erfahrung und Persönlichkeit des Kindes an, wie Kinder reagieren und welche Fragen sie stellen. Darauf gilt es Rücksicht zu nehmen. Wichtig ist, dass Eltern sich ihrer eigenen Unsicherheit bewusst werden und versuchen, diese im Griff zu haben, um sie möglichst wenig auf ihre Kinder zu übertragen.

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Welche Wirkung haben Bilder vor allem auf jüngere Kinder?

Die grausamen Bilder machen Kindern Angst. In den Medien sind jedoch häufig eher Ausschnitte, verpixelte Aufnahmen oder Anspielungen wie ein Schuh auf der Straße zu finden. Diese Auslassungen oder Andeutungen verstehen jüngere Kinder nicht – erneut eine Form von Schutz.

Wie sprechen Eltern ein so ein schwieriges Thema am besten bei Kleinkindern sowie bei Schulkindern an?

Erwachsene sind bei Attentaten selbst beunruhigt. Für Eltern gilt dennoch: Ruhe bewahren, eine unaufgeregte Gesprächssituation wählen und versuchen, ihren Kindern die Situation sachlich und altersgerecht zu erklären. Es ist wichtig, ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Dazu können Eltern betonen, dass sie ihr Kind beschützen und es sicher ist. Bei älteren Schulkindern können Erwachsene auch versuchen, die Hintergründe einer Tat kindgerecht zu erklären und diese einzuordnen.

Wie mildern Eltern die Angst, wenn Kinder fürchten, dass auch ihnen ein Anschlag passieren kann?

Grundsätzlich ist Angst normal und auch hilfreich, um sich vorsichtig und umsichtig zu verhalten. Eltern können ihren Kindern aber auch deutlich machen, dass es sich um extreme Ausnahmesituationen handelt und es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie davon betroffen sein werden.

Wie können Eltern ihren Kindern Ratschläge für Notfälle vermitteln, ohne sie noch mehr zu verängstigen?

Verhaltensregeln, etwa sich im Fall der Fälle zu verstecken und den Notruf oder die Eltern zu informieren, geben Kindern Sicherheit. Dieses Thema kann auch gut bei einem Elternabend in der Kita und der Schule angesprochen werden, damit Kinder bestimmte Situationen ähnlich wie bei einem Feueralarm üben. Auf diese Weise können Kinder aber auch Lehrerinnen und Lehrer ihre gefühlte Sicherheit zumindest ein Stückweit erhöhen.

Dieses Merkblatt des Notfallpädagogischen Instituts bietet Eltern kompakte Tipps zum Umgang mit aktuellen Nachrichten.

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