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Auf Jugendschutz bei Videoportalen achten

Viele Kinder und Jugendliche nutzen Videoportale. Wir empfehlen Eltern, geeignete Angebote zu wählen, die Accounts kindersicher einzurichten und mit ihrem Kind Regeln zu vereinbaren.

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Kurz ein paar lustige Tierclips sehen, sich Schminktipps holen, über die neuesten Games informieren oder ein paar Folgen der Lieblingsserie anschauen: viele Kinder und Jugendliche nutzen Online-Videotheken, die Mediatheken der TV-Sender und Videoplattformen, zunehmend über mobile Geräte wie Smartphone und Tablet oder internetfähige TV-Geräte, also Smart-TVs.

Die erfolgreichsten deutschen YouTuber

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Das bekannteste Portal YouTube hat nun in den USA YouTubeKids veröffentlicht, eine Android-App für Kinder. Sie soll sprachgesteuert sein, damit Kinder ohne Schreibkenntnisse die App nutzen können, Inhalte filtern und Kommentare ausblenden. Ob und wann die App in Deutschland erhältlich ist, ist noch unklar.

YouTube & Co nicht für Kinder geeignet

Generell sind jedoch Videoportale wie YouTube immer noch wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz für Kinder nicht geeignet. Die Angebote sind nicht oder unzureichend kategorisiert, so dass Jugendschutzprogramme nicht einzelne Inhalte, sondern gleich die ganze Seite sperren, auch wenn sich darauf für Kinder geeignete Inhalte befinden. Schwierig sind schließlich auch die Kommentare zu den einzelnen Clips, die oft nicht kindgerecht sind. YouTube ist ohnehin erst für Jugendliche ab 13 Jahren erlaubt, doch ist keine Altersprüfung erforderlich.

Damit ihr Kind nicht mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert wird, schauen Eltern am besten genau hin, was es sich über welchen Kanal ansieht, achten auf gesetzliche Altersfreigaben und pädagogische Altersempfehlungen von pädagogischer Seite und machen sich mit dem technischen Jugendschutz vertraut. Doch ist kein Schutz ist allumfassend und ersetzt die Begleitung der Eltern. Jüngeren Kindern können Eltern altersgerechte und moderierte Alternativen wie die Videoplattform „juki“ anbieten. Hier können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren altersgerechte Videos ansehen und eigene Beiträge hochladen.

Bild- und Videoportale für Kinder

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Möchten ältere Kinder unbedingt YouTube nutzen, sollte zumindest der „Sichere Modus“ aktiviert sein. So können unpassende Inhalte gefiltert werden, auch wenn dieser Schutz nicht umfassend ist. Damit wird auch automatisch Google SafeSearch eingestellt, mit der Sucheingaben und –ergebnisse gefiltert werden.Auch die YouTube-App bietet die Möglichkeit je nach Gerät einen „Sicheren Modus“ oder eine „Safe-Search Filter“ zu aktivieren. YouTube bietet dazu auch einen Elternleitfaden an.

Streamingdienste, Youtube und Jugendschutz

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5 Tipps zum kindgerechten Streamen

Folgende Tipps helfen Eltern beim kindgerechten Umgang mit Bewegtbild im Netz:

  1. Angebote prüfen: Inhalte gemeinsam ansehen und im Gespräch dazu bleiben.

  2. Jugendschutz aktivieren: Sicherheitseinstellungen am Gerät und im Browser aktivieren und Jugendschutzprogramme installieren. Bei Browsern empfiehlt sich der „KinderServer“, bei mobilen Geräten die App „Meine-Startseite“ oder die „Vodafone Child Protect App“.

  3. Inhalte filtern: „Sicheren Modus“ aktivieren und wenn möglich über eine PIN sichern.

  4. Inhalte melden: Nicht jugendfreie Angebote dem Jugendschutzbeauftragten der Website oder Meldestellen wie jugendschutz.net und i-KiZ.de melden.

  5. Fernsehdauer regeln: Bei jüngeren Kindern feste Zeiten pro Tag, bei älteren Kindern ein Wochenkontingent vereinbaren. Als Orientierung gilt ein Limit von zehn Minuten je Lebensjahr pro Tag bzw. Stunden je Lebensjahr pro Woche.  

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