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Auftakt zu "Net Children 2020 – Gutes Aufwachsen mit Medien"

Zum Auftakt des internationalen Kongresses "Net Children 2020 – Gutes Aufwachsen mit Medien" bekräftigte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die Bedeutung einer altersgerechten Mediennutzung: "Es ist unsere Aufgabe, die Medienerziehung im digitalen Zeitalter zu unterstützen."

© BMFSFJ

Kinder und Jugendliche wachsen in einer Medienwelt auf. Sie nutzen Medien ganz selbstverständlich und sie beginnen früh damit. Zum Ende der Grundschulzeit sind heute fast alle Kinder online und knapp drei Viertel besitzen bereits ein eigenes Smartphone. Diese mediale Veränderung stellt für viele Eltern eine neue Herausforderung dar, die Fragen aufwirft und besondere Anforderungen an Kitas, Schulen und den Jugendmedienschutz stellt: Welche Medien gehören ins Kinderzimmer? Wann ist ein Kind alt genug für Internet und Smartphone? Wo finde ich altersgerechte und sichere Kinderangebote? Wie kann ich mein Kind schützen, ohne es ständig zu überwachen?

Mediennutzung beginnt immer früher

Ergebnisse einer anlässlich des Kongresses erschienen Studie des Deutschen Jugendinstituts und des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung (HBI) zeigen: Nahezu alle Zwölfjährigen sind online. Knapp drei Viertel von ihnen (72 Prozent) nutzen dafür ein eigenes Smartphone. Das stellt Eltern vor große Herausforderungen. Über 80 Prozent der Eltern von Schulkindern finde es wichtig, Informationen zur altersgerechten Internetnutzung sowie zu Internetseiten und Apps für Kinder zu erhalten.

Kinder in einer digitalen Welt in den Mittelpunkt stellen

Auf dem europäischen Fachkongress, der vom 16. bis 17 April 2015 in Berlin stattfindet und vom Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem HBI und der EU-Initiative klicksafe organisiert wird, erarbeiten über 250 Expertinnen und Experten daher eine Roadmap mit dem Titel "netchildren2020". Die Roadmap soll die Perspektive von Kindern in einer digitalen Welt in den Mittelpunkt stellen und eine europäische Verständigung über Aufgaben von Politik, Zivilgesellschaft und Unternehmen im gesetzlichen, erzieherischen und technischen Jugendmedienschutz ermöglichen, damit in Europa die Kinderrechte bei der Mediennutzung gefördert werden.

Auf der Podiumsdiskussion sprachen die Bundesfamilienministerin, Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung, Irene Alt, Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz, Tanja Haeusler, Bloggerin und Autorin des Elternbuchs "Netzgemüse", sowie Markus Schega, Leiter der Berliner Nürtingen-Grundschule mit Medienprofil über Perspektiven der Medienerziehung und des Jugendmedienschutzes.

Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien"

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte Manuela Schwesig zu der Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien" geladen, mit der Bund, Länder, Kommunen und Unternehmen gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihre Angebote der Elterninformation und -beratung weiterentwickeln können.

Unter dem Dach der Initiative wird das Bundesfamilienministerium seine Informationsangebote zielgerichtet ausbauen und verlässliche Beratung für Familien unterstützen. Das Bundesfamilienministerium wird dazu ein Servicebüro einrichten, das Informationen zu medialen Entwicklungen aus Forschung und Praxis für Fachkräfte in Jugendhilfe, Kitas und Schulen aufbereitet, Austauschmöglichkeiten schafft und lokale Netzwerke berät.

"Jugendmedienschutz funktioniert heute nicht mehr in nationalen Grenzen. Kinder nutzen heute ganz selbstverständlich Apps, Videoportale und soziale Netzwerke - auch internationaler Anbieter. Wir werden das Jahr 2015 nutzen, um gemeinsam mit den Ländern zu abgestimmten Regelungen im Jugendmedienschutz zu kommen. Mit einer Novellierung des Jugendschutzgesetzes und unserem Beitrag zu einem 'Entwicklungsfonds Jugendmedienschutz' wollen wir international anschlussfähige Regelungen und Strukturen schaffen", so die Bundesfamilienministerin.

Weitere Informationen

Auf der Seite des Bundesfamilienministeriums finden Sie die Präsentation zur DJI-Studie "Digitale Medien aus Elternsicht", ein Positionspapier zur Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien", ein Fact Sheet zur Studie "Jugendschutz und Medienerziehung", ein Fact Sheet zur Studie "Mobile Internetnutzung" sowie weitere Informationen zum Thema Sicher Surfen und vom BMFSFJ geförderten Initiativen wie SCHAU HIN! sowie zum Internationalen Fachkongress "Net Children 2020 - Gutes Aufwachsen mit Medien".

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