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Aus allen Wolken: Keine privaten Bilder online speichern

Bilder, die etwa vom Smartphone direkt online gespeichert werden, sind nicht immer sicher. Wir raten Eltern, die Angebote und deren Geschäftsbedingungen genau zu prüfen und mit ihrem Kind wichtige Sicherheitsregeln zu vereinbaren, etwa keine privaten Bilder online zu speichern.

Mädchengruppe beim Selfie
© DNF Style / Fotolia

Durch immer schnellere Webverbindungen und größere Datenmengen speichern immer mehr Nutzer ihre Daten online in „Clouds“ wie „iCloud“, „Google Drive“ oder „Dropbox“. So haben sie jederzeit und überall von verschiedenen Geräten Zugriff darauf. Oft werden auch Bilder automatisch vom Smartphone in die Cloud hochgeladen, ohne dass es einer Zustimmung bedarf. Doch was praktisch klingt, birgt auch Risiken für persönliche Daten. Denn diese befinden sich meist auf ausländischen Servern mit geringerem Datenschutz oder können Ziel eines Angriffs von Hackern werden, die die Daten ausspähen und weiterverbreiten.

Genau informieren und Risiken vermindern

Möchte ihr Kind Fotos im Netz speichern, informieren sich Eltern besser genau über die Geschäfts- und Datenschutzbedingungen des Anbieters und wägen Risiken mit den Vorteilen ab. Schließlich vertraut man oft persönliche Daten einem Unternehmen an, das man nicht kennt. Zudem gilt zu beachten, dass viele Firmen ihre Nutzer dazu verleiten, möglichst viele Daten nur ihnen zu vertrauen, was die Transparenz und Unabhängigkeit beim Datenschutz erschwert.

Private Bilder haben in einer Cloud nichts verloren. Diese speichert man lieber lokal, zum Beispiel auf dem Rechner oder einer externen Festplatte. Es ist auch davon abzuraten, anderen Personen einen Zugang zu den eigenen Bildern und Videos zu erteilen, da diese die Daten weiterleiten können. Dieser Zugang sollte nur Personen gewährt werden, denen man wirklich vertraut und in jedem Fall beschränkt sein.

Zudem sind die Nutzerkonten mit einem möglichst ausgefeilten Passwort zu sichern, das nur dafür verwendet wird. Ein sicheres Passwort sollte keinerlei Bezug zu persönlichen Daten enthalten und am besten aus einem Mix aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen bestehen. Damit man es sich gut merken kann, ist es hilfreich, es aus einem Satz abzuleiten: Aus "99 Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont" wird so etwa "99La!WzH".

Um die Sicherheit des Zugangs zu erhöhen, sollten Nutzer auch die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung wählen. Dabei wird das Nutzerkonto neben dem Passwort auch durch einen Pin ergänzt, der bei Bedarf dynamisch erstellt und per SMS verschickt wird. Bei Apple etwa meldet man sich dazu auf Meine Apple-ID an und aktiviert unter Passwort und Sicherheit die entsprechende Funktion. Zusätzlich zu den automatisch zugesendeten Pins bekommt man von Apple einen 14-stelligen Wiederherstellungsschlüssel, den man an einem sicheren Ort aufbewahren sollte.

Automatische Verbindung zur Cloud deaktivieren

Apple speichert standardmäßig alleiPhone-Fotos in der iCloud ab, während bei Google und Windows diese Funktion erst aktiviert wird. Das automatische Hochladen von Bildern und anderen Dateien in die Cloud ist unbedingt auszustellen.

Android

Bei der Ersteinrichtung des Android-Smartphones wird das Handy mit einem Google-Konto verbunden. Nun können die Fotos automatisch in "Google+" oder "Google Drive" gesichert werden. Viele Android-Nutzer verwenden dafür auch andere Online-Speicher wie "Dropbox". Bei Android lässt sich in den Einstellungen der vorinstallierten Apps "Galerie" oder "Fotos" feststellen, ob die Option für die automatische Sicherung von Bildern und Videos aktiviert ist und in diesem Fall ausstellen.

Apple

Auf Smartphones und Tablets von Apple werden Bilder erst nach der Einrichtung des iCloud-Dienstes automatisch hochgeladen. Sie landen dann im sogenannten Fotostream und stehen danach auch auf allen anderen Geräten wie iPhone, iPad und Mac-Computer bereit. Aber auch auf einem Windows-Computer kann iCloud installiert und entsprechend eingerichtet werden. Jedermann, der Zugriff auf diese Geräte hat, kann damit alle mit dem iPhone oder iPad geschossenen Fotos betrachten, sobald sie sich in iCloud befinden. Die Verbindung der einzelnen Geräte zur iCloud deaktiviert man in den iCloud-Funktionseinstellungen. Dabei empfiehlt es sich, Daten regelmäßig auf dem eigenen Rechner über lokale Backups zu speichern, damit diese gesichert sind, wenn das Handy verloren- oder kaputtgeht. Es ist auch davon abzuraten, anderen Zugang zu bestimmten Bildern und Videos über eine iCloud-Fotofreigabe zu erteilen, da diese die Daten weiterleiten können. Falls man die Dienste aktiv lässt, sollte man zumindest private Bilder aus dem Fotostream löschen.

Microsoft

Bei Windows Phones können Nutzer Bilder über ein Microsoft-Konto in den Online-Speicher "OneDrive" laden. Unter "Einstellungen/Datensicherungen" sollte die Option des automatischen Speicherns abgewählt sein. Neben dem Verzicht auf die Datensicherung lässt sich das Windows Phone so einstellen, dass Fotos nur bei bestehender W-Lan-Verbindung hochgeladen werden oder in mittlerer Qualität auch mit einer Mobilfunkverbindung. Bei "OneDrive" sind die Bilder zuerst nur für den Besitzer des Kontos sichtbar. Freigaben von einzelnen Fotos oder Ordnern müssen individuell erstellt werden, wovon aber abzuraten ist.

Apps und Online-Speicher

Bilder können nicht nur über die eingebauten Kamera-Apps, sondern auch über Programme wie die Bilder-Apps Pinterest und Instagram oder Online-Speicher wie "Dropbox" hochgeladen werden. Hier ist in den Einstellungen der einzelnen Programme abzuwählen, dass Bilder automatisch gesichert werden.

Bilderklau melden

Am besten signalisieren Eltern ihrem Kind, jederzeit bei Problemen zu helfen. Wird ihr Kind Opfer eines Hacks oder eines Smartphone-Diebstahls und entdeckt private Bilder von sich im Netz, gilt es schnell zu reagieren. Hat ihr Kind ein Verdacht, wer die Quelle sein könnte, ist diese umgehend zu kontaktieren, und zur Löschung der Inhalte aufzufordern. Eltern und ihr Kind können die Bilder zwar kaum aus dem Netz entfernen, aber deren Verbreitung und Auffindung verhindern. So können sie diese dem Betreiber oder Stellen wie www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de und www.i-kiz.de und bei schwereren Fällen auch der Polizei melden sowie bei Google einen Löschantrag stellen.

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