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Bericht von jugendschutz.net zu Rechtsextremismus im Internet

Blanker Hass gegen Flüchtlinge, Juden, Muslime, Homosexuelle oder Sinti und Roma ist im Social Web alltägliche Realität, konstatiert der aktuelle Bericht von jugendschutz.net zu Rechtsextremismus online.

© JiSign / Fotolia

Über 6.000 rechtsextreme Webangebote dokumentierte das Team im vergangenen Jahr, jedes dritte verstieß gegen den Jugendmedienschutz. „Mit stylischen und provozierenden Inhalten sprechen Rechtsextreme gezielt Jugendliche an“, so Christiane Schneider, Leiterin des Bereichs politischer Extremismus bei jugendschutz.net. „Beiträge im Social Web, die an Vorurteile und Ängste anknüpfen, erzielen große Reichweite, auch über Szenekreise hinaus.“

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Hinweise auf rassistische Hetze verdreifacht

Im Zuge der aktuellen Flüchtlingsdebatte haben sich die Hinweise auf rassistische Hetze bereits verdreifacht. In 58 % der Fälle gelang es jugendschutz.net, Jugendliche schnell vor gefährdenden Inhalten zu schützen. Effektivstes Mittel war dabei der direkte Kontakt zu den großen Plattformbetreibern.

  • Monitoring: Social Web wichtigste Plattform für rechtsextreme Aktivitäten
    Mehr als 6.100 rechtsextreme Webangebote gesichtet: 1.417 Websites, 3.443 Profile und Channel, 466 Videos, 846 Einzelkommentare und -postings
  • Social Web: Gros der Inhalte bei Global Playern aus USA
    97% bei ausländischen Diensten; meist Facebook, YouTube, Twitter (USA) oder VK, Rutube (Russland)
    3% auf deutschen Plattformen (z.B. MyVideo)
  • Szenedienste: Zuwachs bei Anbietern von Szenematerialien
    209 Websites von Versandhändlern und Merchandiseanbietern (2013: 185); zusätzlich 84 Social-Web-Profile dokumentiert (2013: 63); 4% der Websites bei Szeneprovidern gehostet
  • Verstöße: Meistens strafbare Inhalte
    1.762 Verstöße registriert (2013: 1.842), davon im Social Web: 1.568 Verstöße (2013: 1.460)
    89% strafbar (2013: 88%), 11% jugendgefährdend (2013: 12%)
  • Maßnahmen: Direkter Kontakt zu Providernam effektivsten
    In 65% der unzulässigen Angebote Ansatzpunkte zur schnellen Löschung, 58% entfernt, 95% der Erfolge durch direkten Providerkontakt

Starke Allianz aus Plattformbetreibern und Community gefordert

„Aufrufe im Netz, Flüchtlingen mit Gewalt zu begegnen, sind auch nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag absolut unzulässig und müssen mit aller Konsequenz verfolgt und unterbunden werden.“, betont Siegfried Schneider, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). jugendschutz.net leitet Verdachtsfälle, bei denen deutsche Verantwortliche bekannt sind, an die KJM weiter, die ein medienrechtliches Verfahren einleitet.

„Wir dürfen nicht dulden, dass Kinder und Jugendliche Hetze gegen Flüchtlinge, Juden, Muslime, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Selbstverständlichkeit im Netz erleben“, mahnt Bundesjugendministerin Manuela Schwesig. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert die Arbeit im Bereich Rechtsextremismus von jugendschutz.net seit 2012. „Darum setzen wir uns für eine starke Allianz aus Plattformbetreibern, die Hassbotschaften konsequent ahnden, erwachsenen und jugendlichen Vorbildern, die offen Stellung gegen Rassismus beziehen, und einer Community, die Hetzer mit allen medialen Mitteln in ihre Schranken weist, ein.“

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