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Bloß kein Handy-Stress

Erfahren was Freunde so machen, Hausaufgaben besprechen oder sich fürs Kino verabreden – Jugendliche tauschen sich gern und oft in Communitys und Messengern aus. Das ist praktisch, kann aber auch stressen. Am besten vereinbaren Sie mit ihrem Kind chatfreie Zeiten, und zeigen mit gutem Beispiel, dass man nicht ständig erreichbar sein muss.

Vater mit Tochter vor Smartphone

Status-Updates, neue Bilder, Einladungen und Eilmeldungen per Push-Nachricht: Viele Jugendliche sind ständig „on“, um mit anderen in Kontakt und damit auf dem Laufenden zu bleiben. Das kann dazu führen, dass man ständig auf das Handy schaut, um über unkonzentriert und unruhig ist. Dahinter steckt oft die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen (englisch „FOMO“ für „fear of missing out“) und damit „off“, also abstinent vom permanenten Nachrichtenstrom oder, noch schlimmer, „out“ zu sein, also ausgeschlossen von der Kommunikation in der Gruppe. Denn viele Chats laufen innerhalb angelegter Gruppen von Klassenkameraden oder Freunden.

Jugendliche nehmen Problem wahr

Diese zunehmende Informationsflut und ständige Erreichbarkeit nehmen auch Jugendliche als problematisch wahr. 64 Prozent der Zwölf-bis 19-jährigen Besitzer eines Smartphones/Handys stimmender Aussage voll und ganz bzw. teilweise zu, dass sie zu viel Zeit damit verbringen. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen istmanchmal genervt von der Fülle eingehender Nachrichten. Trotzdem befürchtet jederVierte, etwas zu verpassen, wenn das Handy/Smartphone ausgeschaltet ist. So die JIM-Studie 2014. Mehr dazu in den Studien.

Chatfreie Zeiten stärken den Fokus

Man muss nicht ständig verfügbar und up to date sein. Eltern können mit ihrem Kind dazu chatfreie Zeiten vereinbaren und selbst Vorbild sein. So hat das Handy etwa beim Essen, bei den Hausaufgaben oder vor dem Schlafengehen Sendepause. Während des Schlafens ist das Handy ganz auszumachen. Am besten halten sich daran alle in der Familie. Um den Ehrgeiz zu erhöhen, kann man daraus auch eine „Challenge“ machen und bei Treffen die Handys übereinanderstapeln. Wer seines als erstes nutzt, hat verloren. Oft merken Kinder, dass sie sich so besser konzentrieren können und nichts verpassen oder gleich außen vor sind, wenn sie später auf Nachrichten antworten oder Statusmeldungen erst später lesen.

5 Tipps, damit aus Spaß kein Stress wird

  • Vorher überlegen was man im Chat klärt und was lieber persönlich. Ein kurzer Anruf ist oft effektiver als ewig hin und her zu tippen.
  • Den Newsfeed in sozialen Netzwerken nur in bestimmten Abständen checken.
  • Push-Nachrichten bewusst einstellen, damit man nicht wegen jeder Kleinigkeit abgelenkt wird.
  • Bei Messengern im Status anzeigen, dass man beschäftigt ist, damit andere Bescheid wissen. Ausstellen, dass andere sehen, wann man zuletzt online war oder eine Nachricht gelesen hat.
  • Handyfreie Pausen bei Treffen zeugen von Respekt. Handys dabei lautlos stellen, damit der Nachrichtenton einen nicht ständig ablenkt. 

Angebote und Einstellungen genau prüfen

Die Anmeldung bei sozialen Netzwerken ist Elternsache. Unsichere Angebote mit unzureichendem Daten- und Jugendschutz wie Facebook sind für Minderjährige nicht empfehlenswert. Eine Mitgliedschaft bei Facebook ist zwar laut den Geschäftsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, jedoch mit Risiken verbunden. Erlauben Eltern ihrem Kind dennoch die Nutzung, ist es besonders wichtig, dass sie mit ihm das Profil einrichten, auf die Einstellungen für Sicherheit, Privatsphäre sowie Chronik und Markierungen achten, diese erklären und so strikt wie möglich anwählen. Minderjährige sollten unbedingt ihr richtiges Alter angeben, da in diesem Fall andere Voreinstellungen gelten. Da sich Einstellungen oft ändern, ist es ratsam, dass Eltern diese mit ihrem Kind häufig kontrollieren. Eltern sind Vorbilder, auch im Netz. Haben sie ein eigenes Profil, können sie zumindest anfangs mit ihrem Kind „befreundet“ sein und selbst umsichtig mit persönlichen Daten und Bildern umgehen.

Weitere Informationen

Mit der Android-App "Menthal" der Universität Bonn können Nutzer ihr eigenes Handyverhalten beobachten. Die Anwendung verzeichnet etwa wie oft am Tag man das Smartphone aktiviert und sendet die wichtigsten Daten anonymisiert zur Auswertung an einen Server. Die bisherige Auswertung ergab, dass Jugendliche das Smartphone rund 135 Mal am Tag und damit im Schnitt etwa alle acht Minuten aktivieren und insgesamt damit drei Stunden pro Tag verbringen.

Im Folgenden stellen wir diese und weitere Apps gegen FOMO vor.

Apps gegen Handystress

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