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Castingshows kritisch begleiten

Den Start der fünften Staffel von „The Voice of Germany“ werden auch wieder zahlreiche jüngere Zuschauer verfolgen wollen. SCHAU HIN! empfiehlt Eltern, diese nicht grundsätzlich zu verbieten, sondern sie gemeinsam mit ihren Kindern anzuschauen und darüber zu sprechen.

© ProSieben/SAT.1/Richard Hübner

Vor allem jüngere Kinder können den suggerierten Traum vom schnellen Ruhm als realistische Perspektive für das eigene Leben missverstehen und nehmen Jurymitglieder oder Kandidaten unreflektiert als Vorbilder wahr. Viele Formate sind stark inszeniert und heizen durch dramatische Musik und Aufnahmen begeisterter Fans die Emotionen bei den Zuschauern an und fördern durch ausgeklügeltes Marketing die Bindung an die Teilnehmer. Daher sind diese eher für Kinder ab etwa zwölf Jahren geeignet, die dazu eher eine kritische Haltung einnehmen können.

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Faszination verstehen

Laut einer Studie der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen sehen über zwei Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren Castingshows – Mädchen, Ältere, Bildungsferne und Jugendliche mit Migrationshintergrund tendenziell eher. Drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen finden, dass eine Teilnahme für die Kandidaten die größte Chance ihres Lebens sei. Zwei Drittel sind überzeugt, dass die Castings und Charaktere der Realität entsprechen. Von denen, die Castingshows oft sehen, sind es über 80 Prozent. Aus dieser Gruppe würde die Hälfte gern selbst teilnehmen. Sie wecken oft Wünsche nach Beliebtheit, Berühmtheit und Erfolg. Die meist jungen Kandidaten dienen dabei oft als Identifikationsfigur.

Heranwachsende fühlen oft mit den Kandidaten, hoffen, dass sie sich gut präsentieren, Zustimmung von Jury und Publikum erhalten und weiterkommen. Dies können sie über kostenpflichtige Anrufe oder per App beeinflussen und an Gewinnspielen teilnehmen. Zudem können sie über soziale Medien auf dem Laufenden bleiben. Diese Sendungen sind außerdem oft Schulhofthema und so möchten viele Heranwachsende zuschauen, um mitreden zu können. Zudem schauen einige Jugendliche diese Formate schlicht, um unterhalten zu werden oder sich über die Mitwirkenden lustig zu machen.

Gemeinsam schauen

Wenn Eltern zumindest anfangs mitsehen, können sie auf Inszenierungen und Klischees aufmerksam machen und mit ihrem Kind diskutieren. Dabei geht es nicht darum, Jugendlichen den Spaß an diesen Sendungen zu verderben, sondern sie dazu zu animieren, einen kompetenten Umgang mit Inhalten sowie eigenen Wünschen und Vorstellungen zu entwickeln.

Kreativität unterstützen

Castingshows haben immer auch das Potenzial bei den Zuschauenden die Lust zu wecken, selbst Musik zu machen und zu singen. Das kann eine Bereicherung sein und macht obendrein viel Spaß. Es gibt einmal die Motivation, schon begonnene musikalische oder tänzerische Aktivitäten auszubauen, oftmals verbunden mit dem Wunsch nach Selbstdarstellung. Dies können Eltern unterstützen, indem sie Workshops vor Ort anbieten, die Talente unterstützen statt schnellen Ruhm zu versprechen.

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