Internet

Coming Out im Netz

Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHOT). Schwule, lesbische, bisexuelle oder trans* Jugendliche outen sich zunehmend auch online. Hier können sie sich in eigenen Communities anonym austauschen und erfahren Halt, manchmal aber auch Anfeindungen.

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Medien können bestärken...

Viele queere Jugendliche suchen online nach Kontakten und Informationen, oft auch noch bevor sie sich vor ihrem persönlichem Umfeld outen. Dies kann helfen, um sich und seinen Gefühlen klarer zu werden oder eben in "geschützten Räumen" und anonym zu anderen Kontakte zu knüpfen, die in einer ähnlichen Situation sind. Das Internet bietet zudem Gelegenheiten, sich zu engagieren und selbst aktiv zu werden etwa ein Forum zu moderieren oder über seine Erfahrungen zu bloggen.

Auch weniger klischeehafte Filme wie "Sommersturm", "Ich fühl mich Disco", "Freier Fall", "Romeos"  "XXY" oder "Pride" sowie Stars aus den Medien, die sich outen, können Jugendliche bestärken, etwa das medial inszenierte Coming-out von Thomas Hitzelsberger oder die Transgeschlechtlichkeit von Balian Buschbaum. Durch eine öffentliche Thematisierung werden zudem auch Menschen konfrontiert bzw. sensibilisiert, die nicht unmittelbar mit den Themen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität befasst sind.

... aber auch verunsichern

Die unüberschaubare Flut von Informationen im Internet kann es aber auch erschweren seriöse und aktuelle Inhalte zu finden, etwa bei der Online-Suche nach Freizeit- oder Beratungsangeboten, Dates oder die Antworten auf rechtliche, finanzielle oder medizinische Fragen.

Zudem sind die nötige Privatsphäre nicht immer gewährleistet, gerade wenn Kinder oder Jugendliche keinen eigenen Zugang zum Internet haben. Zudem ist zu bedenken, was man wo von sich online preisgibt und mit wem man diese Informationen teilen möchte. Geschlossene Foren und Communities sind geschützter als öffentliche soziale Netzwerke wie Facebook und Youtube.

Zudem sollte man sich nicht zu einem öffentlichen Outing drängen lassen, auch wenn etwa bekannten Stars sich zu ihrer Sexualität bekennen, der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHOT) oder der Coming Out Day am 11. Oktober den Mut gibt sich selbst zu akzeptieren und zu öffnen. Wann und wie jemand diesen Schritt tut, bleibt jedem selbst überlassen.

Mobber melden und sperren

Mehr zum Thema:

Werden Jugendliche im Netz angefeindet, sollten sie die Inhalte speichern und diese zusammen mit dem Nutzer dem Betreiber melden, damit diese enfernt bzw. ausgeschlossen werden. Die meisten Communities verbieten auch laut ihren AGBs feindliche und diskriminierende Inhalte. Die Initiative juuuport.de bietet Jugendlichen Beratung durch Gleichaltrige bei Problemen im Netz.

LSBT* werden immer noch oft diskriminiert

Laut der ersten bundesweiten Studie vom Deutschem Jugendinstitut, die das Bundesfamilienministerium herausgibt, ist lesbisch, schwul, bisexuell oder trans* (LSBT*) zu sein, gesellschaftlich immer noch nicht selbstverständlich. Viele LSBT*-Jugendliche und junge Erwachsene erfahren in unterschiedlichen Lebensbereichen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt. Mehr als ein Drittel der lesbischen, schwulen, bisexuellen und orientierungs*diversen Jugendlichen (38%) beschreibt, öffentlich Diskriminierung erfahren zu haben. Bei trans* und gender*diversen Jugendlichen ist es die Hälfte.

LSBT*-Jugendlichen erleben ihre Coming-outs als einen ambivalenten und zumeist komplizierten Prozess. Im Schnitt sind sie dabei 16,9 Jahre alt. Wenn sie ein Alter für die Bewusstwerdung angegeben haben, vergehen zwischen innerem und äußerem Coming-out bei lesbischen und bisexuellen jungen Frauen 1,7 Jahre, schwulen und bisexuellen jungen Männern 2,9 Jahre, orientierungs*diversen Jugendlichen 1,4 Jahre.

Realisitische Vorbilder in den Medien gefordert

Auchd die Studie fordert, die Vielfalt individueller auch medial abseits von Inszenierungen und Klischees mdeial sichtbarer zu machen, da Jugendliche von lebensnahen Modellen und Erfahrungen profitierten, die sich nicht nur um einen „idealtypischen“ Coming-out-Verlauf ranken und die Individualität und Entscheidungsfreiheit des_der Einzelnen in den Mittelpunkt stellen.

Die Studie liefert erstmals wichtige Erkenntnisse über Lebenssituation, Coming-out-Verläufe und Diskriminierungserfahrungen von LSBT* Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Über 5.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren haben von ihren Erfahrungen berichtet.

Weitere Linktipps

  • www.easyout.de
    Online Portal für junge Lesben, Schwule und Bisexuelle. Umfangreiche Datenbank über lesbisch/schwule Jugendgruppen, -Zentren und Beratungsstellen aus ganz Deutschland.
  • www.anyway4u.de
    Kompetente und deutschlandweite Email-Beratung vom Jugendzentrum anyway aus Köln - von Jugendlichen für Jugendliche.
  • www.dbna.de
    Eingetragener Verein, der das gleichnamige Online JugendMagazin für schwule, bisexuelle und interessierte Jugendliche bis 27 Jahre herausbringt.
  • www.befah.de
    Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen
  • www.seidu.de
    Lesbisch/schwuler Jugendblog

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