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Computerspiele gemeinsam entdecken

Computerspiele machen Kindern und Jugendlichen Spaß. Eltern sind jedoch oft verunsichert, welche Spiele für ihr Kind geeignet sind und wie lange Kinder Computer spielen dürfen. Anlässlich der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2013 gibt SCHAU HIN!, der Medienratgeber für Familien, Tipps für den kindgerechten Umgang mit Computerspielen.

© David Sucsy / iStock
© David Sucsy / iStock

Kinder sind fasziniert von der virtuellen Welt und von den aufregenden Abenteuern, die interaktive Computerspiele bieten. Eltern fragen sich aber auch, welche Spiele für ihr Kind geeignet sind und wie viel Zeit es vor Computer, Tablet, Konsole oder Smartphone verbringen soll. Etwas zu entdecken, macht zu zweit immer mehr Spaß, deshalb ist es sinnvoll, dass Eltern sich die Zeit nehmen, ihre Kinder mit der digitalen Spielwelt nicht allein lassen. Erwachsene zeigen ihr Interesse, in dem sie sich Spiele von ihren Kindern erklären lassen und mit ihnen zusammen spielen. Dabei gewinnen sie ein Gefühl dafür, welche Spiele ihre Kinder besonders mögen und welchen Stellenwert Games in der Freizeit ihrer Kinder einnehmen. Kinder wiederum sind meist stolz darauf, wenn sie ihren Eltern etwas beibringen können.

Altersgerechte Spiele nutzen

Für die Auswahl von geeigneten Spielen bietet die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eine erste Orientierung. Auf jedem in Deutschland verkauften Spiel findet sich eine Alterskennzeichnung auf der Verpackung. Spiele ohne Jugendfreigabe sind für Kinder und Jugendliche tabu. Zudem gibt es mit der Pan European Game Information (PEGI) ein europaweites Alterseinstufungssystem für Computer- und Videospiele. Für Online-Spiele, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, gibt es keine vergleichbare Altersfreigabe. Außerdem sagen solche Siegel wenig über die pädagogische und inhaltliche Qualität der Games aus. Hier helfen Ratgeber im Internet, Fachzeitschriften, der persönliche Austausch mit anderen Eltern, aber auch Auszeichnungen wie „TOMMI“, „GIGA-Maus“ oder der aktuell verliehene „Deutsche Computerspielepreis“.SCHAU HIN! stellt die Gewinner des Jahres 2013 kurz vor:

Chaos auf Deponia | Bestes Deutsches Spiel 2013

Daedalic Entertainment GmbH, Hamburg
Begründung der Fachjury: "Der zweite Teil der Deponia-Trilogie entführt in eine einzigartige Spielwelt. Anti-Held Rufus muss sich zwischen Schnabeltieren, brennenden Sägeblättern, Anti-Schwerkraft-Socken und Torpedodelfinen zurechtfinden. Um seinem zur Sprengung vorgesehenen Heimatplaneten zu entkommen, muss er das Herz einer Frau gewinnen, deren Persönlichkeit auf drei verschiedenen Datasetten abgespeichert wurde. Und Schuld am ganzen Schlamassel ist Rufus selbst, dessen Abenteuer wendungsreich und schwarzhumorig erzählt wird. 'Chaos auf Deponia' besticht durch verrückte knifflige Rätsel und unterhält glänzend durch seinen schwarzen Humor und die hervorragend vertonten Dialoge. Die detailreiche, handgezeichnete Grafik ist liebevoll umgesetzt, die Musik toll produziert und die technische Umsetzung gelungen." (Ab 12 Jahren)

Meine 1. App – Band 1 Fahrzeuge| Bestes Kinderspiel 2013

appp media (Kritstin Heitmann), München
Begründung der Fachjury: "'Meine 1. App – Band 1 Fahrzeuge' regt in erster Linie die Neugier von Kindern an und richtet sich dabei an die Jüngsten. Behutsam, flott und bilderstark dürfen Kinder von drei bis fünf Jahren hier ansprechend illustrierte Lege-Puzzles lösen und ihre Balance und Motorik beim Einlochen einer Silberkugel erproben. Erfolge werden mit witzigen Animationen und passenden Sounds  belohnt."

Tiny & Big: Grandpa's Leftovers | Bestes Jugendspiel 2013

Black Pants Studio GmbH, Kassel
Begründung der Fachjury: "Den Entwicklern ist es gelungen, den eigenwilligen Charme ihrer skurrilen Comic-Artworks mit der Professionalität eines etablierten Entwickler-Studios umzusetzen. Herausgekommen ist ein innovatives Jump-&-Run mit Physik-Rätseln. Eine eigens entwickelte Technologie gestattet das Zerschneiden von Felsblöcken mithilfe eines Lasers. Wie der Erfolg dieses ungewöhnlichen Spiels bei jugendlichen Testern zeigt, bietet 'Tiny & Big' jede Menge Spielspaß und Unterhaltung." (ab 6 Jahren)

Word Wonders - The Tower of Babel | Bestes Mobiles Spiel 2013

Games in Flames UG / Chimera Entertainment, München / Dreamfab GmbH & Co KG, Regensburg
Begründung der Fachjury: "'Word Wonders – The Tower of Babel' sticht aus der Masse an Mobile Games heraus. Die charmante Kombination aus Scrabble und Rollenspiel ist hervorragend gestaltet und wird unterhaltsam präsentiert. Gekonnt machen sich die Entwickler die Vorzüge der Tablet-Bedienung zunutze. 'Word Wonders' bereitet langfristig Spaß und unterhält jüngere und ältere Spieler gleichermaßen." (o. A.)

Menschen auf der Flucht | Bestes Serious Game 2013

Serious Games Solutions GmbH, Potsdam
Begründung der Fachjury: "'Menschen auf der Flucht' macht die Problematik und das Leid von Flüchtlingen durch seine Immersivität emotional nachvollziehbar. Das unmittelbare Erlebnis im missio-Truck wird von einem pädagogischen Programm begleitet, das sich leicht in den Schulunterricht integrieren lässt. Das Beste Serious Game 2013 zeigt, wie viel edukatives Potential in Computerspielen schlummert, und dass Kombinationen von Spielen mit anderen Erlebnisformen eine große Bereicherung darstellen können." (keine Altersangabe)

Forge of Empires | Bestes Browsergame 2013

InnoGames GmbH, Hamburg
Begründung der Fachjury: "Das Browserspiel 'Forge of Empires' überzeugt mit detailreicher Spielgrafik, enormem Umfang, einer Fülle an Optionen, angenehmer Hintergrundmusik und anspruchsvollen Gefechten, die rundenweise ablaufen. Im Gegensatz zu manch anderem Browserspiel hat der Spieler mit 'Forge of Empires' selbst dann wochenlang Freude, wenn er die Bezahloptionen nicht in Anspruch nimmt. Das beste Browserspiel 2013 überzeugte die Jury hinsichtlich Technik, Gestaltung, Gameplay und Spielspaß auf ganzer Linie." (ab 12 Jahren)

GroundPlay | Bestes Nachwuchskonzept aus Schüler- und Studentenwettbewerb 2013

HAW Hamburg, Hamburg
Begründung der Fachjury: "Das Konzept 'GroundPlay' überzeugt mit vielfältiger, bunter Spielwelt, dichter Atmosphäre und zeitloser Ästhetik. Zudem weist das Konzept durch abwechslungsreiche Rätselaufgaben auch pädagogische Qualitäten auf. Gelerntes muss in immer neuen Kombinationen angewandt werden. Sehr gut gestaltete Rätselführung trifft auf originelle Figuren und Fähigkeiten. Das Gesamtkonzept und die stimmungsvolle, technisch kompetente Prototypenumsetzung ergeben eine überzeugende Mischung." (keine Altersangabe)

Wichtig ist in jedem Fall, dass Eltern das Spiel selbst ansehen und ausprobieren. Generell sollte das Spiel keine Gewalt enthalten sowie Kinder nicht mit einem Übermaß an Effekten überfordern. Gerade bei Onlinespielen ist darauf zu achten, dass keine regelmäßigen Kosten anfallen und der Datenschutz Beachtung findet. Kinder sollten das Spiel jederzeit unterbrechen können und nicht von anderen Spielern gedrängt werden, länger am Computer zu bleiben.

Regeln vereinbaren

Spannende Aufgaben lösen und tolle Abenteuer erleben - da fällt es Kindern nicht immer leicht, Computer oder Konsole wieder auszuschalten. Daher ist es wichtig, dass Eltern und Kinder klare Regeln vereinbaren, wie oft und wie lange Kinder am Bildschirm spielen dürfen. Grundsätzlich gilt, dass generelle Spielverbote wenig helfen. Wichtiger sind vielmehr die richtige Dosierung, die überlegte Auswahl der Spiele und das Gespräch mit dem Kind. Wenn es bei der Spieldauer zum Streit kommt, hilft es ruhig zu bleiben und sachlich die Position zu erklären. Ein Kompromiss kann sein, Kinder bis zum Ende eines Levels spielen zu lassen und somit nicht zum Spielverderber zu werden. Als Richtschnur gilt, Kinder bis sieben Jahre sollten nicht länger als eine halbe Stunde, Acht- und Neunjährige maximal 45 Minuten, Zehn- und Elfjährige höchstens eine Stunde und Zwölf- bis 13-Jährigen bis 75 Minuten täglich vor dem Bildschirm verbringen – ob TV, Games oder Internet.

Weitere Informationen zum Thema bietet SCHAU HIN! mit dem Ratgeber „Kindgerechter Umgang mit Games“ zum kostenlosen Download.

Eine gute Orientierung bietet zudem die Broschüre „Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt“ des Bundesfamilienministeriums. Auch auf www.internet-abc.de, www.spielbar.de sowie www.blindekuh.de finden Eltern kindgerechte Spiele, die von Experten getestet wurden und mit einer Altersempfehlung versehen sind. Unter www.klick-tipps.net/spielen finden sich Knobel- und Geschicklichkeitsspiele oder ganze Spielesammlungen mit über 1500 Onlinespielen.

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